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VW Polo: Varianten, Preise, Ausstattung [Modellübersicht]

VW Polo: Varianten, Preise, Ausstattung [Modellübersicht]

Der VW Polo ist seit beinahe 50 Jahren nicht aus dem Straßenbild wegzudenken und begleitete Generationen bei ihren ersten Fahrversuchen.

Online Redaktion
Veröffentlicht am 27.12.2023

Generationen von jungen Autofahrern haben ihre ersten wackligen Kilometer mit einem VW Polo abgespult. Knapp 50 Jahre und sechs Baureihen später begeistert der kleinere Bruder des VW Golf noch immer die Massen. Perfekt für die Stadt und den kleinen Einkauf, aber auch mit passablem Kofferraumvolumen, ist der Polo nicht nur das Zweitauto für die Hausfrau, sondern auch in der Tuningszene beliebt. Ein Stück deutsche Kulturgeschichte – millionenfach verkauft.

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VW Polo: Alle Baureihen

VW Polo I (1975 – 1981)

1975 als sparsame Antwort auf die Ölkrise vorgestellt, fand der dreitürige Kleinwagen mit Schrägheck gleich zahlreiche Anhänger. Sowohl der VW Polo als auch der etwas besser ausgestattete Audi 50 gingen auf einen Prototypen der Klassikermarke NSU zurück. Der anfangs äußerst bescheiden ausgestattete Polo wurde von Benzinmotoren in der Größenordnung zwischen 29 kW (39 PS) und 44 kW (60 PS) angetrieben und bis zur Neuauflage 1981 etwa 754.000 Mal verkauft. 93 Nm Drehmoment waren für das nur 700 kg schwere Fahrzeug völlig ausreichend, erstmals wurde 1977 ein Choke zur Kaltstartanreicherung des Vergasers eingebaut.

1979 folgte ein Facelift mit neuem Kühlergrill und Stoßfängern aus Kunststoff. Der 44 kW (60 PS) starke Polo GT ebnete den Weg in den Motorsport und die Tuningscene, die immer noch stark auf den Polo setzt. Sondermodelle wie der auf 9.000 Stück limitierte Jeans Polo sind heute begehrte Sammlerstücke. Bei Modellstart kostete der VW Polo etwa 9.500 DM (ca. 4.750 Euro).

VW Polo II (1981 – 1994)

Nach sieben Jahr folgte mit dem VW Polo II die Neuauflage, ebenfalls dreitürig, aber mit Steil- oder Schrägheck, die den Höhenflug des Polo erst so richtig einläutete. Die Modellreihe wurde in den VW Werken Wolfsburg, Mosel und Pamplona (Spanien) rund 1,7 Millionen Mal gefertigt. Erstmals wurde die Motorenpalette (Benziner mit 29 kW/40 PS bis 85 kW/115 PS) durch zwei Dieselmotoren mit 33 kW (45 PS) oder 35 kW (48 PS) ergänzt.

Mehrere kleine Facelifts und eine umfassende Modellpflege 1990 gaben dem Polo immer wieder ein neues Gesicht. Bei letzterem wurde auf eckige Scheinwerfer umgestellt und mit dem Polo Stufenheck eine neue Modellvariante vorgestellt. Mit der Ausstattungsvariante „Fox“ wurde nach unten korrigiert, um die bisherige Käfer-Anhängerschaft zu ködern. Uhr, Tageskilometerzähler oder Handschuhfach sucht man im Polo Fox vergeblich. Im Gegenzug galt der Polo G40 mit 85 kW (115 PS), 148 Nm Drehmoment und G-Lader als sportliches Topmodell, das noch heute gerne als Tuningbasis verwendet wird. Preislich startete der Polo II bei etwa 14.000 DM (ca. 7.000 Euro), der Fox kostete 1.000 DM weniger.

VW Polo III (1994 – 2001)

Erstmals als Fünftürer und optional auch mit Automatikgetriebe war der Polo ab 1994 erhältlich. Hinzu kamen 1995 eine „Classic“ genannte Stufenheckversion und eine „Variant“ bezeichnete Kombivariante. Viele Komponenten waren im Golf III und Seat Ibiza II baugleich. 1997 wurde der Polo III technisch überarbeitet. Legendär ist die als „Harlekin“ vermarktete Sonderedition, bei der jedes Karosserieteil in einer anderen Farbe lackiert ist.

Die Motorenpalette wurde nach oben erweitert, unter anderem mit einem 1.6-Liter GTI mit 88 kW (120 PS) sowie einem 1,9-Liter TDI mit 81 kW (110 PS). Die frühen Modelle des Polo III erhielten im NCAP-Crashtest nur drei von fünf möglichen Sternen. Bei den Modellen nach Modellpflege (ab 1999) wurde sicherheitstechnisch nachgerüstet, was in vier von fünf Sternen mündete. Die Motoren legten leistungstechnisch zu, aber auch preislich verzeichnete der Polo III einen deutlichen Sprung auf mindestens 18.300 DM (9.150 Euro).

