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IG-L: Was das Immissionsschutzgesetz-Luft für Autofahrer bedeutet

Tempolimits nach IG-L in Österreich. Ab 1. Juli 2019 sind reine Elektroautos vom “Luft-Hunderter” ausgenommen.

Online Redaktion
Veröffentlicht am 27.06.2019

Der so genannte “Luft-Hunderter” ist österreichischen Autofahrern wohlbekannt. Gemeint sind Tempolimits mit dem zusätzlichen Kürzel “IG-L”. Dieses steht für “Immissionsschutzgesetz-Luft”, ein österreichisches Bundesgesetz mit dem Ziel, den Schadstoffausstoß von – unter anderem – Kraftfahrzeugen zu reduzieren.

Um zur Erreichung dieses Ziels beizutragen, wurden variable Tempolimits auf Teilabschnitten von Autobahnen und Schnellstraßen eingeführt. Diese werden bei erhöhter Schadstoffbelastung aktiv.

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Wann werden IG-L-Tempolimits aktiviert?

Von den Bundesländern betriebene Luftgütemess-Stellen übermitteln die jeweiligen Schadstoffbelastungen an die ASFINAG. Die gemessenen Werte werden mit diversen Parametern (Verkehrsdaten, Wetter) kombiniert. Ob das IG-L-Limit aktiviert wird, hängt von Algorithmen und Schwellenwerten ab, die vom jeweiligen Bundesland vorgegeben sind.

Wo gibt es Geschwindigkeitsbregrenzungen nach IG-L?

Geschwindigkeitsbeschränkungen auf Basis des IG-L werden vom jeweiligen Landeshauptmann eines Bundeslandes vorgeschrieben. Derzeit gibt es sie auf Abschnitten von Autobahnen und Schnellstraßen in Tirol, Salzburg, Steiermark, Oberösterreich und Kärnten auf einer Länge von insgesamt über 400 Kilometern.

IG-L Abschnitte auf Autobahnen in Österreich

BundeslandStadtAutobahn
OberösterreichLinzA1
SalzburgA1, A10
SteiermarkGrazA9, A2
TirolA12, A13
KärntenKlagenfurtA2
VorarlbergA14

Ausnahmeregelung für Elektrofahrzeuge

Ab Montag, den 1. Juli 2019, werden Fahrzeuge mit reinem Elektroantrieb sowie Fahrzeuge mit Wasserstoff-Brennstoffzellentechnologie von den IG-L-Tempolimits auf Autobahnen und Schnellstraßen ausgenommen. Die Regierung, die die Ausnahmeregelung Ende 2018 beschlossen hatte, sieht in der Maßnahme einen weiteren Anreiz, um Elektromobilität in Österreich zu stärken. Plug-In-Hybride müssen sich weiterhin an den “Luft-Hunderter” halten.

Voraussetzungen

  • Die Ausnahme vom “Luft-Hunderter” gilt nur für Fahrzeuge, die über eine Kennzeichentafel mit grüner Schrift verfügen. Diese kann seit April 2017 für Fahrzeuge mit reinem Elektroantrieb beantragt werden, ist aber nicht verpflichtend. Wer will, kann das Nummernschild mit schwarzer Schrift auf seinem E-Auto belassen – in dem Fall muss er sich aber auch weiterhin an den “Luft-Hunderter” halten.
  • Die Ausnahmeregelung gilt nur auf Streckenabschnitten, auf denen mittels Hinweisschildern darauf aufmerksam gemacht wird. Solange keine entsprechenden Hinweisschilder platziert worden sind, gelten daher Geschwindigkeitsbeschränkungen, die aufgrund des IG-L verordnet wurden, nach wie vor für alle Fahrzeuge, unabhängig von ihrer Antriebsart.

Welche Strafen drohen bei Missachtung der IG-L-Tempolimits?

2017 hat das Umweltministerium den Strafrahmen für Geschwindigkeitsüberschreitungen in IG-L-Zonen erhöht. Seither kann für die Überschreitung eines IG-L Tempolimits um bis zu 30 km/h eine Organstrafverfügung in Höhe von bis zu 90 Euro verhängt werden.

Fahrverbote nach IG-L

Aufgrund des IG-L wurden in bestimmten Gebieten Fahrverbote für Lkw erlassen. Eine aktuelle Übersicht der Lkw-Fahrverbote in den einzelnen Bundesländern findet man auf der Website der WKO unter diesem Link.


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