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Der Ford Mustang (Baujahr 1965 und 2018).

Ford Mustang: Die Geschichte der Ikone [Modellübersicht]

Der Ford Mustang ist eine Ikone: seit 1964 durchgehend gebaut, hat sich kaum ein anderes Auto derart oft neu er- und so viele Anhänger auf der ganzen Welt gefunden.

Zuletzt aktualisiert am 21.10.2022

Ursprünglich als sportliches und leistbares Familienauto konzipiert, hat der Ford Mustang über die Jahre deutlich an Leistung zugelegt und ist heute ein reinrassiger Sportwagen. Mit der Vorstellung seines ersten vollelektrischen Modells unter dem Namen Mustang hat Ford viel Mut bewiesen – und die Weichen gestellt in eine elektrische Zukunft des Pony-Cars.

Die Baureihen des Ford Mustang

Generation 1 (1964 – 1973)

1964 wurde der Ford Mustang auf der Weltausstellung in New York erstmals der Öffentlichkeit präsentiert – und avancierte angesichts des günstigen Preises von gerade mal 2.320 Dollar schnell zum Verkaufsschlager. Bereits am ersten Verkaufstag wurden 22.000 Bestellungen verzeichnet. Sein Markenzeichen – das galoppierende Pferd – prägte eine eigene Fahrzeugklasse, die „Pony-Cars“. Nach dem Urmodell mit Stufenheck folgte eine Serie von Varianten wie das Indy-Car-Sondermodell, die Schrägheck-Variante oder der Mach 1. Bis zum Jahr 1973 wuchs der Mustang auf die Größe eines Mittelklassewagens. Die (erste) Zusammenarbeit mit Rennsportlegende Carroll Shelby brachte mit dem Shelby GT350 und dem GT500 zwei absolute Autolegenden hervor, die heute heiß begehrt und äußerst wertvoll sind. In vielen Hollywood-Filmen wurde den Mustangs und Shelbys der ersten Generation ein filmisches Denkmal gesetzt.

Lee Iacocca präsentiert den 1965er Ford Mustang, im Rahmen der Weltausstellung 1964 in New York.
Lee Iacocca präsentiert den 1965er Ford Mustang, im Rahmen der Weltausstellung 1964 in New York. © Bild: Werk

Generation 2 (1974 – 1978)

Zum Ende der ersten Generation hin wurde der Mustang seinem Erfinder Lee Iacocca zu wuchtig – das 1971er Modell hatte er sogar mal als „fettes Schwein“ bezeichnet. Die neue Generation sollte zu den kompakten Wurzeln zurückfinden. Ergebnis war ein deutlich kürzerer und schmälerer Mustang, der 1974 gerade mal 85 PS hatte und dessen Design die Mustang-Community heute eher verschmäht. In Zeiten des Ölembargos der OPEC und den rasant steigenden Benzinpreisen war die Verkleinerung dennoch die richtige Wahl. Der 1974er Mustang II wurde sogar zum Auto des Jahres gewählt und über 1,1 Millionen mal verkauft. Dennoch kehrte man schon 1975 zum V8 zurück, mit dem „King Cobra“ von 1977 auch zu einer echten Hochleistungsmaschine.

Generation 3 (1979 – 1993)

Ende der 1970er war europäisches Autodesign der letzte Schrei. Also erhielt der Mustang eine abgeschrägte Fahrzeugfront und eine niedrigere Motorhaube. Selbst das Markenzeichen – das galoppierende Pferd – wurde durch ein simples Ford-Emblem ersetzt. Das neue Design ging als „Fox Body“ in die Mustang-Geschichte ein und verkaufte sich deutlich besser als die klobigen Modelle der zweiten Generation. Sondermodelle wie das Cabriolet, ein Modell mit Turbolader, eine Cobra-Version sowie die hochgezüchteten Rennsportmodelle von Saleen ließen die Erfolgsstory wieder aufleben.

Der Ford Mustang war auch zu Gast in unserer Kaufberatung.

