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Grafische Darstellung eines Gewindefahrwerks.

Sportliches Fahrgefühl: Die Vorteile eines Gewindefahrwerks

Viele Pkw sind mit einem Standardfahrwerk ausgestattet. Etwas sportlicher geht es mit einem nachrüstbarem Gewindefahrwerk. Hier der Überblick, was das ist welche Varianten es gibt.

Zuletzt aktualisiert am 01.03.2023

Das Standardfahrwerk vieler Hersteller ist vor allem auf Fahrkomfort ausgelegt. Weiche Dämpfer, recht viel Federweg und hohe Bodenfreiheit. Wer es allerdings etwas sportlicher mag, ist mit einem Gewindefahrwerk gut bedient. Es ermöglicht das einfache und individuelle Einstellen der Bodenfreiheit und lässt sich mitunter auch in der Härte verändern. So wird mit wenigen Handgriffen eine Tieferlegung realisiert oder dem Fahrzeug die nötige Höhe für schlechtere Straßen gegeben. Oft ist mit dem Wechsel auf ein sportliches Fahrwerk auch eine deutliche Verbesserung des Fahrverhaltens verbunden – eine korrekte Justierung vorausgesetzt. Was möglich ist, welche Arten von Gewindefahrwerken es gibt und was es zu beachten gibt, haben wir hier zusammengefasst.

Gewindefahrwerk: Was ist das?

In den neunziger Jahren haben sie den Weg vom Rennsport zu Straßenfahrzeugen gefunden: PKW, die mit einem Gewindefahrwerk ausgestattet sind. Unter einem Gewindefahrwerk wird ein in der Höhe verstellbares Fahrwerk verstanden, mit welchem sich ein Auto für Show- und Sportzwecke optimieren lässt. Mittels einer Stellschraube lässt sich damit die Bodenfreiheit des Fahrzeugs verstellen. Je nach Ausführung variieren die Einstellmöglichkeiten: Einfache Fahrwerke sind lediglich mit einer Höhenverstellung ausgestattet, teurere High Performance-Fahrwerke auf Rennsport-Niveau bieten noch mehr Möglichkeiten zur optimalen Justierung und Anpassung auf verschiedenste Strecken- und Fahrprofile. Manche Fahrwerke sind dazu mit einer Zug- und Druckstufenverstellung ausgerüstet, womit die Beeinflussung des Nick- und Wankverhaltens realisierbar ist. Die aufwändigsten Gewindefahrwerke sind auch mit einer Sturzverstellung über Stütz- und Domlager ausgestattet oder sind elektronisch gesteuert. Ist das Fahrwerk richtig konfiguriert, ergibt sich eine rennstreckentaugliche Performance.

Welche Arten gibt’s?

Aktuell werden 4 Varianten für den Einsatz im Straßenverkehr geboten.

  1. Für Einsteiger im Tuningbereich ist die einfachste (und günstigste) Variante geeignet. Hier ist die Bodenfreiheit manuell um 20 bis 70 Millimeter einstellbar. Das ist ausreichend, wenn das Fahrzeug vorwiegend im normalen Straßenverkehr bewegt wird.
  2. Sportlich ambitionierte Fahrer greifen auf Fahrwerke zurück, welche neben der Höhenverstellung auch eine Zug- und Druckstufenjustierung ermöglichen. Dadurch ist eine präzise Anpassung an Strecke und Fahrverhalten machbar.
  3. In der Oberklasse spielen High Performance oder Clubsport Fahrwerke. Sie bieten zusätzlich eine Sturzverstellung, manche bieten auch die Anpassung des Nachlaufes an. Empfehlenswert für Fahrer, die ihr Fahrzeug auch hin und wieder auf der Rennstrecke bewegen.
  4. Moderne Fahrzeuge, insbesondere der Premiumklasse, besitzen ein adaptives Fahrwerk. Auch darauf haben einige Hersteller von Fahrwerken reagiert und bieten elektronisch verstellbare Gewindefahrwerke. Diese sind besonders interessant für Fahrer sportlicher Pkw, die serienmäßig nicht tief genug liegen und deren Fahrdynamik verbessert werden soll.

