
Section Control (Abschnittskontrolle) in Österreich
Wie funktioniert die Section Control und wo wird in Österreich mit diesem System kontrolliert? Alle Infos gibt’s hier im Überblick.
Die Section Control – zu Deutsch Abschnittskontrolle – ist ein System zur Geschwindigkeitsüberwachung im Straßenverkehr, bei dem die Durchschnittsgeschwindigkeit auf einem längeren Abschnitt gemessen wird. Seit 20 Jahren gibt es die Section Control in Österreich.
Wie funktioniert die Section Control?
- Bei der Einfahrt in einen überwachten Abschnitt werden das Kennzeichen und die genaue Uhrzeit registriert, ebenso bei der Ausfahrt.
- Unter Berücksichtigung der zurückgelegten Strecken wird anhand der beiden Zeitstempel die Durchschnittsgeschwindigkeit ermittelt, mit der das Fahrzeug den Abschnitt passiert hat.
- Wurde das Tempolimit nicht überschritten, werden die Daten laut ASFINAG umgehend gelöscht.
- Überschreitungen werden von der Polizei gespeichert, ausgewertet und an die Bezirkshauptmannschaft bzw. das Magistrat zur Strafverfolgung weitergeleitet.
Über eine Messstreckenlänge ab zwei Kilometern kann jede Anlage mehrere Fahrspuren erfassen und bei der Messung zwischen Pkw, Lkw und Bussen unterscheiden.
Die Kosten für die stationäre Section Control beziffert die ASFINAG mit rund einer Millionen Euro pro Anlage.
Section Control in Österreich
Im Jahr 2003 hat die ASFINAG die erste stationäre Section-Control-Anlage des Landes in Betrieb genommen, im Kaisermühlentunnel auf der A 22 Donauuferbahn. Inzwischen sind fünf stationäre Anlagen hinzugekommen.
Stationäre Section-Control-Anlagen
Jeder kontrollierte Autobahn- und Schnellstraßenabschnitt ist mit einem Section-Control-Beginn und -Ende Schild gekennzeichnet. Derzeit gibt es sechs aktive, stationäre Abschnittskontroll-Anlagen in Österreich:
- Tunnel Kaisermühlen, A 22 Donauuferautobahn: Tempokontrolle in beiden Tunnelröhren auf einer Länge von über zwei Kilometern.
- Wechselabschnitt Krumbach-Grimmenstein, A 2 Südautobahn: Tempokontrolle in Fahrtrichtung Wien auf einer Länge von rund sieben Kilometern.
- Ehrentalerbergtunnel, A 2 Südautobahn: Tempokontrolle auf beiden Richtungsfahrbahnen auf einer Länge von über drei Kilometern.
- Plabutschtunnel, A 9 Pyhrnautobahn: Tempokontrolle auf beiden Richtungsfahrbahnen auf einer Länge von zehn Kilometern.
- Tunnelkette Bindermichl/Niedernhart, A 7 Mühlkreisautobahn: Tempokontrolle auf beiden Richtungsfahrbahnen auf einer Länge von rund zwei Kilometern.
- Arlbergtunnel, S 16 Arlberg Schnellstraße: Tempokontrolle für beide Richtungen auf einer Länge von rund 14 Kilometern.
Mobile Abschnittskontrolle
Neben den fixen Section-Control-Anlagen (siehe oben) gibt es auch mobile Varianten. Diese kommen insbesondere in Baustellenbereichen zum Einsatz.
Die Kombination aus Geschwindigkeitstrichter – das stufenweise Senken der zulässigen Höchstgeschwindigkeit auf die Baustellengeschwindigkeit – und mobilen Section-Control-Anlagen habe bei Baustellen eine nachweislich positive Wirkung – im Durchschnitt fahren die Menschen hier um sieben km/h langsamer als in nicht überwachten Abschnitten, wie die ASFINAG berichtet.
20 mobile Anlagen hat die ASFINAG derzeit bei Baustellen im Einsatz. Eine davon kann je eine Fahrtrichtung überwachen, die Anschaffungskosten werden mit rund 200.000 Euro beziffert.
Effektivität
Bei der Abschnittskontrolle wird die Geschwindigkeit nicht wie beim Radar an einem bestimmten Punkt gemessen, sondern über eine längere Strecke hinweg. Das System kommt in Bereichen zum Einsatz, in denen immer wieder schwere Unfälle aufgrund überhöhter Geschwindigkeit passieren.
Angaben der ASFINAG zufolge ist die Section Control sehr effektiv, was die Senkung der Unfallzahlen angeht: So habe es bereits im ersten Jahr nach der Inbetriebnahme der ersten stationären Anlage im Kaisermühlentunnel um 50 Prozent weniger Unfälle gegeben, zudem sei es dort seither zu keinem tödlichen Unfall mehr gekommen, wie die ASFINAG berichtet.