So funktioniert das Vormerksystem in Österreich

Das Österreichische Vormerksystem kennt 13 Vormerkdelikte, die im Führerscheinregister eingetragen werden. Die Delikte und Konsequenzen im Überblick.

14.09.2015 Online Redaktion

Seit dem 1. Juli 2005 gilt in Österreich das so genannte Vormerksystem (der sogenannte Punkteführerschein). Dieses kennt 13 Vormerkdelikte, die im Führerscheinregister eingetragen werden. Beim ersten Vergehen bleibt es bei einer Vormerkung, beim zweiten werden Maßnahmen gesetzt (z.B. Nachschulungen angeordnet). Beim dritten Vormerkdelikt wird dem betroffenen Lenker der Führerschein für mindestens 3 Monate entzogen.

Wie lange gilt die Vormerkung?

Die erste Vormerkung im Führerscheinregister bleibt für 2 Jahre bestehen. Begeht der betroffene Lenker innerhalb dieses Zeitraumes kein weiteres Delikt, verfällt die Vormerkung. Wir während der 2 Jahre allerdings ein weiteres Vormerkdelikt eingetragen, verlängert sich der Beobachtungszeitraum auch für die erste Vormerkung auf 3 Jahre.

Die Vormerksystem-Delikte in Österreich:

  • Lenken oder Inbetriebnahme eines Kfz mit einem Blutalkoholgehalt von 0,5 bis 0,79 Promille. Zusätzlich zur Vormerkung droht eine Geldstrafe von 300 bis 3.700 Euro.
  • Lenken oder Inbetriebnahme eines Kfz mit einem Blutalkoholgehalt von 0,1 bis 0,49 Promille bei Lenkern der Klassen C und D. Zusätzlich zur Vormerkung droht eine Geldstrafe von 36 bis 2.180 Euro (Klasse C) bzw. 363 bis 2.180 Euro (Klasse D).
  • Gefährdung eines Fußgängers am Schutzweg.  Zusätzlich zur Vormerkung droht eine Geldstrafe von 72 bis 2.180 Euro.
  • Überfahren einer Stopptafel, wenn dadurch vorrangberechtigte Verkehrsteilnehmer zu riskanten Manövern (plötzliches Bremsen, Ausweichen) gezwungen und so gefährdet werden.  Zusätzlich zur Vormerkung droht eine Geldstrafe bis zu 2.180 Euro.
  • Überfahren einer roten Ampel, wenn dadurch andere Verkehrsteilnehmer gefährdet werden.  Zusätzlich zur Vormerkung droht eine Geldstrafe bis zu 2.180 Euro.
  • Befahren des Pannenstreifens, wenn dadurch Einsatzfahrzeuge behindert werden. Bei der Bildung einer Rettungsgasse ist das Befahren des Pannenstreifens aber erlaubt! Zusätzlich zur Vormerkung droht eine Geldstrafe bis zu 2.180 Euro.
  • Die Beförderung unerlaubten Gefahrguts in Tunnelanlagen – Verstoß gegen die Tunnelverordnung oder die Bestimmungen zur Gefahrgutbeförderung. Zusätzlich zur Vormerkung droht eine Geldstrafe bis zu 726 Euro.
  • Falsches Verhalten an Eisenbahnkreuzungen, z.B.: Befahren der Kreuzung trotz Schranken und/oder akustischer/optischer Warnsignale, Befahren der Kreuzung, obwohl aufgrund der Verkehrssituation ein vollständiges Übersetzen eventuell nicht möglich ist. Zusätzlich zur Vormerkung droht eine Geldstrafe bis zu 726 Euro
  • Lenken eines Kfz, dessen technischer Zustand oder Beladung eine Gefährdung für andere Verkehrsteilnehmer darstellt. Zusätzlich zur Vormerkung droht eine Geldstrafe von 72 bis 2.180 Euro.
  • Falsche Sicherung eines mitfahrenden Kindes. Zusätzlich zur Vormerkung droht eine Geldstrafe bis zu 5.000 Euro.
  • Zu geringer Sicherheitsabstand zwischen 0,2 und 04 Sekunden. Zusätzlich zur Vormerkung droht eine Geldstrafe bis zu 726 Euro. Ist der Sicherheitsabstand noch geringer als 0,2 Sekunden, wird der Führerschein für mindestens 6 Monate entzogen.

Neben den Vormerkdelikten gibt es in Österreich auch noch die so genannten Führerscheinentzugsdelikte und Verwaltungsstrafen.

  • Yamal T

    Die richtige Sicherung von Kindern dürfte sich im Taxigewerbe und bei den Wiener Linien noch nicht herumgesprochen haben. Insbesondere in Autobussen kugeln die Passagiere schon bei stärkeren Bremsmanövern hilflos durch den Fahrgastraum. Auch Hunde werden oftmals noch immer nicht angegurtet bzw ohne Hundetransportbox respektive Trenngitter transportiert.

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