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Geschwindigkeitsindex bei Reifen

Geschwindigkeitsindex bei Reifen

Der Geschwindigkeitsindex der Reifen muss zur Höchstgeschwindigkeit des Autos passen. Wo man den Index ablesen kann und ob auch abweichende Reifenmodelle genutzt werden dürfen: Hier der Überblick inklusive Index-Tabelle.

Online Redaktion
Veröffentlicht am 11.11.2020

Beim Geschwindigkeitsindex (auch bekannt als Speedindex  oder Geschwindigkeitsklasse) handelt es sich um eine Reifenkennzahl, die das Tempolimit für einen Reifen vorgibt. Das ist notwendig, da sich durch die verschiedenen Reifenbauarten unterschiedliche Belastungsgrenzen ergeben. Besonders auf die Lauffläche und die Karkasse wirken je nach Tempo enorme Kräfte ein – wird die Höchstgeschwindigkeit laut Geschwindigkeitsindex überschritten, kann es im schlimmsten Fall während der Fahrt zu folgenschweren Schäden am Reifen kommen. Und auch die Betriebserlaubnis kann bei Verwendung von falschen Reifen erlöschen.

Wo findet man den Geschwindigkeitsindex am Reifen?

Der Geschwindigkeitsindex bildet zusammen mit dem Loadindex die Betriebskennung eines Autoreifens. Der Kennbuchstabe für den Geschwindigkeitsindex kann auf der Flanke eines jeden Reifens abgelesen werden. Die komplette Reifenbezeichnung inklusive Geschwindigkeitsindex liest sich beispielsweise so:

225/55 R17 H (=Geschwindigkeitsindex H bis 210 km/h)

Abstimmung des Geschwindigkeitsindex mit der bauartbedingten Höchstgeschwindigkeit

Um einen Reifen mit dem passenden Geschwindigkeitsindex zu ermitteln, ist ein Blick in die Zulassungsbescheinigung nötig. Die bauartbedingte Höchstgeschwindigkeit (bbH) bildet die Grundlage für die Berechnung der Geschwindigkeitsklasse. Aus Sicherheitsgründen wird zur Höchstgeschwindigkeit (zwingend!) ein Aufschlag wie folgt berechnet:

Sicherheitsaufschlag = 6,5 km/h + bbH x 0,01

Berechnung des richtigen Geschwindigkeitsindex für Reifen

Beispielrechnung, wenn die bbH eines Fahrzeuges 200 km/h beträgt:

6,5 + 200 x 0,01 = 8,5 km/h Sicherheitsaufschlag auf die bbH. Die zugelassene Höchstgeschwindigkeit der Reifen muss also mindestens 208,5 km/h erreichen. Das entspricht in diesem Beispiel also Geschwindigkeitsindex H.

Ausnahmen beim Geschwindigkeitsindex

Bei Winter- und Ganzjahresreifen, die mit M+S-Symbol oder dem Alpine-Piktogramm-Symbol gekennzeichnet sind, darf der Geschwindigkeitsindex unter der bbH liegen. In diesem Fall muss aber ein Hinweis im Sichtfeld des Fahrers angebracht sein (Aufkleber oder Display), der über die verringerte Höchstgeschwindigkeit informiert.

Geschwindigkeitsindex Tabelle

Geschwindigkeitsindex
(Speedindex)
max. zulässige
Höchstgeschwindigkeit
A-E5-70 km/h
F80 km/h
G90 km/h
J100 km/h
K110 km/h
L120km/h
M130km/h
N140 km/h
P150 km/h
Q160km/h
R170 km/h
S180 km/h
T190 km/h
U200 km/h
H210 km/h
V240 km/h
W270 km/h
Y300 km/h
VR>210 km/h
ZR>240 km/h

Hinweis zu Reifen mit VR- und ZR-Index

Für besonders schnelle (und in diesem Fall ältere) Autos wurden in den Fahrzeugpapieren auch Reifen mit Index-Kennzeichnung VR (über 210 km/h) und sowie ZR (über 240 km/h) vorgeschrieben. Reifen mit einer solchen Bezeichnung sind aber nicht genormt (und auch kaum mehr erhältlich), die tatsächlich mögliche Geschwindigkeit ist von mehreren Faktoren abhängig (Sturzwinkel, Radlast etc.). Welche Reifen mit den neueren, üblichen Index-Bezeichnungen tatsächlich zum jeweiligen Fahrzeug passen, sollte man in diesem Fall von einem qualifizierten KFZ-Betrieb bzw. Reifenhändler abklären lassen.

Hinweis zu Reifen ab Geschwindigkeitsindex V

Bei Reifen mit Index V, W und Y (UHP-Reifen), also bei Geschwindigkeiten über 210 km/h, bitte beachten: Je nach Überschreitung der Geschwindigkeit sinkt die Reifentragfähigkeit. Für besonders schnelle Fahrzeuge braucht man deshalb Reifen mit einem entsprechend höheren Last-Index.  Die Montage sollte aus diesem Grund nur durch dafür zertifizierte Fachbetriebe erfolgen.

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