Andreas Riedmann
Citroen 2CV

Kaufvertrag (Auto): Vorlage & Rechtstipps für den Gebrauchtwagen-Privatkauf

Kaufvertrag fürs Auto: Wieso man ihn braucht, welche Punkte er beinhalten sollte – und eine Vorlage zum Download.

Online Redaktion
Veröffentlicht am 12.07.2022

Ohne schriftlichen Kaufvertrag ein Auto kaufen? Das ist zwar möglich, aber keinesfalls empfehlenswert. Was beim Händler eine Selbstverständlichkeit ist, gilt natürlich auch beim Autokauf von einer Privatperson. Auch wenn das Angebot verlockend klingt, man zum schnellen „Zuschlagen“ gedrängt wird und der/die Verkäufer:in absolut vertrauenswürdig wirkt: Ohne schriftlichen Kaufvertrag sollte ein Auto niemals den/die Besitzer:in wechseln.

Ihr benötigt noch einen Kaufvertrag für euer künftiges Auto? Hier bieten wir eine Vorlage gratis zum Download an.

Achtung bei privatem Gebrauchtwagenkauf

Kaufabwicklungen zwischen Privatpersonen sind rechtlich niemals ganz unschwierig – und besonders heikel wird die Sache, wenn es um Autos geht. Nicht nur wegen der Summen, die im Spiel sind, sondern auch weil Käufer ihre rechtliche Stellung überschätzen. So gibt es beispielsweise bei Privatkäufen nach Unterschrift eines Vertrags kein Rücktrittsrecht. Im Klartext: Wenn der Käufer nach zwei Wochen draufkommt, dass der hellgelbe Golf GTI mit dem extragroßen Spoiler und dem Jägermeister-Schriftzug doch nicht so ganz seinem Geschmack entspricht, muss der Verkäufer das Ding nicht zurücknehmen.

Autokauf von Young- und Oldtimern leicht gemacht: Wo liegen die Schwachstellen? Welche Modelle sind am Markt zu finden? Und zu welchem Preis? Die Antworten findet ihr in unseren Kaufberatungen.

Am Wichtigsten: der Kaufvertrag fürs Auto

Am Wichtigsten ist demnach ein Kaufvertrag fürs Auto – und zwar für beide Seiten. Sowohl Käufer:in als auch Verkäufer:in können so sicher(er) sein, dass beide Seiten wirklich das bekommen, was sie möchten und im Zweifels- oder gar Streitfall auf die schriftlichen Vereinbarungen zurückgreifen. Auch für die persönlichen Finanzen kann der Kaufvertrag wichtig sein, und nicht zuletzt dient er dafür, den rechtmäßigen Erwerb des Fahrzeugs nachzuweisen – das Schriftstück muss zum Beispiel bei der Kfz-Anmeldung vorgelegt werden.

Den Kaufvertrag fürs Auto sollte man bei der Übergabe in doppelter Ausführung mitbringen. Somit können Käufer:in und Verkäufer:in jeweils ein Original mit nach Hause nehmen. Entsprechende Vorlagen gibt es bei den Autofahrerclubs und auch bei uns als Download.

Alle Vereinbarungen im Auto-Kaufvertrag festhalten

  • In den meisten Fällen wird ein Ausschluss von Garantie und Gewährleistung vereinbart – das ist nicht nur für den Verkäufer wichtig, sondern stellt auch für den Käufer von Anfang an klar, dass spätere Reklamationen unnötig sind.
  • Mündliche Vereinbarungen (etwa zur Übergabe von Zweitschlüsseln, Aushändigung von Zubehör, etc. ) sollten unbedingt im Kaufvertrag fürs Auto schriftlich fixiert werden.
  • Ein Vertrag mit Ausschluss von Gewährleistung ist heute Usus und bedeutet in logischer Konsequenz, dass sich der Käufer vor der Unterfertigung des Vertrags genau über den Zustand des Fahrzeugs informieren muss.
  • Am besten ist es, einen Check des Fahrzeugs bei einem Autofahrerklub oder (falls vorhanden) in der Werkstätte des Vertrauens durchführen zu lassen.
  • Genau achten sollten Käufer indes auf die Fakten, also vor allem auf Motornummer und Kilometerstand – diese Details zum Auto sollten im Kaufvertrag fixiert und vom Verkäufer auch bestätigt werden.
  • Sollte das Auto noch ein Pickerl haben, muss auch der Prüfbericht übergeben werden – dieser dient auch bei der Überprüfung des Fahrzeugs als wertvoller Anhaltspunkt. Schließlich werden darin etwaige Mängel aufgelistet, die Anhaltspunkte für Problemzonen des Autos geben können.
Den Kilometerstand sollte man im Auto-Kaufvertrag festhalten.
© Bild: Tamara Schögl
Der Kilometerstand zählt zu den Details, die man im Auto-Kaufvertrag festhalten sollte.

Probefahren und auf Wartungsberichte achten

Unersetzlich ist auch eine Probefahrt mit dem Fahrzeug, genau wie man es bei einem Kauf in einem Autohaus ja auch machen würden. Weiters ist auf Wartungsberichte zu achten: Wurden die vorgeschriebenen Wartungen tatsächlich durchgeführt? Das kann ein wichtiger Anhaltspunkt für den Käufer sein. Profis achten beispielsweise auf modellspezifische Details wie etwa den Wechsel des Zahnriemens.

Ankaufstest

ÖAMTC, ARBÖ und DEKRA bieten jeweils eine Gebrauchtwagenüberprüfung an, bei der etwaige Mängel oder Schwachstellen aufgezeigt werden. Je nach Fahrzeug bzw. Prüforganisation fallen dafür Kosten zwischen 60 und 90 Euro an – eine Investition, die sich jedenfalls auszahlt, um Gewissheit zu erhalten und auch eine gute Grundlage für Preisverhandlungen zu haben. Ein Prüfbericht ohne mittlere oder schwere Mängel kann beispielsweise auch als Bedingung für den Kauf im Auto-Kaufvertrag festgehalten werden.

Fazit

Beim Gebrauchtwagenkauf sollte man nichts überstürzen, sondern die Sache in Ruhe angehen, Vergleiche anstellen und Optionen abwägen. Gerade bei „Deals“ zwischen Privatpersonen kann es zu Missverständnissen kommen. Also: Lieber zweimal überlegen als danach auf der Strecke bleiben – und auf jeden Fall einen detaillierten schriftlichen Kaufvertrag fürs Auto abschließen.