Dieses Auto besteht … aus Hanf!

Inspiriert von Henry Ford baute der Amerikaner Bruce Dietzen sein eigenes Auto – aus Hanf, Harz und einem Mazda-Chassis.

16.06.2016 Online Redaktion

Was an diesem Auto so besonders ist, ist auf den ersten Blick gar nicht zu erkennen. Wie so oft, geht es um die inneren Werte: Das Fahrzeug besteht zu einem nicht unerheblichen Teil aus Hanf.

100 Pfund Hanf und Harz

„Sie denken vielleicht, dass es aussieht wie ein Auto aus Carbon oder gar aus Stahl“, erklärt Bruce Dietzen, Besitzer und Erbauer des ungewöhnlichen Gefährts. „Wenn man es berührt, denkt man, „Oh, das ist Carbon!“ Aber das ist es nicht. Wir haben 3 Lagen gewobene Hanffasern verwendet. So wurde es starr genug, um seine Form zu behalten.“ Insgesamt 100 Pfund Hanf wurden mit Harz zur Karosserie des „Canna Cars“ verarbeitet. Dieses Material ist nicht nur leicht, sondern weist auch andere Qualitäten auf: „Es bekommt nicht so leicht Dellen wie Stahl“, erklärt Dietzen. „Das werde ich gleich zeigen.“ Gesagt, getan: Wenn der DIY-Autobauer leidenschaftlich mit der Faust auf die Motorhaube hämmert, bleiben tatsächlich keinerlei Spuren zurück.

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© Bild: YouTube

200.000 Dollar

Für die Fertigung seines Spezialfahrzeugs investierte der Amerikaner etwa 200.000 Dollar. Als Grundlage für das grünste rote Auto verwendete Dietzen das Chassis eines Mazda MX-5. Sollte es seine Konstruktion in die Serienproduktion schaffen, hofft der ehemalige Dell-Manager aber, mit seiner Firma Firma Renew Sports Cars das komplette Fahrzeug aus Hanf herstellen zu können. Über den Preis macht das Unternehmen keine Angaben – angeblich kostet ein Einstiegsmodell nur „wenige tausend Dollar mehr als ein durchschnittlicher Neuwagen.“ Interessenten werden gebeten, direkt mit Renew Kontakt aufzunehmen.

Hanf für gutes Klima

Als Inspiration für sein Cannabis-Car diente Dietzen niemand geringerer als Henry Ford, der bereits in den 1940er Jahren mit Hanf als Baumaterial für Fahrzeuge und als Treibstoff experimentiert hatte und 1941 das so genannte „Hemp Car“ präsentierte. „Ford wollte den Menschen zeigen, dass man alles aus Pflanzen machen kann“, so Dietzen. Er will nun dort ansetzen, wo Ford vor 55 Jahren aufgehört hat und Hanf als unverzichtbaren Werkstoff in der Automobilindustrie etablieren. Auch der Kraftstoff soll künftig aus der Power-Pflanze gewonnen werden. „Derzeit können wir vielleicht nicht zur nächsten Tankstelle fahren und sagen, „einmal Cannabis-Treibstoff, bitte.“ Wir müssen warten, bis die großen Treibstoff-Konzerne damit beginnen, das Richtige zu tun“, so Dietzen. Aktuell sei sein Hanf-Auto also noch ein symbolisches Produkt; „aber ich denke, dass in Zukunft immer mehr Firmen realisieren werden, dass wir Dinge aus Pflanzen herstellen müssen, um den Klimawandel aufzuhalten.“

Auf der Straße und im TV

Dietzen lebt im US-Bundesstaat Florida, wo Hanfanbau nach wie vor illegal ist. „Ich musste die geflochtenen Fasern aus China importieren weil wir hier noch nicht einmal über die Möglichkeit verfügen, ein solches Gewebe herzustellen.“ Dietzen will sich dafür einsetzen, den Anbau sowie den Einsatz von Hanf sowohl für ökologische als auch für medizinische Zwecke landesweit zu legalisieren und voranzutreiben. Um sowohl mit seinem Auto, als auch mit seinem Anliegen ein breiteres Publikum erreichen zu können, arbeitet er derzeit auch an einer Fernsehserie namens „Hempsters Cannabis Car Tour“.

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