ASFINAG
IG-L: Was das Immissionsschutzgesetz-Luft für Autofahrer bedeutet

IG-L: Was das Immissionsschutzgesetz-Luft für Autofahrer bedeutet

Die wichtigsten Informationen rund um die Tempolimits nach IG-L in Österreich.

Online Redaktion
Veröffentlicht am 23.06.2020

Der so genannte “Luft-Hunderter” ist österreichischen Autofahrern wohlbekannt. Gemeint sind Tempolimits mit dem zusätzlichen Kürzel “IG-L”. Dieses steht für “Immissionsschutzgesetz-Luft”, ein österreichisches Bundesgesetz mit dem Ziel, den Schadstoffausstoß von – unter anderem – Kraftfahrzeugen zu reduzieren.

Um zur Erreichung dieses Ziels beizutragen, wurden variable Tempolimits auf Teilabschnitten von Autobahnen und Schnellstraßen eingeführt. Diese werden bei erhöhter Schadstoffbelastung aktiv.

Tipp: Einen Überblick über alle Verkehrsstrafen in Österreich gibt unser Bußgeldrechner.

Wann werden IG-L-Tempolimits aktiviert?

Von den Bundesländern betriebene Luftgütemess-Stellen übermitteln die jeweiligen Schadstoffbelastungen an die ASFINAG. Die gemessenen Werte werden mit diversen Parametern (Verkehrsdaten, Wetter) kombiniert. Ob das IG-L-Limit aktiviert wird, hängt von Algorithmen und Schwellenwerten ab, die vom jeweiligen Bundesland vorgegeben sind.

In Tirol wurde die verkehrs– und immissionsabhängige Geschwindigkeitsbeschränkung für Pkw auf der A12 und A13 in ein permanentes Tempolimit von 100 km/h umgewandelt. 

Wo gibt es Geschwindigkeitsbregrenzungen nach IG-L?

Geschwindigkeitsbeschränkungen auf Basis des IG-L werden vom jeweiligen Landeshauptmann eines Bundeslandes vorgeschrieben. Derzeit gibt es sie auf Abschnitten von Autobahnen und Schnellstraßen in Tirol, Salzburg, Steiermark, Oberösterreich und Kärnten auf einer Länge von insgesamt über 400 Kilometern.

IG-L Abschnitte auf Autobahnen in Österreich

BundeslandAutobahn
OberösterreichA1
SalzburgA1, A10
SteiermarkA9, A2
Tirol (permanentes Tempolimit von 100 km/h)A12, A13
KärntenA2
VorarlbergA14

Ausnahmeregelung für Elektrofahrzeuge

Seit Montag, den 1. Juli 2019, sind Fahrzeuge mit reinem Elektroantrieb sowie Fahrzeuge mit Wasserstoff-Brennstoffzellentechnologie von den IG-L-Tempolimits auf Autobahnen und Schnellstraßen ausgenommen. Die Ende 2018 beschlossene Ausnahmeregelung soll unter anderem einen weiteren Anreiz zur Stärkung von Elektromobilität in Österreich bilden. Plug-In-Hybride müssen sich weiterhin an den “Luft-Hunderter” halten.

Voraussetzungen für die Ausnahme von IG-L-Tempolimits

  • Die Ausnahme vom “Luft-Hunderter” gilt nur für Fahrzeuge, die über eine Kennzeichentafel mit grüner Schrift verfügen. Diese kann seit April 2017 für Fahrzeuge mit reinem Elektroantrieb beantragt werden, ist aber nicht verpflichtend. Wer will, kann das Nummernschild mit schwarzer Schrift auf seinem E-Auto belassen – in dem Fall muss er sich aber auch weiterhin an den “Luft-Hunderter” halten.
  • Die Ausnahmeregelung gilt nur auf Streckenabschnitten, auf denen mittels Hinweisschildern darauf aufmerksam gemacht wird. Solange keine entsprechenden Hinweisschilder platziert worden sind, gelten daher Geschwindigkeitsbeschränkungen, die aufgrund des IG-L verordnet wurden, nach wie vor für alle Fahrzeuge, unabhängig von ihrer Antriebsart.

Welche Strafen drohen bei Missachtung der IG-L-Tempolimits?

2017 hat das Umweltministerium den Strafrahmen für Geschwindigkeitsüberschreitungen in IG-L-Zonen erhöht. Seither kann für die Überschreitung eines IG-L Tempolimits um bis zu 30 km/h eine Organstrafverfügung in Höhe von bis zu 90 Euro verhängt werden.

Fahrverbote nach IG-L

Aufgrund des IG-L wurden in bestimmten Gebieten Fahrverbote für Lkw erlassen. Eine aktuelle Übersicht der Lkw-Fahrverbote in den einzelnen Bundesländern findet man auf der Website der WKO unter diesem Link.

Themen