Autowaschanlagen: Gefahr durch Legionellen

Auch von einer simplen Autowäsche kann eine Gefahr für die Gesundheit ausgehen. Das zeigt ein aktueller Fall in der Steiermark.

01.03.2018 Online Redaktion

Die Ursache sind Legionellen, die unter gewissen Bedingungen die gefährliche Legionärskrankheit auslösen können. Welche Anlagen betroffen sind, worauf man bei der Autowäsche diesbezüglich achten sollte und wann Legionellen wirklich gefährlich werden: Das alles erfahrt ihr hier.

Verkeimte SB-Lanzenwaschanlage in der Steiermark

Wegen Verdachts auf Legionellen wurden im Raum Hartberg nun zwei Waschanlagen von der zuständigen Behörde gesperrt, zwei Männer mit der bedrohlichen Legionärskrankheit mussten im Krankenhaus intensivmedizinisch betreut werden. Nachgewiesen wurde das Bakterium im Sprühnebel der SB-Lanzenwaschanlagen. Als weitere Maßnahme wurde bei der Wirtschaftskammer ein Runder Tisch einberufen, um alle Tankstellen- und Waschanlagenbetreiber über die Gefahr aufzuklären.

Auch eine Koordinierungsstelle mit Technikern und Medizinern wurde vom Land Steiermark einberufen, um nun alle betroffenen Anlagen am Markt zu erfassen und über die weitere Vorgehensweise zu beraten. Außerdem werden alle Anlagenbetreiber von den Bezirkshauptmannschaften aufgefordert, die Maßnahmen bekannt zu geben, die aktuell getroffen werden, um eine Verkeimung zu verhindern.

Welche Anlagen sind betroffen? Worauf sollte man bei der Autowäsche achten?

Problematisch können in erster Linie SB-Lanzenwaschanlagen, also die “Freiwaschplätze” sein, da hier am ehesten die Möglichkeit besteht, dass legionellenhaltiges Wasser als Aerosol, also Wassersprühnebel, eingeatmet wird.

Da sich die Bakterien besonders in stehendem Wasser, das zwischen 20 und 50°C warm ist, “wohl fühlen” und vermehren, sind am ehesten jene Anlagen gefährdet, die wenig frequentiert werden. Vergeht zwischen zwei Waschgängen genügend Zeit, entstehen in den Lanzen/Leitungen ideale Bedingungen für eine Vermehrung der Legionellen bis hin zu einer gesundheitsgefährdenden Anzahl.

Daher gilt: Bevorzugt sollten Freiwaschplätze aufgesucht werden, die eine hohe Kundenfrequenz aufweisen. Auch wenn das zu Stoßzeiten bei manchen Standorten zu einer Wartezeit führen kann – aus hygienischer bzw. gesundheitlicher Sicht sind solche Anlagen klar zu bevorzugen.

Eine andere potentielle Gefahr stellen aber auch veraltete Anlagen dar. Wenn diese nicht auf zumindest 60 Grad erhitzt werden, werden gefährliche Bakterienstämme (wie die Legionellen) nicht abgetötet und können sich ungehindert vermehren. Alternativ können die Anlagen auch mit Chlor desinfiziert werden, damit Legionellen keine Chance haben. Im Zweifelsfall sollte vor einer Wäsche der Betreiber befragt werden, wie im konkreten Fall für eine ausreichende Hygiene bzw. Desinfektion gesorgt wird.

Legionellen: Wie und wann werden sie gefährlich?

In geringen Mengen sind die stäbchenförmigen Bakterien fast in jedem Wasser nachzuweisen, sei es in der Dusche, im Meerwasser oder eben in Waschanlagen.

Damit sie für die Gesundheit eine Gefahr werden, müssen aber mehrere Kriterien erfüllt sein.

Vorerst müssen sich die Bakterien ausreichend vermehren können – was wie erwähnt am ehesten in stehendem, warmem Wasser passiert.

Laut derzeitigem mikrobiologischen Erkenntnisstand werden die Legionellen erst dann wirklich zur Gefahr, wenn sie in höherer Konzentration in die Lunge gelangen – beispielsweise beim Duschen, im Whirlpool oder eben auch im Sprühnebel einer SB-Lanzenwaschanlage.

Wird keimhaltiges Wasser hingegen einfach getrunken besteht im Normalfall keine derartige Gefahr.

Die Symptome der Legionärskrankheit

Fieber, Schüttelfrost, Übelkeit, Erbrechen, Gliederschmerzen oder Husten: Die Symptome für die Legionärskrankheit, die durch die Legionellen ausgelöst wird, sind breit gefächert. Unbehandelt kann die Infektion u.a. sogar zu einer Lungen- oder Hirnentzündung führen.

Insgesamt zwölf Arten von Legionellen können für den Ausbruch der Legionärskrankheit sorgen, gefährdet sind in erster Linie Personen, deren Immunsystem bereits beeinträchtigt oder noch nicht voll ausgebildet ist (wie z.B. bei kranken Menschen oder kleinen Kindern).

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