Andreas Riedmann
Scheibenbremsen eines Porsche.

Die Ursachen für quietschende Bremsen

Ein quietschendes Geräusch aus dem Radkasten ist nicht nur unangenehm, es ist auch beunruhigend, wenn die Ursache dafür unklar ist. Wir haben die häufigsten Ursachen für quietschende Bremsen im Überblick.

Christian Gaisböck
Zuletzt aktualisiert am 21.03.2024

Beim Bremsen wird der feste Teil einer Bremse mit dem Bremsklotz oder Bremsbelag gegen die Bremsscheibe (oder Bremstrommel) gepresst. Greifen diese beiden Teile nicht sauber ineinander, entsteht Schwindung. Die Folge kann nervtötendes Quietschen sein. Auch bei besonders „sportlich“ abgestimmten Bremsen kommen solche Nebengeräusche vor, sie werden dabei aber oft bewusst in Kauf genommen.

Im Normalfall gilt es aber, dem unerwünschten Quietschen auf den Grund zu gehen, um sicherheitsrelevante Mängel ausschließen zu können. Übrigens: Abgefahrene Bremsbeläge sind bei einem „hellen“ Quietschen eher unwahrscheinlich – in diesem Fall würde man eher ein dumpfes bzw. schleifendes Geräusch wahrnehmen.

Häufige Ursachen für quietschende Bremsen

Bremsstaub und Schmutz an den Bremsbelägen

Wenn Bremsstaub, Blütenstaub oder sonstiger Schmutz die Bremsbeläge verunreinigen, können quietschende Bremsen die Folge sein. Dass sich Schmutz und Staub absetzen, passiert vor allem bei Fahrzeugen, die über einen längeren Zeitraum ungenutzt bleiben. Das Geräusch sollte in diesem Fall aber rasch wieder verschwinden, sobald man einige Male (behutsam) in die Eisen gestiegen ist. Die Bremsen reinigen sich so von selbst.

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Rost auf einer Bremsscheibe sorgt für Bremsen die quietschen.
© Bild: Andreas Riedmann

Rost an den Bremsscheiben

Während einer längeren Standzeit kommt neben Schmutz und Staub auch Rost als Verursacher für quietschende Bremsen in Frage. Warum es keine gänzlich rostfreien Bremsscheiben für Autos geben kann? Eine rostfreie Edelstahl-Scheibe wäre zwar rostfrei, aber spröder und brüchiger. Und: Edelstahl hat einen geringeren Reibwert, die Bremswirkung wäre somit geringer. Guss-Scheiben können die entstehende Hitze rascher aufnehmen.

Wird die Bremse aber regelmäßig betätigt, „schleifen“ sich die Bremsbeläge im Normalfall von selber wieder sauber. Abschließend noch Bremsenreiniger aus der Fachwerkstatt bzw. dem Fachhandel verwenden, und das Quietschen sollte beseitigt sein. Wichtig: Ist die Bremsscheibe stärker verrostet, muss das Rad ausgebaut und der Rost manuell (mit Schleifpapier) entfernt werden. Ansonsten wird der Rost beim Bremsen richtiggehend „abgefräst“ und er gräbt sich tief in die Bremsscheibe bzw. den Bremsbelag ein – ein Austausch dieser Verschleißteile ist dann unvermeidlich.

Montagefehler beim Bremsenwechsel

Quietschende Bremsen können auch auf Einbaufehler oder zumindest Nachlässigkeiten beim Bremsenwechsel zurückzuführen sein. Beispiel dafür: Werden nur die Beläge und nicht die Bremsscheiben ersetzt, müssen die Bremsbeläge angeschliffen werden, damit sich diese an die eingelaufenen Scheiben „anschmiegen“ können. Können die Beläge nicht sauber gleiten, dann verklemmen sie, nutzen sich unregelmäßig ab, verschleißen letztendlich deutlich schneller, und: sie quietschen dabei.

