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Verkehrsregeln in Österreich: 10 hartnäckige Irrtümer

Manche Irrtümer, die Verkehrsregeln betreffend, halten sich seit langer Zeit und werden seit Generationen „erfolgreich“ weitergegeben. Aber Achtung: Unwissenheit schützt vor Strafe nicht!

23.07.2016 Online Redaktion

Nicht nur in Deutschland gibt es sie, sondern auch bei uns: Wir haben für euch eine Übersicht der populärsten und hartnäckigsten Irrtümer bezüglich der Vorschriften im Straßenverkehr. (Speziell Radfahrern sei auch dieser Beitrag empfohlen: Radfahren im Straßenverkehr: Die 9 größten Irrtümer)

1. Mit Sandalen oder barfuß Autofahren ist verboten

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© Bild: ROLAND SCHLAGER / APA / picturedesk.com

Flip-Flops, Sandalen, Stöckelschuhe („High Heels“), Gummistiefel oder auch barfuß: Es ist nicht per se verboten, sich mit solchem Schuhwerk hinters Steuer zu setzen. Aber: Als Autofahrer muss man jederzeit in der Lage sein, angemessen auf die jeweilige Verkehrssituation zu reagieren. Wird z.B. nach einem Unfall festgestellt, dass das Schuhwerk ein rechtzeitiges bzw. angemessenes Bremsmanöver verhindert hat, wird es auch zu Problemen mit der Versicherung kommen.

2. Auffahrunfall: Der Auffahrende hat immer Schuld

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© Bild: ZIPI / EPA / picturedesk.com

Ein ebenso weit verbreiterter Irrtum ist die These, dass bei einem Auffahrunfall immer der Lenker Schuld hat, der von hinten auffährt. Das ist zwar oftmals der Fall, da der nachfahrende Autofahrer für das Einhalten eines ausreichenden Sicherheitsabstandes verantwortlich ist.

Aber: Wenn der Unfall z.B. aufgrund einer grundlosen Vollbremsung (dazu zählt vor Gericht auch das Bremsen für Kleintiere wie Igel, Hase, Frosch usw.) entstanden ist, kann auch dem Vordermann vor Gericht zumindest eine Teilschuld am Unfall zugesprochen werden.

3. Während des Autofahrens darf man keinen Alkohol trinken

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© Bild: PFARRHOFER H. / APA / picturedesk.com

Dieser Grundsatz gilt zwar für Fahranfänger (0,0 Promille), nicht jedoch für alle anderen Autofahrer, denn: Es spielt keine Rolle ob man vor oder während der Fahrt Alkohol trinkt. Was zählt ist, dass die Promillegrenze von 0,5 während der Autofahrt nicht überschritten werden darf. Und in diesem Zusammenhang: Wer aktiv am Straßenverkehr teilnimmt, sollte ohnehin keinen Alkohol zu sich nehmen.

4. Nach einem kleinen Parkschaden reicht es, einen Zettel mit Kontaktdaten am Fahrzeug des „Unfallgegners“ zu hinterlassen

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© Bild: HERBERT PFARRHOFER / APA / picturedesk.com

Wer in einer solchen Situation nicht die Geduld aufbringt, um auf den Besitzer des Wagens oder die verständigte Polizei zu warten, bekommt Ärger: Denn auch der Unfallhergang bei einem „kleinen Parkrempler“ muss geklärt werden. Dazu reicht eine Notiz, die man am Fahrzeug des Unfallgegners anbringt, nicht aus. Wer sich nicht daran hält, macht aus einem kleinen Parkschaden schnell eine Anzeige wegen Fahrerflucht – mit wesentlich unangenehmeren (und teuren) Folgen. Natürlich gibt es auch die Möglichkeit auf die Polizeidienststelle zu gehen und dort den Vorfall zu melden. Juristisch ist man auf der sicheren Seite, wenn der Schaden gleich telefonisch der nächsten Polizeistation gemeldet wird.

5. Eine Einbahnstraße gilt nur für Autos, nicht für Radfahrer

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© Bild: ROLAND SCHLAGER / APA / picturedesk.com

Falsch! Auch für Radfahrer gelten selbstverständlich die Verkehrsschilder inklusive Einbahnregelungen. Einzige Ausnahmen: Radfahren in Wohnstraßen ist auch gegen die Einbahn erlaubt. Auf allen anderen Einbahnstraßen nur dann, wenn dies durch eine Zusatztafel ausdrücklich gestattet ist.

