Vibrationen am Lenkrad: Mögliche Ursachen und Folgen

Vibrationen am Lenkrad, die während der Fahrt deutlich zu spüren sind, sollten ernst genommen werden. Andernfalls drohen teure Folgeschäden.

25.01.2018 Online Redaktion

Häufige Ursachen und mögliche Folgen, wenn Vibrationen am Lenkrad nicht auf den Grund gegangen wird, hier im Überblick.

Vibrationen am Lenkrad = Probleme bei der Lenkung?

Die erste Schlussfolgerung bei Vibrationen am Lenkrad ist häufig: Es gibt ein Problem mit der Lenkung. Tatsächlich liegen die Probleme aber meist an anderen Stellen, wie etwa bei der Bereifung oder auch beim Fahrwerk.

Unwuchte Räder

Einer der häufigsten Ursachen für ein “zitterndes” Lenkrad sind unwuchte Räder. Ein typisches Merkmal für eine solche Unwucht: Die Intensität der Vibrationen am Lenkrad ist je nach Fahrgeschwindigkeit unterschiedlich. Das Zittern nimmt in der Regel mit höherer Geschwindigkeit zu, immer wieder zu beobachten ist in dem Fall aber auch der Effekt, dass die Vibrationen ab dem Überschreiten einer gewissen Geschwindigkeit wieder abnehmen.

Egal ob leichte oder starke Vibrationen: Die Gefahr von unwuchten Rädern sollte nicht unterschätzt werden, da auch viele Bauteile des Fahrzeuges darunter leiden. Auch die Stabilität, besonders in den Kurven, ist damit nicht mehr gegeben – das Fahrzeug kann “ausbrechen”.

Gelöst werden kann dieses Problem nur in einer Werkstatt mit entsprechender Ausrüstung. Die Räder werden dort ausgebaut, auf Unwucht getestet und durch das Anbringen von Ausgleichgewichten wieder austariert.

Reifen richtig auswuchten

Reifen mit ungleichmäßigem Profil

Auch das Profil der Reifen kann für das Vibrieren am Lenkrad verantwortlich sein. Ungleichmäßig abgefahrene Reifen machen sich durch ein “unruhiges” bzw. zitterndes Lenkrad bemerkbar und können außerdem auf ein nicht korrekt eingestelltes Fahrwerk hinweisen.

Auch hier gilt: Keine Zeit verlieren und ab in die Werkstatt – um aus einem kleinen Problem kein großes (und teures) werden zu lassen.

Probleme am Fahrwerk oder an der Lenkung

Wenn unwuchte Räder oder einseitig abgefahrene Reifen als Ursache ausgeschlossen werden können, können mitunter auch Probleme am Fahrwerk für das Vibrieren verantwortlich sein. So können defekte Stoßdämpfer der Grund dafür sein, aber auch die Lenkung und deren Komponenten können als Ursachen ausgemacht werden. Eine andere Möglichkeit ist, dass das Domlager, welches das Federbein mit der Karosserie verbindet, defekt ist und getauscht werden muss.

Schlecht angezogene Radmuttern/Radbolzen

Eine weitere Ursache für Lenkradvibrationen ist so naheliegend wie einfach: Radmuttern/Radbolzen, die etwa beim Reifenwechsel nicht richtig angezogen wurden. Diese Ursache kann selbst mithilfe eines Drehmomentschlüssels überprüft und ausgeschlossen werden. Wichtig bei jedem Reifenwechsel: Die Radnabe und die Rückseite der Felge sollte im Bereich des Mittenzentrierloches gesäubert werden, am besten mit einer Drahtbürste, um wirklich alle Verschmutzungen sicher beseitigen zu können.

Lenkrad vibriert beim Bremsen

Weitere mögliche Ursachen

Wenn die oben genannten Ursachen ausgeschlossen werden können, gibt es noch eine ganze Reihe andere Umstände, die für ein zitterndes Lenkrad sorgen können, wenngleich diese im Vergleich eher weniger häufig der Grund dafür sind.

  • So kann etwa bei Fahrzeugen mit hydraulischer Servounterstützung das Vibrieren auch mit einem zu geringen Servo-Ölstand zusammenhängen, auch eine mangelnde Entlüftung (über das Überdruckventil, das bei vollem Lenkeinschlag öffnet) der Servolenkung kann den Ausschlag geben.
  • Genauso kann aber auch etwa ein schwergängiger oder ausgeschlagener Spurstangenkopf (verbindet die Lenkhebel an den Achsschenkeln mit dem Lenkgetriebe) als Ursache in Frage kommen. Lest hier, wie man eine verstellte Spur erkennt.
  • Tritt die Vibration am Lenkrad hingegen nur beim Bremsen auf, ist es wahrscheinlicher, dass die Bremsscheiben verzogen sind.

Fazit

Wichtig: Die Suche nach der tatsächlichen Ursache für ein vibrierendes Lenkrad kann langwierig und mühsam sein. Für die Langlebigkeit des Fahrzeuges und die Fahrsicherheit ist es jedoch enorm wichtig, dass das Problem erkannt und behoben wird. Dabei wird man in vielen Fällen um einen Werkstatt-Termin nicht herumkommen – je früher, umso günstiger wird die Behebung des Mangels ausfallen.

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