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Der Mustang definierte eine neue Dimension von Fahrfreude, durchlief Höhen und Tiefen, ist aber mittlerweile wieder ganz bei sich selbst. © Bild: Andreas Riedmann

Generation 4 (1994 – 2004)

Gegen das zunehmend europäische Design und die geplante asiatische Technik (Ford wollte den Mustang auf eine Mazda-Plattform mit Frontantrieb stellen) regte sich bei den Mustang-Fans in den späten Achtzigern immer mehr Widerstand. Also wurde der Fox Body überarbeitet und unter dem Codenamen „SN-95“ 1994 neu aufgelegt. Klassische Mustang Designelemente wie das galoppierende Pferd im Kühlergrill kehrten zurück. Die Motoren wurden mit Turboladung auf bis zu 390 PS hochgepusht. Die Cobra-Modelle der Jahre 1999-2004 waren die ersten Mustangs mit Einzelradaufhängung hinten. Sondermodelle wie der Bullitt GT (2001) sowie der Mach 1 von 2003/04 schraubten die Verkaufszahlen zum Ende der Baureihe hin nochmals in die Höhe.

Generation 5 (2005 – 2014)

2005 war Schluss mit dem europäischem Design der Generationen 3 und 4, und der Mustang kehrte zur typisch amerikanischen, wuchtigen Figur zurück. Der maulartige Kühlergrill, herausgehobene Hauptscheinwerfer und ausmodellierte Flanken markieren für viele Mustang-Fans den „wahren“ Mustang – das bullige Sportcoupé mit dem Codenamen „S197“. Auch Shelby kehrte zurück auf die Bühne: 2007 wurde mit dem Shelby GT500, der 500 PS aus einer 5,4-Liter-V8-Maschine mit Kompressoraufladung herausholte, ein echtes Kultauto vorgestellt. Der GT500 von 2012 leistete sogar satte 662 PS! Der bis dato stärkste Mustang, der jemals gebaut wurde.

Aktuelle Testberichte zum Ford Mustang findet ihr mit unserer Testberichtsuche.

Generation 6 (2015 – 2022)

Pünktlich zum 50. Geburtstag des Mustang erschien mit dem „S550“ eine völlige Überarbeitung des Pony-Car. Klassische Designelemente wie das schräge Heck, der ovale Kühlergrill und die Dreifachrückleuchten trafen auf modernste Technologie. Erstmals verbaute Ford neben den V8- und V6-Motoren auch einen 2,3-Liter-Vierzylindermotor („EcoBoost“) – in den USA sehr beliebt, in Europa verachtet. Die limitierten Editionen „50 Year Limited Edition“ und „55 Year Limited Edition“ sind begehrte Sammlerobjekte. 2016 – 2018 steuerte Shelby mit dem GT350 sowie dem GT350R eigene Rennsporteditionen bei.

Der Ford Mustang.
© Bild: Andreas Riedmann

Sondermodell: Mach 1

Sondermodelle wie der Mach 1 oder der California Special wurden zum Ende der Baureihe vorgestellt, um den Absatz nochmal anzukurbeln. Aktuell sind Mustang-Modelle der sechsten Generation mit V8-Motor und 460 PS ab etwa 76.400 Euro erhältlich – allerdings nur noch als Lagerfahrzeug. Gebaut wird der S550 für Europa nicht mehr. In den letzten Jahren haben Mustang-Käufer aufgrund der Anhebung der Normverbrauchsabgabe in Österreich eine deutliche Preissteigerung hinnehmen müssen.

