In welchen Situationen ist der Einsatz der Lichthupe erlaubt, wann nicht?

Wann darf die Lichthupe verwendet werden und in welchen Situationen ist sie verboten? Wir haben alle Antworten für euch.

03.10.2018 Online Redaktion

Die umgangssprachliche “Lichthupe” wird auf unseren Straßen in unterschiedlichsten Situationen eingesetzt – in vielen Fällen ist das lt. Straßenverkehrsordnung aber nicht erlaubt. Wann der Einsatz der Lichthupe gestattet ist und wann nicht? Wir haben den Überblick und einige Extra-Tipps für den richtigen Umgang mit der Lichthupe.

Was ist die Lichthupe?

Der umgangssprachliche Begriff “Lichthupe” (ist ein Determinativkompositum, also eine Wortzusammensetzung, bei der der erste Teil, das untergeordnete Determinans (in diesem Fall “Licht”), den zweiten, das dominante Determinatum (in diesem Fall “Hupe”), in seiner Bedeutung näher bestimmt, also einschränkt. Also: Hupe. Welche Hupe? – die Licht-Hupe!) existiert in den Gesetzestexten nicht – vielmehr ist die Rede von Warn-, Licht-, Blink oder Leuchtzeichen (In Deutschland StVO § 16, in Österreich § 22 der StVO). Mit der “Lichthupe” ist das kurze, stoßweise Betätigen des Fernlichtes gemeint.

Wann ist die Lichthupe erlaubt?

Als Faustregel gilt: Immer wenn es erlaubt ist zu hupen, darf auch die Lichthupe betätigt werden. Das ist dann der Fall, wenn es der Sicherheit des Verkehrs dient.

In diesen Situationen ist folglich das Betätigen der Lichthupe erlaubt:

  • Wenn man andere oder sich selbst gefährdet sieht, darf die Lichthupe als Warnsignal eingesetzt werden. Beispiel: Auf Fahrfehler anderer Verkehrsteilnehmer hinweisen, wenn durch den Fehler Gefahr droht, ist erlaubt. So darf ein Autofahrer, der dabei ist, bei roter Ampel in eine Kreuzung einzufahren, mittels Lichthupe davor gewarnt werden.
  • Auch ein Überholmanöver (außerhalb geschlossener Ortschaften) darf durch die Lichthupe angekündigt werden, wenn es für die Sicherheit erforderlich ist. Beispiel: Fährt ein vorausfahrendes Fahrzeug nicht weit genug auf dem rechten Fahrstreifen oder der Fahrer erscheint unaufmerksam, ist der Einsatz der Lichthupe (oder auch der akustischen Hupe) erlaubt. Wichtig: Niemand anderer darf durch die Lichthupe geblendet oder belästigt werden – dies würde die Verkehrssicherheit gefährden.
  • Die Verwendung der Lichthupe, die nicht der Verkehrssicherheit dient, ist somit lt. Straßenverkehrsordnung grundsätzlich nicht vorgesehen, wenngleich es dazu in Österreich bereits Gerichtsurteile mit anderen Rechtsansichten gegeben hat.

Wann wird die Lichthupe unerlaubt eingesetzt?

Die Grenze zum Missbrauch der Lichthupe kann schnell erreicht sein, wenn durch das Lichtsignal  weder auf eine Überholabsicht noch auf eine Gefahr hingewiesen wird. Auch das Delikt der Nötigung steht hier immer wieder im Raum. Deshalb muss  lt. StVO in diesen Situationen auf den Einsatz der Lichthupe verzichtet werden:

  • Auf der Autobahn, um langsam fahrende/überholende Autofahrer dazu zu bewegen, schneller zu fahren.
  • Um dem Gegenüber zu signalisieren, dass man auf den Vorrang verzichtet. Beispiel: An einer engen Straßenstelle, die nur abwechselnd von einem Fahrzeug passierbar ist und hinsichtlich Vorrang nicht beschildert ist.
  • In der gleichen Situation, um den Gegenüber zu signalisieren, dass man den Vorrang in Anspruch nimmt.
  • Der Lichthupen-Einsatz ist auch dann nicht gestattet, wenn dem Gegenüber signalisiert werden soll, dass er die Spur wechseln kann (Lichthupe für “Ich lass dich rein!”)
  • Ebenso der eigene Spurwechsel darf im Normalfall nicht durch die Lichthupe angekündigt werden
  • Um Fussgängern zu signalisieren, dass sie die Straße überqueren können / nicht überqueren sollen.
    In einigen dieser beschriebenen Situationen können durch den Einsatz der Lichthupe Missverständnisse entstehen, die erst recht die Verkehrssicherheit gefährden.

Warnung vor einer Radarfalle per Lichthupe – erlaubt oder verboten?

Die Lichthupe darf lt. StVO dann eingesetzt werden, wenn es der Verkehrssicherheit dient. Das Warnen vor einer Radarfalle zählt somit grundsätzlich nicht dazu. Allerdings hat es in Österreich dazu bereits Gerichtsurteile gegeben, die auch auf eine andere Rechtsauslegung schließen lassen – mehr dazu lest ihr hier.

Weitere Tipps zum Einsatz der Lichthupe

  • Notorische Linksfahrer dürfen auf der Autobahn aus der Ferne mit der Lichthupe auf die eigene Überholabsicht aufmerksam gemacht werden, da dies der Verkehrssicherheit dienlich sein kann. Ist man allerdings bereits dicht hinter dem Fahrzeug, kann das als Nötigung ausgelegt werden.
  • Beim “Lichthupen” sollte man immer damit rechnen, dass das Signal falsch verstanden wird. (siehe Beispiel oben: Anzeigen des Verzichtes auf den Vorrang mittels Lichthupe).
  • Unbedingt vermeiden, dass durch die Lichthupe andere Verkehrsteilnehmer geblendet oder gestört werden.
  • Berücksichtigen, dass das Lichtsignal andere Verkehrsteilnehmer auf sich beziehen könnten, für die es nicht gedacht war
  • Sinnvoll und wohl auch der Verkehrssicherheit dienlich ist die Betätigung der Lichthupe, wenn ein entgegenkommendes Fahrzeug (versehentlich) mit Fernlicht unterwegs ist bzw. nicht rechtzeitig abblendet.
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