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8 Mythen und Märchen rund ums Auto

8 Mythen und Märchen rund ums Auto

Ist der Sprit an Markentankstellen besser? Und: Explodiert mein Auto gleich? Der deutsche ADAC bringt Autofahrermythen ins Rampenlicht.

Online Redaktion
Veröffentlicht am 04.12.2019

Irrtum #1: Markenbenzin ist besser

Grundsätzlich, so stellt der ADAC klar, beziehen Marken- wie Diskonttankstellen ihren Sprit aus denselben Raffinerien. Die Anforderungen an die Kraftstoffqualität sind gesetzlich geregelt und gelten für alle Tankstellenbetreiber gleichermaßen. Ein Zusatzangebot von Marken-Tankstellen sind bisweilen Premiumkraftstoffe, die dank spezieller Additive den Motorlauf verbessern sollen. Inwieweit diese Additive wirksam sind, lässt sich laut dem ADAC jedoch kaum überprüfen.

Irrtum #2: Der Handy-Akku als Gefahrenquelle

Sie sind ein Relikt an den Tankstellen: Warnschilder, die ein Telefonierverbot proklamieren. Tatsächlich geht dieses Verbot nicht vom Gesetz, sondern von den Tankstellenbetreibern aus, aus Angst, von einem herabfallenden Handy könnte der Akku einen Funken schlagen und damit Benzindämpfe zum Brennen bringen. Bislang gab es allerdings noch nie einen derartigen Unfall und die Wahrscheinlichkeit dafür ist bei modernen Handys verschwindend gering. Immer mehr Tankstellenbetreiber verzichten auch auf dieses Verbot. Ist die Tafel jedoch angebracht, muss sich der Kunde daran halten und das Telefon in der Tasche lassen.

Irrtum #3: Die Handy-Strahlen als Gefahrenquelle

Elektromagnetische Wellen sind und bleiben ein Mythos, ob Mikrowelle, WLAN oder Mobilfunk. An der Tankstelle wird befürchtet, dass die Strahlen eine Gefahr für die Zapfsäulen darstellen – das ist ein Irrtum. In manchen Abteilungen von Krankenhäusern sind Mobiltelefone aus gutem Grund untersagt, den Flugzeugen machen die elektromagnetischen Wellen hingegen nichts mehr aus – der Flugfunk läuft auf anderen Frequenzen. Vergisst man, das Handy im Flieger auszuschalten, verliert es bei etwa 3.000 Metern Flughöhe den Empfang und die Netzsuche leert den Akku.

Irrtum #4: Am Montag ist‘s am günstigsten

Wer heute noch irgendwelche Prognosen über Spritpreise zu machen wagt, kann auch gleich die Lotto-Zahlen der kommenden Wochen mitliefern. Tatsächlich belegen laut ADAC aktuelle Studien, dass die Preise an den Tankstellen vor allem im Tagesverlauf schwanken, die Unterschiede zwischen den Wochentagen aber nur gering sind.

Irrtum #5: Zu viel getankt ist schnell passiert

Eine Zapfpistole saugt während des Tankvorganges Luft aus dem Tank – ist keine Luft mehr vorhanden, schaltet sie sofort ab. Damit kann man einen Tank eigentlich nur mutwillig überfüllen, etwa, indem man mit einzelnen Tankstößen oder schräg angesetzter Pistole noch nachschenkt. Tritt Benzin aus dem Tank, schadet dies der Umwelt und dem Lack, der davon ausbleicht. Im Sommer kann es zudem passieren, dass sich das Benzin im Tank bei hohen Temperaturen ausdehnt und dadurch überläuft.

Irrtum #6: Der Reifendruck ist egal

Nicht umsonst hängen an den meisten Tankstellen Geräte zur Reifendruck-Kontrolle: Der richtige Luftdruck ist entscheidend für die Fahrsicherheit und den Spritverbrauch. Außerdem verschleißt der Reifen bei zu niedrigem Reifendruck deutlich schneller.

Irrtum #7: Die Tanktafel lügt nie

Gelegentlich unterscheiden sich die Preise an der Tanktafel und an der Zapfsäule – welcher gilt dann? Laut Gesetz ist der Preise an der Zapfsäule zum Zeitpunkt des Abhebens der Pistole maßgeblich. Und das steht auch an den Zapfsäulen so geschrieben.

Irrtum #8: Autos explodieren bei Unfällen

Man kennt die Szenen aus dem Fernsehen: Kaum steht ein Auto etwas schief oder hat einen leichten Unfall, explodiert es. Tatsächlich sind die Kraftstoff-Systeme moderner Fahrzeuge sehr sicher, die Explosionsgefahr bei Unfällen ist gering – auch bei Fahrzeugen, die mit Gas betrieben werden. Im Film werden die Autos mit Sprengstoff zur Explosion gebracht.