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Lunar Rover, das Mondfahrzeug der Apollo 17 Mission.

Luna Rover, oder: 3 Autos stehen auf dem größten Parkplatz des Universums

Drei Autos stehen auf dem Mond. Das macht den Mond zum größten bekannten Parkplatz des Universums. Ein Blick durchs Teleskop.

Online Redaktion
Veröffentlicht am 23.11.2022

Drei Lunar Rover, also Mondfahrzeuge, befinden sich derzeit auf dem einzigen natürlichen Satelliten der Erde. Wenn man so will, wird der Mond damit zum größten bekannten Parkplatz im ganzen Universum. Denn rechnerisch stehen jedem der drei Lunar Roving Vehicle (LRV) 12,6 Millionen Quadratkilometer (gesamte Mondoberfläche dividiert durch drei) zur Verfügung. Und für ein Kassenhäuschen ist auch noch Platz. Die Lunar Roving Vehicle (LVR) wurden entwickelt, um den Aktionsradius der Astronauten zu erweitern und um ausreichend Gesteinsproben transportieren zu können. Von vornherein war klar, dass alle drei zurück gelassen werden müssen. Bis heute geht von ihnen eine ganz eigene Faszination aus.

Wie man die Mondfahrzeuge (Lunar Rover) sehen kann

Denn sie stehen natürlich immer noch dort oben. Theoretisch könnte man sie sogar sehen. Naja, nicht unbedingt „sehen“, aber doch entdecken (Koordinaten siehe unten). Der Mond ist 384.400 Kilometer von der Erde entfernt (= 1,3 Lichtsekunden). Das Problem ist, dass die Buggys gerade einmal 3,1 Meter lang sind. Und hier macht uns das Auflösungsvermögen der optischen Teleskope einen Strich durch die Rechnung.

Lunar Rover, das Mondfahrzeug der Apollo 17 Mission.
© Bild: NASA
Eugene Cernan fährt das dritte (und letzte) LVR, das auf dem Mond abgesetzt wurde.

Das Auflösungsvermögen ist der kleinste noch wahrnehmbare Abstand zweier Objekte. Also zum Beispiel der Abstand zwischen den beiden Vorderrädern der Lunar Rover. Der ist geradezu winzig. Deswegen lassen sich mit den Teleskopen zwar die Ringe des Saturn sehen, aber eben nicht das Mondauto. Mit Linsen und Spiegeln lässt sich das Auflösungsverhältnis zwar verbessern, ein Teleskop, mit dem sich ein Mondauto erkennen ließe, müsste allerdings einen Durchmesser von rund hundert Metern haben. Die größten Teleskope kommen derzeit auf zehn Meter.

Erforschung der Lunar Roving Vehicle

Doch es gibt ja noch andere Methoden. So arbeitete die Part-Time Scientists GmbH (unter anderem mit der Unterstützung von Audi und Vodafon) an einer unbemannten Mondlandung im Jahr 2019. Ziel war es, in der Nähe der Apollo-17-Landestelle zwei Rover abzusetzen, mit deren Hilfe dann die Mondoberfläche und die Mondfahrzeuge erforscht werden hätten können. Bloß, es blieb beim Vorhaben, umgesetzt wurde die Mission noch nicht.

Keine Atmosphäre, kein Rost

Damals interessierte das Team der Zustand der Lunar Roving Vehicle. Da es auf dem Mond keine Atmosphäre gibt, können die Luna Rover nicht rosten oder schimmeln. Die Forscher wollten beispielsweise wissen, ob Kleinst-Meteoriten die Fahrzeuge zerschossen haben und wie sich andere Einflüsse auf die LVR ausgewirkt haben. Audi steuert große Teile des Rover bei: Leichtbau, 3D-Drucker-Technologie, Batterie-Knowhow…

Ein Prototyp des Audi Lunar Quattro bei seinem Gastauftritt in Alien Covenant.
© Bild: Audi
Ein Prototyp des Audi Lunar Quattro bei seinem Gastauftritt in Alien Covenant.

Landestelle als Museum

Zum Problem könnte künftig werden, dass die NASA 2013 Vorschriften erlassen hat, wie mit der Landestelle umzugehen sei. Da die Landestelle Museumcharakter hat, muss ein Abstand von 200 Metern eingehalten werden. Außerdem muss die Landung mindestens in einer Entfernung von zwei Kilometern stattfinden. Allerdings gelten die Vorschriften nur sehr theoretisch und sind eher als freundliche Bitte zu verstehen, da der Mond nicht der amerikanischen Gesetzgebung unterliegt.

Übersicht über alle Luna Rover

Das Lunar Roving Vehicle (LVR) ist 3,10 Meter lang und wiegt 210 Kilogramm. Es konnte 490 Kilogramm zuladen. Davon entfielen allerdings 353 Kilogramm auf die Astronatuen und weitere 99,9 Kilogramm auf Kommunikationsausstattung und wissenschaftliche Geräte. Gerade einmal 27,2 Kilogramm Gesteinsproben konnten noch transportiert werden. Den Antrieb besorgten vier Elektromotoren zu je 180 Watt. Die Energie kam aus einer 36-Volt-Silberoxid-Zink-Batterie, die sich nicht wieder aufladen ließ. Insgesamt hatten die Mondfahrzeuge eine Reichweite von 92 Kilometer, die allerdings nie auch nur annähernd ausgenutzt wurde. Das lag auch daran, dass die Astronauten stets in einem „walk back limit“ bleiben mussten. Also in einer Distanz zur Raumkapsel, die auch zu Fuß hätte bewältigt werden können, ohne das der Sauerstoff ausgeht.

Apollo 15

  • Standort Luna Rover: ♁26,08° N, 3,66° O
  • Gefahrene Strecke: 27,9 Kilometer
  • Größte Entfernung zum Lunar Module: 5 Kilometer
  • Fahrer: David Scott und James Irwin

Bei der Montage mussten die Astronauten feststellen, dass die Vorderlenkung defekt war. Da das Fahrzeug auch über eine Hinterlenkung verfügt, konnten die geplanten Missionen trotzdem durchgeführt werden. Die längste Extra-vehicular Activity (EVA) dauerte sieben Stunden und zwölf Minuten.

James Irwin am LVR während der Apollo 15 Mission.
© Bild: NASA
James Irwin am LVR während der Apollo 15 Mission.

Apollo 16

  • Standort Luna Rover: ♁8,97° S, 15,51° O
  • Gefahrene Strecke: 26,7 Kilometer
  • Größte Entfernung zum Lunar Module: 4,5 Kilometer
  • Fahrer: John Young und Charles Duke

Pointe am Rande: Diesmal funktionierte die Vorderachssteuerung, allerdings fiel die Hinterachssteuerung aus. Die wohl wichtigste Erkenntnis der Ausflüge war, dass die Krater auf dem Mond keinen vulkanischen Ursprung haben, sondern durch Meteoriten verursacht wurden.

Apollo 17

  • Standort Luna Rover: ♁20,17° N, 30,77° W
  • Gefahrene Strecke: 35,9 Kilometer
  • Größte Entfernung zum Lunar Module: 7,6 Kilometer
  • Fahrer: Eugene Cernan und Harrison Schmitt

Auf dem LVR war eine Kamera montiert, die Aufnahmen vom Start der Kapsel an die Erde sendete. Ähnliche Versuche gab es schon bei der Vorgängermission, diesmal klappte es.

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