Polo IV (2001 – 2009)

Mit der vierten Generation kehrten an der Front die runden Scheinwerfer zurück, mit zwei kleineren Nebelscheinwerfern direkt daneben. Der Polo IV steht auf der gleichen Plattform wie der Seat Ibiza, Seat Cordoba und Škoda Fabia. Größentechnisch erreicht er beinahe die Abmessungen des Golf II. Bei den Motoren wurde der GTI eingespart, der größte Benzinmotor war der 1,4-Liter mit 74 kW (101 PS). Auch die Diesel-Palette wurde gestrafft, vom 1,9-SDI mit 47 kW (64 PS) bis zum 1,9-TDI mit 96 kW (130 PS).

Mit der Modellpflege 2005 wurden die beiden zuvor noch getrennten Scheinwerferpaare vereint und der V-förmige Konzern-Wappengrill übernommen. Die Technik blieb überwiegend gleich. Mit dem Sondermodell „CrossPolo“ erhielt der Polo eine dezente SUV-Optik. Ab 2006 wurde auch wieder die GTI-Variante mit einem 1,8-Liter Turbolader mit 110 kW (150 PS) angeboten. Die Preise machten einen neuerlichen Sprung und starteten bei etwa 11.300 Euro, für den GTI waren 2006 etwa 19.000 Euro fällig.

Polo V (2009 – 2017)

Die fünfte Generation des Polo wurde optisch dem Golf angepasst und war als Fünf- und Dreitürer erhältlich. Erstmals wurden alle fünf Sterne beim NCAP-Crashtest erzielt. Die Plattform teilt sich der Polo V mit dem Audi A1 und dem Seat Ibiza. Erstmals enthielt die Ausstattung ein Radio-Navigationssystem mit Touchscreen-Bedienung sowie optionale Xenon-Scheinwerfer mit Kurvenlicht und LED-Tagfahrlicht. 2014 erfolgte ein Facelift mit Änderungen bei Front- und Heckschürze sowie eine Abgaswert-Optimierung der Motoren. CrossPolo und GTI waren ebenfalls erhältlich.

Bei den Motoren wurde die „BlueMotion“-Technologie eingeführt. Erstmals waren mit „BiFuel“ auch zwei Benzin/Gas-Hybridmotoren erhältlich, die aber bereits 2014 wieder ausliefen. 2012 wurde anlässlich der Rückkehr in die Rallye-Weltmeisterschaft mit dem Polo R WRC Street ein auf 2.500 Stück limitiertes Sondermodell als Straßenversion des Rallyeautos R WRC vorgestellt.

Polo VI (seit 2017)

Die seit 2017 erhältliche Generation des Polo hat eine deutlich erwachsenere Optik und wird nur mehr als Fünftürer angeboten – seit 2020 auch nur mehr mit Benzinmotoren, die beispielsweise im GTI bis zu 252 kW (207 PS) leisten. 2021 erhielt der Polo VI eine Modellpflege mit neuem VW-Logo, Update auf den Modularen Infotainment-Baukasten sowie neuen Ausstattungslinien.

Preise

In Österreich kostet der Polo der aktuellen Generation ab 18.490 Euro in der Ausstattungsvariante „4Me“, für den leistungsstarken GTI ist mit 38.690 Euro mehr als doppelt so viel zu berappen. Dafür gibt es 5-Sterne-Sicherheit und bewährte Motorenkonzepte.

Aktuelle Infos und Preise zum VW Polo findet ihr auf der Herstellerseite.

Häufig gestellte Fragen zum VW Polo

Seit wann wird der VW Polo gebaut?

Der VW Polo wird seit 1975 durchgehend gebaut, aktuell in der bereits sechsten Modellgeneration.

Wo wird der VW Polo gebaut?

Die aktuelle Generation des VW Polo wird im spanischen Pamplona und im südafrikanischen Uitenhage gebaut.

Welches Volumen hat der Kofferraum des VW Polo?

Als Kleinwagen fällt das Kofferraumvolumen der aktuellen Generation mit 351 Litern (305 Liter im GTI) bei aufgeklappter Rückbank bzw. 1.125 Litern (1.079 Liter im GTI) bei umgeklappter Sitzbank ganz ordentlich aus.

Was ist der „bunte Polo“?

Mit dem Sondermodell „Harlekin“ wurde 1994 ein Modell verkauft, bei dem jedes Karosserieteil in einer von vier verschiedenen Farben lackiert war. Zuerst nur für Werbezwecke konzipiert, ging das Modell in Serie und wurde 3.806 Mal verkauft.

Fazit

Der VW Polo ist unkaputtbar. Seit 1975 durchgehend in der bereits sechsten Generation gebaut, ist er ein mindestens so großer Klassiker wie der Golf, mit der klaren Zielgruppe der Jungen, Fahranfänger und Zweitautofahrer. Preislich hat er über die Jahre überdurchschnittlich zugelegt, dafür wurde die Ausstattung von spartanisch auf klassenüblich hochgerüstet. Bei der Motorisierung ist für jeden etwas dabei, vom kreuzbraven 1,0-Liter-Benziner bis zum rassigen GTI. Wer das Unauffällige und Bewährte schätzt, wird mit dem Polo glücklich werden.