Ford Mustang Mach 1.
Ford Mustang Mach 1. © Bild: Andreas Riedmann

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Mustang Mach-E (ab 2021)

Zusätzlich zu den Verbrenner-Modellen hat Ford 2021 ein vollelektrisches SUV-Crossover unter dem Markennamen „Mustang“ und mit deutlichen Designreferenzen zur Sportwagen-Ikone vorgestellt, das bei Mustang-Enthusiasten einen Sturm der Entrüstung ausgelöst hat. Ein „wahrer Mustang“ könne doch nicht elektrisch sein! Damit hat Ford viel Mut bewiesen, der sich aber bezahlt macht: der in Mexiko gebaute Mach-E verkauft sich in den USA und in Europa wie warme Semmeln. In den USA hat man bereits zu Tesla aufgeschlossen! Mit bis zu 600 Kilometern Reichweite bei zwei Batterievarianten und satten 487 PS in der GT-Version ist der Mach-E eine echte Alternative zu Tesla und Co. Mit Preisen zwischen 61.900 und 85.500 Euro lässt sich Ford die elektrische Mustang-Zukunft aber gut bezahlen.

Ford Mustang Mach-E.
Großer Name, gleiches Pferd, sehr anderes Auto: Ford Mustang Mach-E. © Bild: Andreas Riedmann

Aktuelle Testberichte zum Ford Mustang Mach-E findet ihr mit unserer Testberichtsuche.

Generation 7 (ab 2023)

Die fundamentalen Veränderungen in der Autowelt sind auch am Mustang nicht spurlos vorübergegangen. Im Vorfeld der Vorstellung der neuen Generation des Mustangs im September 2022 machten zahlreiche Gerüchte um Hybrid-, vollelektrische oder sogar wasserstoffgetriebene Versionen die Runde. Ford hat alle Lügen gestraft – der „S650“ ist das, was er immer war: ein leistungsstarker Sportwagen mit V8-Motor – zumindest bis zur nächsten Generation. Das Design wurde im Vergleich zur sechsten Generation nur minimal angepasst, lediglich das durchgehende Digitaldisplay im Cockpit weist auf eine zukunftsorientierte Technik hin. Mit der „Black Horse“ Rennsportedition wurde ein ikonisches Statement gesetzt, das jetzt schon großes Kultpotential besitzt. Der „Gen7“ wird in Österreich ab Herbst 2023 erhältlich sein.

Aktuelle Infos und Preise zum Ford Mustang findet ihr auf der Herstellerseite.

Häufig gestellte Fragen zur MARKE MODELL

Wie lange wird der Ford Mustang schon gebaut?

Der Ford Mustang wurde im April 1964 auf der Weltausstellung in New York erstmals vorgestellt und wird seither durchgehend gebaut – ab 2023 in der bereits siebenten Baureihen-Generation.

Was war der stärkste Mustang, der je gebaut wurde?

Der stärkste, jemals für die Straße zugelassene Mustang wurde 2022 vorgestellt: der Shelby GT500KR („King of the Road“) leistet mit einem 5,2-Liter-V8-Motor 900 PS. Das Modell ist auf 225 Stück limitiert.

Ist der vollelektrische Mustang Mach-E ein „echter“ Mustang?

Darüber gehen die Meinungen auseinander. Mit dem Mach-E hat Ford zumindest einen Ausblick gegeben, wie die elektrische Zukunft des Mustangs aussehen wird. Einige Elemente des Mach-E wurden bereits in die siebente Verbrenner-Generation des Sportwagens übernommen. Dem Markenversprechen entspricht der Mach-E jedenfalls voll: hoher Showfaktor bei hoher Zuverlässigkeit und Performance.

Fazit

Wer einen Mustang fährt, fährt eine Auto-Ikone, egal ob es ein 58 Jahre altes Schmuckstück oder ein Neuwagen ist. Kaum ein anderes Automodell wurde so lange durchgehend gebaut und hat eine derart treue Fangemeinde aufgebaut. Mit der kürzlich vorgestellten siebenten Generation feiert Ford noch ein letztes Mal amerikanisches V8-Feeling ab, bevor neue Verbrenner-Modelle in wenigen Jahren der Vergangenheit angehören werden. Mit dem vollelektrischen Mustang Mach-E hat Ford aber bereits 2021 bewiesen, dass man elektrische Zukunft ebenfalls kann.