Weitere Möglichkeiten sind sogenannte Competition Fahrwerke: Sie sind für den nationalen und internationalen Rennsport zugelassen, jedoch nicht für die Straße.

Extreme Tieferlegungen gibt es für Showzwecke. Diese besitzen meist kein Gutachten und sind nicht für den Straßenverkehr geeignet. Die Absenkung des Fahrzeugs ist bis zu 150 Millimeter möglich. In Verbindung mit einer einstellbaren Federbasis (zum Beispiel Luftfederung) wird auch ein extrem tiefes Parken für das sogenannte „Show and Shine Tuning“ ermöglicht.

Was bringt ein Gewindefahrwerk?

Die Verstellung des Fahrwerks hat weitreichende Einflüsse auf das Fahrverhalten. Wird die Dämpfung vorne härter und hinten weicher, neigt das Fahrzeug zum Untersteuern. Bedeutet: das Auto schiebt in Kurven über die Vorderräder. Ein Untersteuern wird durch die weichere Einstellung der Vorderachse und eine härtere der Hinterachse erreicht. Mit dieser Konfiguration bricht das Heck des Autos aus. Bei einer generell harten Abstimmung lässt der Grip nach. Auch die Sturzverstellung bringt, gerade in schnellen Kurven, eine deutliche Veränderung der Stabilität.

Wie funktioniert der Einbau?

Technisch versierte Schrauber mit den nötigen technischen Voraussetzungen können den Wechsel des Fahrwerks durchaus selbst bewältigen. Sicherer (und meist besser) ist es jedoch, es einem Profi zu überlassen. Eine kompetente Werkstatt kann die nötige Achsvermessung erledigen und sich um die Eintragung kümmern. Neben dem Wechsel des Fahrwerks kann die Kalibrierung einiger fahrwerksrelevanter Assistenzsysteme und Sensoren (Radar- und Kamerasysteme) sowie die Einstellung der Scheinwerfer nötig sein.

Was kostet ein Gewindefahrwerk?

Die Preisspanne für Gewindefahrwerke ist groß. Für ein einfaches ist, mit Einbau und Eintragung, je nach Hersteller ab 1.100 Euro zu rechnen. High Performance und elektronische Fahrwerke kosten bis zu 4.500 Euro. Erhältlich sind sie für fast jede Automarke.

FAQs: Häufige Fragen zum Thema Gewindefahrwerk

Wozu ein Gewindefahrwerk?

Ein Gewindefahrwerk ist für jeden sportliche Fahrer und Tuningliebhaber geeignet, der Wert auf eine sportliche Optik legt und das Fahrverhalten seines Autos verbessern möchte.
Für Showzwecke ist die Tieferlegung eine fast unverzichtbare Zutat. Die Traktion und Performance lässt sich für eine sportliche Fahrweise oder gar den Einsatz auf der Rennstrecke enorm steigern.

Ist ein Gewindefahrwerk eintragungspflichtig?

Gewindefahrwerke sind eintragungspflichtig. In den meisten Fällen ist das kein Problem, da ein Teilegutachten oder eine Allgemeine Betriebserlaubnis vorliegt. Nach erfolgter Montage und Einstellung des Fahrwerks sowie der Kalibrierung entsprechender Sensoren und Korrektur der Scheinwerfereinstellung kann das Fahrzeug dem Sachverständigen vorgeführt werden.

Fazit

Das Tuning mittels Gewindefahrwerk stellt eine perfekte Möglichkeit dar, die sportliche Optik und das Fahrverhalten zu verbessern. Je nach Anspruch lässt sich beinahe jedes Fahrzeug mit einem Schraubfahrwerk ausstatten. Die meisten Angebote beinhalten ein Teilegutachten, welches eine Eintragung ermöglicht.

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