„Ungeschmierte“ Bremsen

Öl oder Fett haben an Bremsenkomponenten natürlich nichts verloren, auch Kupferpaste wird schon länger nicht mehr für die beweglichen Teile der Bremsanlage verwendet. Dazu Ing. Leopold Redl von der Ing. A.F. Baeder Ges.m.b.H. aus Wien: „Die Vierkant-Dichtringe und Schutzkappen können in Kombination mit Kupferpaste „Aufquillen“ bzw. eine Undichtigkeit und Ausfall des Bremssattels wäre die Folge.“

Auch Bremszylinderdichtungen für Bremsflüssigkeit DOT4 Betrieb vertragen keine mineralische Komponenten, laut Ing. Redl sollte hier die ATE oder FTE Montagepaste verwendet werden. Die Schiebehülsen werden mit Silikon oder Syntheso-Paste geschmiert. Und bei den beweglichen Teilen Bremsklotz zu Führungsbahnen des Bremssattels wird Keramikpaste verwendet. Redl rät weiters: „Die Rückseite des Bremsklotzes in Kontakt zum Kolben wird nicht geschmiert. Die Radnabe beim Bremsscheibenwechsel wird auch nicht mit Kupferpaste bestrichen sondern nur bestens gereinigt und ggf. etwas mit WD40 gegen Rostbildung behandelt.“

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Billige, nicht kompatible Bremsbeläge

Auch bei Bremsbelägen kann man Geld sparen, indem statt Originalersatzteilen (oder zumindest zertifizierten Ersatzteilen) günstigere Beläge von Drittanbietern verwendet werden. Ob es sinnvoll ist, an der Bremsanlage zu sparen, wagen wir aber zu bezweifeln. Wenn die Bremsbeläge nicht 100% kompatibel sind bzw. mit anderen Teilen der Bremsanlage nicht perfekt ineinandergreifen, ist ein Quietschen vorprogrammiert. Unser Fazit hier: Eine gute Materialbeschaffenheit bzw. Passgenauigkeit ist bei Billig-Ersatzteilen nicht garantiert – das kann neben quietschenden Bremsen auch fatale Folgen für die Sicherheit haben.

Überhitzte und „verglaste“ Bremsanlage

Ein Quietschen der Bremsen entsteht oft auch dann, wenn die Bremsanlage zuvor massiv überhitzt war, z.B. durch eine/mehrere Vollbremsungen oder längeres Bremsen am Stück (z.B. nach einer Talfahrt). Bei einer solchen Beanspruchung werden die Bremsscheiben bzw. Bremsbeläge „verglast“, es entsteht also ein glasartiger Belag, der kaum mehr Reibwert hat. Im schlimmsten Fall können sich die Bremsscheiben bei solchen Bremsmanövern auch verziehen – und die Beläge liegen danach nicht mehr sauber auf. Viel schlimmer als das lästige Quietschen ist dabei, dass dadurch auch die Bremsleistung drastisch abnimmt.

Bremsen, die nicht richtig eingefahren werden

Auf den ersten paar hundert Kilometern sollten neue Bremsbeläge und -scheiben im Idealfall nicht überbeansprucht werden, damit sich beide Teile perfekt aneinander anpassen können. Werden die Bremsen zu früh massiv betätigt, führt das zu unterschiedlicher Abnutzung der Reibflächen, was zu (dauerhaftem) Quietschen führen kann. ABER: Sicherheit geht auch hier vor. Eine Vollbremsung, auch mit neuen Bremsen, ist einem Unfall vorzuziehen.

Wann muss man mit quietschenden Bremsen in die Werkstatt?

Das Quietschen der Bremsen kann sehr unterschiedliche Ursachen haben. Auch wenn in vielen Fällen keine Gefahr davon ausgehen muss, sollte eine Werkstatt aufgesucht werden, wenn die Ursache nicht klar ist. Ist das Quietschen zusätzlich mit einem spürbaren Verlust der Bremskraft verbunden, heißt es ohnehin: Sofort ab in die nächste Werkstatt.


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