Warum ihr mit Flip-Flops, Badeschlapfen und Co. auf keinen Fall Auto fahren solltet

Wer mit sommerlichem Schuhwerk Auto fährt, riskiert damit nicht nur eine mangelhafte Kontrolle über das Fahrzeug, sondern muss im Extremfall sogar mit strafrechtlichen Konsequenzen rechnen.

28.06.2018 Online Redaktion

Ein Sommer ohne Flip-Flops, Badeschlapfen und Co. ist kaum vorstellbar – und die Bequemlichkeit kann schnell dazu verleiten, sich mit dem sommerlichen Schuhwerk auch hinter das Steuer zu setzen. Das kann aber nicht nur gefährlich werden, sondern sogar strafrechtliche Konsequenzen mit sich ziehen. Um zu demonstrieren, warum man mit Flip-Flops und Badeschlapfen auf keinen Fall Auto fahren sollte, hat der ÖAMTC verschiedene Schuhe einem Praxistest unterzogen.

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Kein Gefühl für die Pedale in locker sitzenden Schuhen

Beim Absolvieren verschiedener Fahrmanöver wurde verglichen, wie sich ein Auto mit Flip-Flops, High Heels, Sportschuhen bzw. barfuß steuern lässt. Die Teilnehmer mussten rasch einem Hindernis ausweichen, eine Not- und eine Zielbremsung sowie ein Einparkmanöver absolvieren. Die Auswertung erfolgte sowohl unter Einbeziehung der subjektiven Einschätzung der Testpersonen als auch mit Hilfe der objektiven Daten eines Sensor-/Video-Messgeräts. Das Fazit ist wenig überraschend:  “Mit offenen, locker sitzenden Schuhen oder barfuß hat man kaum Gefühl für das Pedal – schlimmstenfalls kann man abrutschen und die Kontrolle über das Fahrzeug verlieren”, fasst ÖAMTC-Verkehrspsychologin Marion Seidenberger zusammen. Der Versuch habe ergeben, dass Sportschuhe zum Auto fahren am besten geeignet sind.

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Schlechtes Ergebnis für High Heels, Flip-Flops und Barfußfahren

Besonders den High Heels wurde im Rahmen des Versuchs kein gutes Zeugnis ausgestellt. “Eine dosierte, sanfte Zielbremsung war nicht möglich – der Pedalwiderstand ist durch die starr vorgegebene Fußhaltung und die hohen Absätze nicht mehr spürbar”, so Seidenberger. Auch die Flip-Flops und das Barfußfahren schnitten nicht gut ab: “Bei der Notbremsung lieferten Flip-Flops und das Barfußfahren die schlechtesten Ergebnisse – in beiden Fällen konnte nicht der erforderliche rasche Druck auf die Pedale ausgeübt werden.”

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Strafrechtliche Konsequenzen sind möglich

Im Notfall kann diese mangelhafte Kontrolle schwerwiegende Folgen haben – und sogar rechtliche Konsequenzen mit sich ziehen. Obwohl im Gesetzt keine direkten Verbote für bestimmte Schuhe verankert sind, verlangt es doch, dass sich der Lenker in einem Zustand befindet, in dem er das Fahrzeug sicher beherrschen kann – und das beinhalte auch das geeignete Schuhwerk, wie Seidenberger betont: “Verursacht man mit Flip-Flops einen Unfall bzw. hätten andere Schuhe den Unfall verhindern können, muss mit strafrechtlichen Konsequenzen und Schadenersatzforderungen gerechnet werden.”

Expertin rät zu “Ersatzschuhen” im Auto

Wer im Sommer – verständlicherweise – nicht auf seine Sandalen, Flip-Flops und Co. verzichten möchte, sollte also stets ein Paar fahrtauglicher “Ersatzschuhe” im Auto haben. Aber auch hinsichtlich des Schuhwechsels vor Fahrtantritt mahnt Seidenberger zur Vorsicht: “Die ausgezogenen Schuhe sollten sicher verstaut werden – am besten in Kofferraum oder im Fußraum des Beifahrers. Keinesfalls dürfen sie im Lenkerfußraum liegen, dort können sie sich unter den Pedalen verklemmen”, so die Expertin abschließend.

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