6. Sobald das Auto stillsteht, darf ich ohne Freisprecheinrichtung telefonieren

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© Bild: HANS KLAUS TECHT / APA / picturedesk.com

Zugegeben, die Gesetzeslage ist hier nicht ganz einfach. Simpel zusammengefasst:

  • Wer sich im „fließenden Verkehr“ befindet, darf nicht ohne Freisprecheinrichtung telefonieren.
  • Wer sich im „ruhenden Verkehr“ befindet, darf auch ohne Freisprecheinrichtung telefonieren.
  • Wer sein Auto verkehrsbedingt anhält (z.B. aufgrund einer Stopptafel), muss jederzeit in der Lage sein, weiterzufahren und befindet sich somit im „fließendem Verkehr“.
  • Auch im Stau ist Telefonieren ohne Freisprecheinrichtung nicht gestattet, es sei denn, der Stau ist so erheblich, dass ein Weiterfahren nicht möglich ist. (ruhender Verkehr)
  • Bei einer auf „Rot“ geschalteten Ampel ist es hingegen erlaubt, auch ohne Freisprecheinrichtung zu telefonieren, solange die Ampel auf Rot ist.
  • Auf der sicheren Seite ist man aber wohl nur dann, wenn eine Freisprecheinrichtung installiert ist, und man sich nicht auf rechtliche Detailauslegungen verlassen muss.

7. Als Passant/Fußgänger darf man eine Parklücke reservieren

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© Bild: Michael Szemes

Eine häufig auftretende Situation bei Parkplatzmangel: Ein freier Parkplatz in einiger Entfernung wird entdeckt, der Beifahrer eilt zu Fuß voraus, um den begehrten Parkplatz zu „reservieren“. Das führt immer wieder zu Streit zwischen Autofahrern, der auch schon so manches Mal von der Polizei geschlichtet werden musste. Dabei ist die Regelung hierzu sehr einfach: Laut Straßenverkehrsordnung ist es nicht erlaubt, einen Parkplatz durch einen Fußgänger/Passanten reservieren zu lassen.

8. Im Kreisverkehr hat immer der Vorrang, der bereits im Kreisverkehr fährt

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© Bild: GREG WOOD/AFP/Getty Images

Wie bereits in unserem Beitrag erwähnt: In Österreich ist zwar der Großteil der Kreisverkehre durch entsprechende Vorrangsbeschilderung so geregelt, dass das im Kreisverkehr fahrende Fahrzeug Vorrang genießt. Gibt es eine solche Beschilderung jedoch nicht, gilt immer noch: Der Rechtskommende hat Vorrang – auch im Kreisverkehr.

9. Beim Reißverschlusssystem sollte möglichst frühzeitig die Spur gewechselt werden

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© Bild: StVZVO

Sei es in einem Baustellenbereich, oder weil sich eine mehrspurige Fahrbahn in eine einspurige verengt: Beim Einordnen auf die verbleibende Spur gilt das Reißverschlusssystem. Aus Angst, nicht mehr rechtzeitig eingelassen zu werden, wechseln viele Autofahrer dabei möglichst frühzeitig die Spur. Der Verkehrsfluss wird dadurch aber eher behindert als beschleunigt. Um das Reißverschlusssystem optimal anzuwenden, muss das Einordnen im Endbereich (frühestens im letzten Drittel) des endenden Fahrstreifens stattfinden.

10. Der Auto-Verbandskasten muss regelmäßig ausgetauscht werden, um einer Strafe zu entgehen

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© Bild: ÖAMTC

Der Wahrheitsgehalt liegt hier bei ca. 50%, denn der Gesetzgeber schreibt nicht vor, nach wie vielen Jahren die Autoapotheke/Verbandszeug generell ausgetauscht werden muss. Vorgeschrieben wird nur, dass der Lenker Verbandszeug mitführen muss, das zur Wundversorgung geeignet ist und in einem Behälter staubdicht verpackt ist. Aber: Aufgrund der begrenzten Haltbarkeit mancher Bestandteile einer Autoapotheke ergibt sich automatisch, dass zumindest die abgelaufenen Teile rechtzeitig erneuert werden müssen, damit diese eben noch „zur Wundversorgung geeignet“ sind.

  • Dusty

    Wer sein Auto verkehrsbedingt anhält (z.B. aufgrund einer
    Stopptafel), muss jederzeit in der Lage sein, weiterzufahren und
    befindet sich somit im „fließendem Verkehr“.

