Wie reagiert man bei einem Wildunfall richtig?

Gerade in der Herbstzeit kommt es auf den Straßen oftmals zu Wildunfällen. Wie lassen sich diese vermeiden bzw. wie reagiert man richtig bei einem Zusammenstoß?

09.10.2017 Online Redaktion

Wer ein 80 kg schweres Wildschwein mit einer Geschwindigkeit von 50 km/h rammt, der setzt sich und sein Fahrzeug mit einem Aufprallgewicht von zwei Tonnen aus. Auch wenn nicht alle Wildunfälle vermeidbar sind: Vielen Autofahrern ist die Gefahr, die vom Wildwechsel ausgeht, offenbar nicht bewusst – entsprechendes Verhalten wäre ansonsten wohl seltener an der Tagesordnung. Gerade im Herbst, also der Jahreszeit, in der Wildtiere wieder besonders aktiv sind, gilt es, sich wieder an die Gefahren und wichtigsten Infos zu erinnern.

Wie oft kommt es zu einem Wild-Unfall?

Durchschnittlich alle 7 Minuten geht es auf Österreichs Straßen wild zu: Etwa 77.000 Wildtiere kommen auf dem Asphalt pro Jahr um. Nach Unfällen mit Wildtieren waren im Jahr 2016 293 Personen verletzt und ein Toter zu beklagen. Zu den meisten Unfälle kommt es in den Morgenstunden zwischen 5 und 7 Uhr sowie am Abend zwischen 20 und 23 Uhr.

ADAC-Crashtest (2010): Auto trifft auf Wildschwein-Familie

Wo werden Wild-Warnschilder aufgestellt?

Warnschilder für Streckenabschnitte mit vermehrtem Wildwechsel werden nicht mit Willkür  aufgestellt, sondern nur dort, wo statistisch betrachtet auch tatsächlich mehr Wildtiere die Straßen kreuzen. Das ist zum Beispiel bei Übergangsbereichen zwischen Wald und Feld der Fall. Eine Analyse des Kuratoriums für Verkehrssicherheit (KFV) hat allerdings ergeben, dass Wildwechselschilder häufig nicht ernst genommen und ignoriert werden, sprich: Die Geschwindigkeit wird nicht gedrosselt. Dennoch sinkt die Anzahl der Wildunfälle in den letzten Jahren merklich. Grund dafür ist aber weniger die Einsicht vieler Autofahrer, das Tempo an Gefahrenstellen zu reduzieren, sondern Maßnahmen, die von Versicherungen, Landesjagdverbänden und Politik gesetzt bzw. mitgetragen wurden.

© Bild: KfV

Welche Wildwarner-Systeme gibt es?

Wirkungsvolle Mittel gegen Wildunfälle sind etwa optische Wildwarner, die das Licht der Autoscheinwerfer in die umliegende Landschaft lenken und so die Wildtiere verschrecken bzw. davon abhalten sollen, die Fahrbahn zu kreuzen.

Anhalteweg mit dem Auto

© Bild: ADAC

Aber auch akustische Wildwarner werden eingesetzt, die einen abschreckenden Warnton von sich geben, sobald sich ein Auto nähert. Vorteil gegenüber Wildzäunen: Die Tiere werden nicht grundsätzlich am Überqueren einer Straße gehindert, sondern nur dann, wenn Gefahr (für Mensch und Tier) in Verzug ist.

ADAC-Crashtest (2009): künstlicher Hirsch gegen Auto

Wie reagiert man richtig, wenn es zu einem Wildunfall kommt?

Auch wenn ein “wildes” Verreißen des Lenkrades die erste intuitive Reaktion sein mag, richtig ist sie bei einem drohenden Zusammenstoß mit einem Wildtier nicht. Die richtige Devise lautet: Kühlen Kopf bewahren, stark bremsen und das Lenkrad gut festhalten. Ein Ausweichmanöver hingegen ist für Fahrer und Autoinsassen wesentlich riskanter als ein Zusammenstoß mit einem Wildtier.

Aufprallgewicht von Wildtieren

© Bild: ADAC

Was muss man nach einem Wildunfall machen?

Nach einem Unfall muss, wie üblich, die Gefahrenstelle abgesichert werden. Außerdem besteht bei einem Wildschaden eine unverzügliche Verständigungspflicht (§4 Abs. 5 der Straßenverkehrsordnung) – selbst dann, wenn ein Wildtier nur angefahren/verletzt wurde und dieses weitergelaufen ist. Ist das Tier verendet, ist es außerdem verboten, dieses mitzunehmen – auch nicht zum Tierarzt oder Jäger. Auch hier gilt: Umgehend die Exekutive verständigen.

VTI (Schweden): Volvo vs. Elch

Jetzt Autorevue JAHRESABO & VIGNETTE sichern um nur € 125,90 statt € 148!
Wählen Sie zwischen der Klebe- und Digitalen Vignette.
 
Hier bestellen