Radfahren im Straßenverkehr: Die 9 größten Irrtümer

Wir haben die gängigsten Irrtümer bezüglich Radfahren im Straßenverkehr, die zu Missverständnissen, Strafen oder gar Unfällen führen, zusammengefasst.

19.09.2016 Online Redaktion

Ein Teil der Unfälle mit Radfahrern, bei denen auch Autofahrer beteiligt sind, mögen auf rücksichtsloses Verhalten von Radfahrer oder Autofahrern (oder beiden) zurück zu führen sein. Oftmals basieren sie jedoch auf Missverständnissen bzw. Unkenntnis die Verkehrsregeln für Radfahrer betreffend. (Speziell Autofahrern sei auch dieser Beitrag empfohlen: Verkehrsregeln in Österreich: 10 hartnäckige Irrtümer)

9 Irrtümer bezüglich Radfahrer im Straßenverkehr

1. Mit dem Fahrrad hat man bei einem Fußgängerübergang/Zebrastreifen Vorrang gegenüber Autos

01-radfahrer-zebrastreifen-helmut-fohringer-apa-picturedesk
© Bild: Helmut Fohringer / APA / picturedesk.com

Ein Irrtum, denn: Radfahrern ist es gar nicht gestattet, einen Fußgängerübergang bzw. Zebrastreifen zu befahren, womit Radfahrer keinen Vorrang gegenüber dem fließenden Verkehr haben. Ausnahme: Wird das Rad geschoben, gilt der Radfahrer als Fußgänger, so hat er ebenso Vorrang wie ein Fußgänger ohne Fahrrad.

2. Radfahrer dürfen auch nebeneinander fahren

02-radfahrer-nebeneinander-robert-jaeger-apa-picturedesk
© Bild: Robert Jaeger / APA / picturedesk.com

Grundsätzlich gilt: Nebeneinanderfahren ist für Radfahrer nicht gestattet. Aber es gibt einige Ausnahmen: In Wohnstraßen, sogenannten „Begegnungszonen“, auf Radwegen und Fahrradstraßen ist auch ein Nebeneinander-Radfahren gestattet. Was vielen nicht bekannt ist: Radrennfahrer im Trainingsbetrieb dürfen auch auf sonstigen Straßen im öffentlichen Verkehr nebeneinander Fahren.

3. Für Radfahrer gelten keine Tempolimits

03-radfahrer-tempolimit-helmut-fohringer-apa-picturedesk
© Bild: Helmut Fohringer / APA / picturedesk.com

Ebenso ein weit verbreiteter Irrtum: Auch für Radfahrer gelten die Geschwindigkeitsbeschränkungen, wie sie auch für alle anderen Verkehrsteilnehmer gelten. Zusätzlich gilt noch: Ungeregelten Radfahrerüberfahrten darf man sich mit höchstens 10 km/h nähern. Außerdem darf eine solche Überfahrt nicht unmittelbar vor einem herankommenden Fahrzeug und für dessen Lenker „überraschend“ passiert werden.

4. Mit dem Fahrrad darf man auch gegen die Einbahn fahren

einbahn
© Bild: ROLAND SCHLAGER / APA / picturedesk.com

Der nächste Irrtum, wenn auch wiederum mit Ausnahmen: Auch Radfahrer dürfen grundsätzlich nicht gegen eine Einbahnstraße fahren. Es sei denn, ein Verkehrsschild erlaubt dies ausdrücklich. Auch in Wohnstraßen ist das Fahren gegen die Einbahn grundsätzlich erlaubt.

5. Während des Fahrradfahrens darf man telefonieren

5-radfahren-telefonieren-helmut-fohringer-apa-picturedesk
© Bild: Helmut Fohringer / APA / picturedesk.com

Ja, natürlich darf ein Radfahrer das. Allerdings, ebenso wie ein Autofahrer, nur mittels Freisprecheinrichtung – die Hände müssen zur Bedienung des Fahrrades auch während eines Telefonates frei bleiben.

6. Mit dem Fahrrad darf man auch freihändig fahren, wenn man dazu in der Lage ist

06-radfahrer-ohne-haende-sean-gallup-getty-images
© Bild: Sean Gallup / Getty Images

Auch wenn freihändige Radfahrer ein gängiges Bild auf den Straßen sind: Es ist ausnahmslos verboten, freihändig mit dem Fahrrad am öffentlichen Straßenverkehr teilzunehmen. Egal wie gut diese „Kunst“ auch beherrscht wird.

7. Als Radfahrer darf ich auch in der Mitte des Fahrstreifens fahren, um gefährliche Überholmanöver durch Autos zu unterbinden

7-radfahren-mitte-des-fahrstreifens-helmut-fohringer-apa-picturedesk
© Bild: Helmut Fohringer / APA / picturedesk.com

Radfahrer, die in der Mitte des Fahrstreifens fahren, sind ein gängiges Bild im Straßenverkehr. Die Absicht dahinter, gefährliche Überholmanöver von vornherein zu unterbinden, mag menschlich betrachtet in manchen Situationen verständlich erscheinen. Fakt ist aber, dass auch für Radfahrer das Rechtsfahrgebot gilt: Es muss so weit rechts gefahren werden, wie es der Verkehr bzw. sonstige Hindernisse wie Kanaldeckel oder Unrat erlauben. Ein Seitenabstand von ca. 1,2 Meter zu parkenden Autos wird aber empfohlen und ist auch gestattet.

8. Radfahrer dürfen auf der Straße fahren, auch wenn ein Fahrradweg vorhanden ist

8-radfahrer-radweg-helmut-fohringer-apa-picturedesk
© Bild: Helmut Fohringer / APA / picturedesk.com

Ein Fahrradweg ist für Radfahrer zwingend zu benutzen, wenn ein solcher vorhanden ist. In wenigen Fällen gibt es allerdings „Radwege ohne Benützungspflicht“, die durch ein entsprechendes Verkehrszeichen gekennzeichnet sind.
Ausnahme: Bei Trainingsfahrten mit Rennrädern* muss die Radfahranlage nicht benutzt werden

9. Die Fahrt mit dem Fahrrad ist eine gute Alternative zum Auto, wenn ich zu viel Alkohol getrunken habe

09-radfahrer-alkoholkontrolle-georg-hochmuth-apa-picturedesk
© Bild: Georg Hochmuth / APA / picturedesk.com

Dieser Irrtum hält sich immer noch hartnäckig. Aber Achtung: Auch für Radfahrer gibt es einen Promille-Grenzwert. Ab 0,8 Promille Alkohol im Blut werden saftige Strafen, beginnend von ca. 800 Euro bis hin zu knapp 6.000 Euro, verhängt. Was vielen zudem nicht bewusst ist: Radfahren in alkoholisiertem Zustand kann die Behörde als „mangelnde Verkehrszuverlässigkeit“ auslegen – der KFZ-Führerschein kann unter solchen Umständen ebenso entzogen werden.

*Als Rennfahrrad gilt ein Fahrrad mit folgenden technischen Merkmalen: 1. Eigengewicht des fahrbereiten Fahrrades höchstens 12 kg; 2. Rennlenker; 3. äußerer Felgendurchmesser mind. 630 mm und 4. äußere Felgenbreite höchstens 23 mm.

Jetzt Autorevue JAHRESABO & VIGNETTE sichern um nur € 125,90 statt € 148!
Wählen Sie zwischen der Klebe- und Digitalen Vignette.
 
Hier bestellen