Bremsbelag

Als Bremsbelag wird bei Fahrzeugen ein elementares Bauteil der mechanischen Bremse bezeichnet, welches zwischen Bremssattel und der Bremsscheibe liegt und als komplementäres Gegenstück zu jener gesehen werden kann. Auch bei den mittlerweile weniger geläufigen Trommelbremsen werden Bremsbeläge ganz ähnlich eingesetzt. Die ersten Bremsbeläge wurden 1888 von Bertha Benz (der Frau von Karl Benz) während ihrer bekannten Weltfernfahrt erfunden.

Funktionsweise von Bremsbelägen

Die Bremse wird bei herkömmlichen Kraftfahrzeugen über das Bremspedal betätigt. Dabei werden die Bremsbeläge auf dem Trägerbauteil je nach Bremsentyp entweder auf die Bremsscheibe (Scheibenbremse) oder gegen die zylindrische Trommel (Trommelbremse) gepresst. Durch diesen mechanischen Vorgang verlangsamt sich die Geschwindigkeit des Fahrzeugs – bis hin zum Stillstand. Dabei wird Bewegungsenergie in Reibungsenergie und schließlich in Wärmeenergie umgewandelt.

Material von Bremsbelägen, Verschleiß und Wartung

Das Material, aus welchem die Bremsbeläge gefertigt sind, spielt bei der Leistung und der Lebensdauer eine entscheidende Rolle. Die Beläge sind starken und unterschiedlichen physikalischen Kräften wie extremer Temperatur ausgesetzt. Daher ist gerade die Zusammensetzung des Materials der Bremsbeläge (Reibmittel) sowie die Qualität der einzelnen Komponenten von essenzieller Bedeutung.

In der Regel besteht die Trägerplatte aus solidem Stahl oder Grauguss. Das Reibmittel ist meist ein komplexer Materialmix aus unterschiedlichsten Stoffen. Unter anderem finden sich darin Antimontrisulfid, Bariumsulfat, Harz und verschiedene Metalle wie Kupfer, Messing oder Eisen. Generell wird von vier gängigen Reibmittelkategorien mit unterschiedlicher Zusammensetzung und jeweiligen Eigenschaften gesprochen:

  • Semi Metallic (30-60 % Metallanteil mit Füllstoffen und Grafit): Sie sind günstig und langlebig. Allerdings verursachen sie einen schnelleren Verschleiß der Bremsscheibe.
  • Organic Fasern u.a. aus Kevlar, Glas, Gummi, Karbon und weiteren organischen Stoffen: Sie schonen die Bremsscheibe und sind leise. Sie haben aber eine geringere Lebensdauer.
  • Low-Metallic (hauptsächlich organische Stoffe mit bis zu 30 % Metallanteil): Sie haben gerade bei hohen Geschwindigkeiten ein gutes Heißbremsverhalten, entwickeln aber mehr Bremsstaub.
  • Keramik (keramische Fasern mit Füllstoffen und Bindemittel): Sie sind leiser, verursachen aber höheren Verschleiß der Bremsscheiben.

Bremsbeläge sind klassische Verschleißteile am Fahrzeug. Beim Bremsvorgang und der dadurch entstehenden Reibung nutzen sie sich an der Bremsscheibe ab. Daher werden die Bremsklötze samt Belägen eines Fahrzeuges häufiger gewechselt. Grundsätzlich sollten Bremsklötze alle 30.000 bis 100.000 km komplett ausgewechselt werden. Hochwertige Bremsbeläge können allerdings auch eine Lebensdauer von 150.000 km vorweisen.