Selbst-überfahrender Volvo rammt Zuseher bei Präsentation

Ein Volvo-Sprecher verteidigt das Auto in einem Statement – „derartige Tests nie mit echten Menschen durchführen!“

29.05.2015 Online Redaktion

Vergangene Woche veröffentlichte der Blog „Remolacha“ ein Video mit dem Titel „Unfall mit einem selbst-stoppenden Auto“. Ein silberner Volvo XC60 habe bei einem Event in der Dominikanischen Republik selbständig einparken sollen, berichtet der Blog. Das Vorhaben schlug anscheinend fehl, und das Video zeigt, wie der Volvo einen Zuseher rammt, der sich merkwürdigerweise nicht von der Stelle bewegt, als der Volvo auf ihn zurast. Vermutlich hatte er angenommen, der Volvo würde für einen extra dramatischen Vorführ-Effekt wie von Zauberhand erst 2 Zentimeter vor dem Zusammenprall zum Stehen kommen. Was er allerdings nicht tat.

Der Volvo war nicht schuld

Die amerikanische Website Fusion  bat Volvo um eine Erklärung für das Video. Immerhin wird der kurze Clip im Internet so präsentiert, als würde er eine grobe Fehlfunktion der Fußgängererkennung des XC60 zu zeigen. Dementsprechend wurde der Volvo auf diversen Blogs auch als autonome Killermaschine dargestellt. In seiner Antwort auf die Anfrage von Fusion bemühte sich Volvo-Sprecher Johan Larsson, das Image des XC60 zu retten und die Situation richtig zu stellen: Das Video sei falsch betitelt, der XC60 versuche gar nicht, selbst einzuparken. „Es scheint, als wollten die Personen die Fußgängererkennung und den Notbremsassistenten vorführen“, schrieb Larsson in einem E-Mail an Fusion. „Leider scheint es aber einige Probleme mit der Art und Weise, wie dieser Test durchgeführt wurde, gegeben zu haben.“

Keine Fußgängererkennung

Es mache den Anschein, als hätten die Käufer des Volvo nicht für das Fußgängererkennungs-System bezahlt. Der Wagen war also vermutlich gar nicht mit dem System ausgestattet, das die Personen in dem Video vorführen wollten. „Das Fußgängererkennungs-System wird als separates Package verkauft“, so Larsson. „Der XC60 verfügt serienmäßig nur über „City Safety“. Dieses System kommt im Stop-and-Go-Verkehr zum Einsatz und verhindert das Auffahren auf ein anderes Fahrzeug bei niedriger Geschwindigkeit, bzw. bei unter 30 Meilen pro Stunde.“

„Derartige Tests nie mit Menschen durchführen“

Aber auch wenn der Volvo in dem Video mit dem Fußgängererkennungs-System ausgestattet gewesen wäre, hätte er die Zuschauer in der Situation, die in dem kurzen Video gezeigt wird, vermutlich trotzdem gerammt. „Die Fußgängererkennung wäre vermutlich dadurch deaktiviert worden, dass der Fahrer absichtlich und aktiv beschleunigt hat“, so Larsson. Und überhaupt: „Volvo empfiehlt, derartige Tests nie mit echten Menschen durchzuführen.“ Also auf gut Deutsch: „Bitte benehmt euch vernünftig – auch, wenn das euer Auto rein theoretisch für euch übernehmen könnte.“ Soll in diesem Fall heißen: Weicht aus, wenn ein Auto auf euch zurast – und versucht nach Möglichkeit auch, nicht mit Absicht jemanden zu rammen.

Zuseher sind „verletzt aber okay“

Dem Blog „Remolacha“, auf dem das Video das erste Mal zu sehen war, zufolge sind die Zuseher, die der vorgeblichen künstlichen Intelligenz des Volvo wider ihrer Instinkte blind vertraut haben, übrigens „verletzt aber okay.“

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