    Bei einer auf „Rot“ geschalteten Ampel ist es hingegen erlaubt, auch
    ohne Freisprecheinrichtung zu telefonieren, solange die Ampel auf Rot
    ist.

    Für mich gibt es da KEIN unterschied. An beiden Stellen muss man jederzeit in der Lage sein weiterzufahren …..

  • Felix

    Vielleicht solkte in diesem Artikel auch mal erklärt werden, dass auf Autobahnen ein Rechtsfahrgebot herrscht. Soll heißen man fährt immwe auf der rechtestmöglichen Spur. Man wechselt nur dann die Spur, wenn man überholt. Es herrscht KEINE freie Fahrspurwahl. Das versteht nämlich irgendwie kein Österreicher…

    • Daniel Uhlmen

      Ich hasse das auch. Jedoch ein kleiner tipp: das vorbeifshren auf der autobahn auf der rechten seite gilt nicht als überholen. Du darfst den autofahrer einmal aufblenden. Dies gilt nicht als nötigung. Ich fahre immer hinten nach, blende einmal auf und wenn er es dann nicht versteht fahre ich rechts vorbei. Ganz ehrlich? Solche leute die immeru links fahren sollten bestraft werden. Aja diesen fall habe ich letztens bei einer polizei auto gemacht. Nichts. Keine reaktion, leider sind sie hinter mir dann auch noch links gefahren. Jaja… FTP

    • Hauerg

      Andererseits kann man sich auch nicht gleich wieder echts reinzwicken. In D gibt es dazu ein oberstgerichtliches urteil: erst wenn der abstand der fahrzeuge auf der rechten spur mind. 7 sekunden sekunden beträgt, muss ich mich wieder echts einordnen.
      Das nur alls erinnerung an alle rechtsüberholer.

  • Kummer Klaus

    ab wann gilt fahren ohne Führerschein ???

    • stefan

      sobald man ein Auto ohne lenkerberechtigung steuert

    • Strawberry Cake

      Fahren ohne Führerschein ist es nur, wenn du keinen Führerschein gemacht hast/er für diese Art gefährt nicht ausreicht/die Sonderbedingungen nicht gewährleistet sind (Brillenträger, die die Brille auf dem Führerschein vermerkt haben und ohne Brille fahren, fahren ohne Führerschein), denn in all diesen Fällen ist derjenige nicht berechtigt ein Fahrzeg zu führen.

      Wer jedoch einen gültigen Führerschein hat und diesen nur daheim vergessen hat, der kommt zwar in eine ungünstige Position, hat aber nur ein recht geringes Strafgeld zu erwarten.

  • Dirk Bredtmann

    Hallo zusammen, mich würde noch das Blinken beim Abbiegen auf der Vorrangstrasse interessieren. Viele blinken da nicht, sondern wenn sie gerade aus fahren. Meiner Ausbildung nach, müsste bei jeden Richtungswechsel dieser auch angezeigt werden. LG Dirk

    • stefan

      wenn mann bei der krezung geradeausfährt blinkt man auch nicht, ich habe an meinen Auto nämlich keinen geradeausblinker.nur einen für links und einen für rechts.viel wichtiger und auch richtig wäre es für diejenigen zu blinken, die meinen, wenn sie den vorangstrassenverlauf nach links oder rechts folgen, dies nicht tun zu müssen, da sie auf der vorangstrasse sind. dass ist aber falsch. da führt man eine Richtungsänderung durch die angezeigt gehört und nicht beim geradeausfahren.

    • Hopstimop

      Du bist aber ein oberschlauer. Du hast jetzt für alle entschieden, was Sache ist und punkt. Sehr schön. Leider falsch.

      In Österreich musst du blinken, auch wenn die Vorrangstrasse biegt und nicht blinken, wenn du die Vorrangstrasse geradeaus verlässt.

      In Ungarn hingegen musst du blinken, wenn du gerade aus die Vorrangstrasse verlässt und nicht blinken wenn du der Biegung der Vorrangstrasse folgst. Dort ist es nämlich so, dass du nicht die Richtungwechsel signalisierst, sondern das Verlassen des Verkehrsflusses.

      Also es ist nur eine Ansichtssache, was richtig und was falsch ist und hängt vom jeweiligen Land ab. Vielleicht waren es Ungarn, die „falsch“ geblinkt haben.

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