1,6 Milliarden Kilometer: Tesla Roadster seit zwei Jahren im Weltall unterwegs

Am 6. Februar 2018 schoss Elon Musks Raumfahrtunternehmen SpaceX die Rakete “Falcon Heavy” ins All – und damit einen roten Tesla Roadster samt “Starman” hinterm Steuer. Heuer jährt sich der Start zum zweiten Mal, und das ungewöhnliche Raumfahrzeug hat bereits mehr als 1,6 Milliarden Kilometer zurückgelegt.

Online Redaktion
Veröffentlicht am 05.02.2020

Am 6. Februar 2018 schrieb Elon Musk Raumfahrtgeschichte: Die Großrakete “Falcon Heavy” seines privaten Weltraum-Unternehmens SpaceX hob unter dem Jubel Zehntausender Schaulustiger vom Startplatz 39A des Weltraumbahnhofs in Cape Canaveral, die einst von der erfolgreichen bemannten Mondmission Apollo 11 genutzt worden war, zu ihrem Jungfernflug ab. Exzentrisches Extra: An der Spitze der Rakete befand sich ein Tesla Roadster in der Farbe “Mitternachtskirsche”, bemannt mit einer Puppe im Astronauten-Anzug namens “Starman”, die hinter dem Steuer ihren ungewöhnlichen Raumfahrzeugs mit dem David-Bowie-Song “Space Oddity” beschallt wurde. Heuer jährt sich ihr Aufbruch ins Unbekannte bereits zum zweiten Mal – und darüber, wie es dem Starman und seinem Tesla heute ergeht, kann realistischerweise nur gemutmaßt werden.

Längst erloschen: Der Livestream aus Starmans Tesla Roadster

1,6 Milliarden Kilometer

Für einige Stunden nach dem Start waren Bilder aus dem Tesla live ins Internet übertragen worden, die Kameras sind aber seit fast zwei Jahren erloschen. Die Ellipse zwischen Mars und Erde um die Sonne herum soll der Roadster im August 2019 zum ersten Mal vollzogen haben, insgesamt hat er seit seinem Start am 6. Februar 2018 Berechnungen zufolge bereits über 1,6 Milliarden Kilometer zurückgelegt. Der Frage, wo sich das Fahr- bzw. Flugzeug genau befindet, widmet sich die Website whereisroadster.com: Rund 350.000.000 Kilometer sollen derzeit zwischen dem Tesla und der Erde liegen, der Mars ist ihm mit einer Entfernung von rund 155 Millionen Kilometern aktuell näher.

Dabei ist unklar, ob der “Starman” nach zwei Jahren im All überhaupt noch existiert: Das Auto sei im Weltraum einer extremen Strahlung ausgesetzt, vor der es auf der Erde vom Magnetfeld geschützt wäre, zitiert die APA den Chemiker William Caroll von der Wissenschaftsseite livescience.com. Vor allem die organischen Stoffe – Leder, Gummi, Stoff und Farbe – könnten nach Schätzung des Experten längst der Vergangenheit angehören: “In dieser Umgebung würde ich ihnen kein Jahr geben”. Übrig bliebe also der Aluminiumrahmen des Teslas, und der könnte von kleinen oder größeren Meteoriten getroffen werden.

Ungewisse Zukunft

Wie es mit dem Auto auf lange Sicht weitergeht, ist ebenfalls Gegenstand verschiedenster Mutmaßungen. Manche Forscher gehen davon aus, dass der Tesla in ein paar Millionen Jahren auf einen der Planeten stürzen wird, die er umkreist. Andere meinen, dass das (Raum-)Fahrzeug bereits in einigen Jahrzehnten das Ziel einer erdbasierten Bergungsaktion sein könnte.