Monster Truck im Sprung
 

Monster Trucks – elegante Bestien

Bullig, groß, bunt und vor allem eins: spektakulär. Das ist es, was Monstertrucks ausmacht. Diese Fahrzeuge begeistern seit über 40 Jahren Autoliebhaber auf der ganzen Welt.

25.10.2017 Online Redaktion

Die meisten wissen, wie ein Monstertruck aussieht. Denn fast jeder hat schon mal Videos oder Bilder von den atemberaubenden Stunts gesehen, die mit solch riesigen Maschinen durchgeführt werden. Und wer wäre nicht gerne einmal bei einem Monstertruck-Event im Stadion dabei?

Der Ursprung des Monster Trucks

In den 70er Jahren gewannen Motosport-Events wie Truck-Pulling in den USA immer mehr an Beliebtheit. So kamen einige Autoliebhaber auf die Idee, Pickups umzubauen und daraus stärkere und größere Trucks zu gestalten, um an solchen Events teilzunehmen. Einer der „Erfinder“ war Bob Chandler. Er nahm das Auto seiner Familie – ein Ford der sechsten Generation der F-Serie – und veränderte es. Der „Bigfoot“ war geboren – er wird heute als Original und Ursprung eines jeden Monstertrucks angesehen.

Noch heute betreibt Bob Chandler das Unternehmen „Bigfoot 4×4 Inc.“, mit dem er Monster Trucks baut und diese mit seinen Fahrern an Veranstaltungen teilnehmen lässt.

Monster Truck
© Bild: dave_7, Flickr

Was sind Monstertrucks?

Doch was macht ein Fahrzeug zu einem Monstertruck? Monstertrucks basieren in der Regel auf einem serienmäßig gebauten PKW – beispielsweise auf der F-Serie von Ford oder einem Dodge Dakota. Doch mit dem ursprünglichen Auto hat der fertige Monstertruck kaum noch Ähnlichkeiten. Während die Monstertrucks anfänglich lediglich größere Reifen und einen stärkeren Motor als die Serien-PKW hatten, werden die Monstertrucks heutzutage mit eigenen Karosserien ausgestattet, bunt angemalt und enthalten neuste Technik – von der Motorisierung bis hin zur Federung.

Auffallend sind vor allem die übergroßen Reifen der gigantischen Fahrzeuge. Sie erreichen einen Durchmesser von 1,50 Meter und ein Gewicht von 400 Kilogramm. Um mit diesen großen und schweren (bis zu 5 Tonnen) Gefährten springen und Stunts machen zu können, benötigen sie eine hohe Motorleistung von bis zu 2000 PS. Monstertrucks sind, nicht nur wegen ihrer großen Reifen, auch deutlich höher und breiter als herkömmliche Autos. Sie erreichen eine Breite von bis zu 4 Metern und eine Höhe von ca. 3,5 Metern.

Natürlich sind Monstertrucks nicht für den Gebrauch auf der Straße geeignet. Sie werden grundsätzlich nur bei speziellen Events eingesetzt.

Monstertruck ist übrigens nicht gleich Monstertruck. Gemeinsam haben alle die riesigen Reifen und den hohen Aufbau. Doch in den Formen unterscheiden sie sich teilweise sehr. Viele Monstertrucks sind noch stark an die klassische Pickup-Form angelehnt. Doch es gibt auch Monstertrucks, deren Fahrerkabine mehr einem Bus oder einem Van ähnelt.

Monster Truck Events: Spektakel pur

Wir sind uns sicher – Monstertruck-Events sind vor allem eins: spektakulär. Hierbei werden Rennen gefahren – ja, mit diesen Monstern werden sogar Rennen veranstaltet! Natürlich geht es hier nicht um ein klassisches Autorennen. Die Fahrer müssen eine kurze Strecke möglichst schnell absolvieren – oft im direkten Duell mit einem Kontrahenten. Dabei springen sie über Hindernisse, müssen ihren Truck unter Kontrolle halten und vor dem Gegner durchs Ziel fahren.

Die bekannteste Serie ist der „Monster Jam“. Die Renn-Shows werden meistens in großen Stadien und Arenen in den USA, Kanada und Europa ausgetragen. Aber mittlerweile erfreuen sich Monstertrucks-Shows auf der ganzen Welt großer Beliebtheit – so finden die Monster Jam Events auch in Australien oder Asien statt.

Aber wer an Monster Trucks denkt, denkt wohl vor allem auch an Stunts. Bei den Freestyle-Wettbewerben geht es nicht um Schnelligkeit, sondern um Ästhetik. Wer noch nie auf einem solchen Event war, kann gar nicht einschätzen, wie elegant solche „Monster“ sein können. Oft besteht eine Monstertruck-Show sowohl aus Rennen als auch aus Freestyle. Beispielsweise wird die Startreihenfolge des Freestyles oft durch die Platzierung im Rennen festgelegt – der Erste des Rennens darf als Letzter im Freestyle starten.

Die Monstertrucks fahren in dieser Kategorie frei durch die Arena und zerstören herumstehende alte Autos, Wohnwagen und sogar kleine Schiffe. Außerdem vollführen die Fahrer Stunts mit ihren Wagen wie Wheelies und sogar Saltos.

Bei den Monster Jam World Finals 2017 schaffte ein Fahrer etwas, das vorher noch niemandem gelungen war: Er machte einen Vorwärtssalto mit einem Monstertruck! Die Aktionen der Fahrer werden anschließend mit Punkten bewertet. Je waghalsiger, spektakulärer und ästhetischer die Performance, desto mehr Punkte gibt es.

Monster Trucks im Stadion
© Bild: Tad Tafelsky, Flickr

Jede Medaille hat zwei Seiten

Autorennen und Unfälle – eigentlich ein leidiges Thema, vor allem bei all den Motorsportliebhabern. Trotzdem kann man das Thema nicht völlig ausklammern. Es ist klar: Wo so viel und vor allem PS-starke Technik am Start ist, können technische und menschliche Fehler nie ganz ausgeschlossen werden. Mehr als 20 Todesopfer in den letzten 22 Jahren bei Monstertruck-Shows sprechen eine deutliche Sprache.

Besonders im Gedächtnis ist uns und vielen anderen Monstertruck-Fans aus Europa der Unfall 2014 im niederländischen Haaksbergen mit drei Toten geblieben. Ein Fahrer war in die Zuschauer, die sehr nah am Parcours standen, gerollt und hatte dabei Menschen überfahren.

Trotzdem werden Monstertruck-Events weiter ausgetragen und erfreuen sich großer Beliebtheit. Glücklicherweise geschehen schwere Unfälle wie der im Jahr 2014 nur sehr selten – und die Bemühungen um Sicherheit, vor allem für die Zuschauer, wachsen ständig.

Am Ende bleiben wir dabei: Es ist ein Event mit „Monstern“ – und die will kein Zuschauer zahm sehen.

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