7 Ursachen für quietschende Bremsen

Ein quietschendes Geräusch aus dem Radkasten ist nicht nur unangenehm, es ist auch beunruhigend, wenn die Ursache dafür unklar ist. Wir haben die häufigsten Ursachen für quietschende Bremsen im Überblick.

01.03.2019 Online Redaktion

Beim Bremsen wird der feste Teil einer Bremse mit dem Bremsklotz oder Bremsbelag gegen die Bremsscheibe (oder Bremstrommel) gepresst. Greifen diese beiden Teile nicht sauber ineinander, kann eine Schwingung entstehen, die als „Quietschen“ wahrgenommen wird. Auch bei besonders „sportlich“ abgestimmten Bremsen kommen solche Nebengeräusche vor, sie werden dabei aber oft bewusst in Kauf genommen. Im Normalfall gilt es aber, dem unerwünschten Quietschen auf den Grund zu gehen, um sicherheitsrelevante Mängel ausschließen zu können. Übrigens: Abgefahrene Bremsbeläge sind bei einem hellen „Quietschen“ eher unwahrscheinlich – ein solches Geräusch würde man eher dumpf bzw. schleifend wahrnehmen.

Die 7 häufigsten Ursachen für quietschende Bremsen

  • Bremsstaub und Schmutz an den Bremsbelägen

Wenn Bremsstaub, Blütenstaub oder sonstiger Schmutz die Bremsbeläge verschmutzen, kann das zu quietschenden Bremsen führen. Dass sich Schmutz und Staub absetzen, passiert vor allem bei Fahrzeugen, die über einen längeren Zeitraum ungenutzt bleiben. Das Geräusch sollte in diesem Fall aber rasch wieder verschwinden, sobald man einige Male (behutsam) in die Eisen gestiegen ist. Die Bremsen reinigen sich so von selbst.

  • Rost an den Bremsscheiben

Während einer längeren Standzeit kommt neben Schmutz und Staub auch Rost als Verursacher für quietschende Bremsen in Frage. Warum es keine gänzlich rostfreien Bremsscheiben geben kann? Korrosionsfestigkeit und gute Bremswirkung schließen sich quasi gegenseitig aus: eine rostfreie Edelstahl-Scheibe wäre zwar rostfrei, aber auch so spröde und brüchig, dass diese bei höherer Belastung brechen würde. Wird die Bremse aber regelmäßig betätigt, „schleifen“ sich die Bremsbeläge aber im Normalfall von selber wieder sauber. Abschließend noch Bremsenreiniger aus der Fachwerkstatt bzw. dem Fachhandel verwenden, und das Quietschen sollte beseitigt sein. Wichtig: Ist die Bremsscheibe stärker verrostet, muss das Rad ausgebaut werden und der Rost manuell (mit Schleifpapier) entfernt werden. Ansonsten wird der Rost beim Bremsen richtiggehend „abgefräst“ und er gräbt sich tief in die Bremsscheibe bzw. den Bremsbelag ein – ein Austausch dieser Verschleißteile ist dann unvermeidlich.

 

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© Bild: Hersteller

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  • Einbaufehler beim Bremsenwechsel

Häufig sind quietschende Bremsen auch auf Einbaufehler oder zumindest Nachlässigkeiten beim Bremsenwechsel zurückzuführen. Beispiel dafür: Werden nur die Beläge und nicht die Bremsscheiben ersetzt, müssen die Bremsbeläge angeschliffen werden, damit sich diese an die eingelaufenen Scheiben „anschmiegen“ können. Können die Beläge nicht sauber gleiten, dann verklemmen sie, nutzen sich unregelmäßig ab, verschleißen letztendlich deutlich schneller, und: sie quietschen dabei.

  • „Ungeschmierte“ Bremsen

Öl oder Fett haben an Bremsenkomponenten natürlich nichts verloren. Das einzige Schmiermittel, das im Bereich der Bremsanlage an den richtigen (!) Stellen eingesetzt werden muss, ist Kupferpaste. Diese sorgt dafür, dass die beweglichen Teile einer Bremsanlage sauber und ohne zu Quietschen miteinander agieren können. So werden z.B. die Bremsbeläge an ihrer Rückseite mit einer solchen Paste eingestrichen, bevor sie in den Bremssattel eingebaut werden; und auch der Bremssattel kann am Bremszylinder eine solche Paste vertragen. Auf eine nähere „do-it-yourself“-Anleitung verzichten wir an dieser Stelle aus Sicherheitsgründen aber ganz bewusst – wir empfehlen hierfür das Aufsuchen einer Fachwerkstatt.

  • Billige, nicht kompatible Bremsbeläge

Auch bei Bremsbelägen kann man Geld sparen, indem statt Originalersatzteilen (oder zumindest zertifizierten Ersatzteilen) billigere Beläge von Drittanbietern verwendet werden. Ob es sinnvoll ist, an der Bremsanlage zu sparen, wagen wir aber zu bezweifeln. Wenn die Bremsbeläge nicht 100% kompatibel sind bzw. mit anderen Teilen der Bremsanlage nicht perfekt ineinandergreifen, ist ein Quietschen vorprogrammiert. Unser Fazit hier: Eine gute Materialbeschaffenheit bzw. Passgenauigkeit ist bei Billig-Ersatzteilen nicht garantiert – und können neben quietschenden Bremsen auch fatale Folgen bezüglich der Sicherheit haben.

  • Überhitzte und „verglaste“ Bremsanlage

Ein Quietschen der Bremsen entsteht meist auch dann, wenn die Bremsanlage zuvor massiv überhitzt war, z.B. durch eine/mehrere Vollbremsungen oder längeres Bremsen am Stück. Bei einer solchen Beanspruchung werden die Bremsscheiben bzw. Bremsbeläge „verglast“, es entsteht also ein glasartiger Belag, der kaum mehr Reibwert hat. Im schlimmsten Fall können sich die Bremsscheiben bei solchen Bremsmanövern auch verziehen – und die Beläge liegen danach nicht mehr sauber auf. Viel schlimmer als das lästige Quietschen ist dabei, dass dadurch auch die Bremsleistung dramatisch abnimmt.

  • Bremsen, die nicht richtig eingefahren werden

Auf den ersten paar hundert Kilometern sollten neue Bremsbeläge und -scheiben im Idealfall nicht überbeansprucht werden, damit sich beide Teile perfekt aneinander anpassen können. Werden die Bremsen zu früh massiv betätigt, führt das zu unterschiedlicher Abnutzung der Reibflächen – was zu (dauerhaftem) Quietschen führen kann. ABER: Sicherheit geht auch hier vor. Eine Vollbremsung, auch mit neuen Bremsen, ist einem Unfall vorzuziehen.

Wann muss man mit quietschenden Bremsen in die Werkstatt?

Das Quietschen der Bremsen kann sehr unterschiedliche Ursachen haben. Auch wenn in vielen Fällen keine Gefahr davon ausgehen muss, sollte eine Werkstatt aufgesucht werden, wenn die Ursache nicht klar ist. Ist das Quietschen zusätzlich mit einem spürbaren Verlust der Bremskraft verbunden, heißt es ohnehin: Sofort ab in die nächste Werkstatt.

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