Blau, schwarz oder weiß: So deutet man Abgasfarben richtig

Verbrennungsmotoren produzieren Abgase, die aus dem Auspuff rauchen und im Normalfall kaum sichtbar sind. Bei Verfärbungen der Abgase sollte man aber genauer hinsehen – und die Ursachen dafür kennen, um angemessen reagieren zu können.

19.03.2019 Online Redaktion

Worauf man beim Auspuffrauch achten muss und welche Ursachen verfärbter Rauch haben kann? Hier unser Überblick über Abgasfarben und mögliche Ursachen.

Weißer Rauch aus dem Auspuff

Für weißen Rauch aus dem Auspuff gibt es mehrere Ursachen – nicht alle davon müssen auf einen Defekt hinweisen. Grundsätzlich deutet weißer Rauch aus dem Auspuff auf hohe Feuchtigkeit hin. Weiße Rauch- und Dampfschwaden im Winter sind meist harmlos, sofern dieser Effekt schnell wieder verschwindet. Wird das Auto in warmen Zustand abgestellt und steht es danach längere Zeit in der Kälte, wird beim Abkühlen Kondenswasser aus der Umgebungsluft gezogen – was beim neuerlichen Start für weiße Rauchschwaden sorgt. Das Abgassystem wird durch den heißen Abgasrauch aber rasch wieder getrocknet und der weiße Rauch verschwindet wieder.

Dauerhafter weißer Rauch aus dem Auspuff kann hingegen auf eine defekte Zylinderkopfdichtung hinweisen, denn: Das Kühlsystem durchspült den Motor mit Kühlflüssigkeit, die aus Wasser und Frostschutzmittel besteht. Die Schnittstelle, bei der Kühlsystem und Brennräume eng beieinander liegen, ist die Zylinderkopfdichtung – ist diese durchgebrannt, kann Wasser in die Brennräume gelangen und für (dauerhaften) weißen Rauch sorgen. Ein rascher Austausch der Dichtung ist in dem Fall angesagt.
Schwarzer Rauch durch zu „fette“ Verbrennung

Schwarzer Auspuffrauch

Schwarzer Auspuffrauch ist meist Hinweis auf eine zu „fette“ Verbrennung; das Gemisch kann den Treibstoff nicht mehr vollständig verbrennen – ein Teil der dann verkohlten Kohlenwasserstoffe werden als schwarzer Ruß ausgestoßen. Mögliche Ursachen: Defekte Zündkerzen, die Lambda-Sonde oder auch eine verstellte Zündung. Wird die Ursache für schwarzen Rauch aus dem Auspuff rechtzeitig in der Werkstatt abgeklärt, besteht die Chance auf eine relativ günstige Reparatur.

Blauer Auspuffrauch

Zwar lässt sich mit hoher Wahrscheinlichkeit sagen, dass blauer Rauch aus dem Auspuff auf Öl im Brennraum hinweist – die Ursachen dafür können aber sehr vielfältig sein:

  • Zu viel Öl: Ein zu hoher Ölstand lässt den Druck im Ölsystem steigen – das Öl drückt sich dann an den Kolben vorbei in den Brennraum, wo es schließlich verbrennt und für den typischen blauen Rauch sorgt. Abhilfe schafft hier nur ein ordnungsgemäßer Ölwechsel.
  • Ein häufiger Grund für die „Überdosierung“ ist meist die falsche Ölstandmessung. Wichtig: Der Ölmess-Stab ist so konzipiert, dass er den Ölstand nur in kaltem Zustand korrekt anzeigen kann – bei warm gelaufenem Motor ist das Öl im Motor verteilt, womit ein zu niedriger Ölstand angezeigt wird. Deshalb nach Abstellen des Motors unbedingt 5-10 Minuten warten, bevor der Ölstand kontrolliert wird.
  • Verschlissene Kolbenringe: Blauer Rauch entsteht auch dann, wenn verschlissene Kolbenringe die Kolben zur Wand des Zylinders hin nicht mehr richtig abdichten können. Die Folge: Öl dringt in den Brennraum ein und verbrennt mit der bekannten Folge, also blauer Rauch. Defekte Kolbenringe können relativ einfach mithilfe eines Kompressionstests festgestellt werden – die Reparatur selbst ist aber aufgrund der benötigten Arbeitszeit meist teuer, da der Motor zerlegt werden muss.
  • Eine defekte Zylinderkopfdichtung kann nicht nur für weißen Rauch, sondern auch für blauen Rauch die Ursache sein. Ein möglicher Indikator findet sich unter dem Öldeckel: Zeigt sich dort braun-weißlicher Öl-Schaum, ist eine defekte Zylinderkopfdichtung höchstwahrscheinlich die Ursache.
  • Defekte Ventilschaftdichtungen sind ein weiterer möglicher Grund für blauen Rauch aus dem Auspuff. Diese Dichtungen dichten die Ventile ab und sollen verhindern, dass Öl in den Brennraum gelangt. Eine Reparatur ist zwar auf eigene Faust mit etwas Fachkenntnis möglich – empfohlen wird aber ein Austausch in der Werkstatt, da hier mittels Druckluft ein Austausch gelingen kann, ohne den Zylinderkopf abnehmen zu müssen.
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