17 Dinge, die ihr noch nicht über den Land Rover Defender wusstet

Manche Geschichten kennt man, andere nicht. Wir haben sie zusammen gefasst: 17 interessante Fakten zum Land Rover Defender.

Online Redaktion
Veröffentlicht am 13.12.2017

Ein 18. Faktum als Bonus gleich vorneweg: Im Rahmen der IAA 2019 feierte der neue Land Rover Defender seine Weltpremiere. Alle Infos, Fotos und Videos zur Neuauflage der Gelände-Legende findet ihr hier.

Manche Geschichten kennt der Aficionado, hat der Fan schon mal gehört und der Kenner in Magazinen gelesen. Doch wir wollen einen Pointen-Überblick und haben hiermit die schönsten Schnurren rund um den Land Rover Defender zusammengefasst. Auch und vor allem aus nostalgischen Gründen. Uns ist klar, dass das Modell nicht immer Land Rover Defender hieß. Um Verwirrung gar nicht erst entstehen zu lassen, haben wir aber von einer Differenzierung der einzelnen Serien allerdings abgesehen. Liebe liebenden Liebhaber, wir bitten um Nachsicht.

1) Mittellenkung

Der erste Defender hatte sein Lenkrad in der Mitte. So musste Rover den Wagen nicht an den Rechtsverkehr anpassen. Schließlich war der Defender für den Export bestimmt (rund 70 Prozent gingen ins Ausland) – für Landwirte auf der ganzen Welt. Türen fehlten, Sitzplätze für jemanden anderen als den Fahrer ebenso.

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© Bild: Land Rover

2) Ein Auto, älter als die Marke

Den Defender gibt es bereits seit 1948. Die Marke Land Rover allerdings erst seit 1978. Die beinahe schon legendäre Misswirtschaft in der englischen Automobilindustrie führte dazu, dass eine eigene Marke gegründet wurde. Bis dahin wurde der Defender von Rover gebaut. „Land Rover“ war der Spitzname, der ihm seit Ende der 40er Jahre anhaftete.

3) Exportiere oder stirb!

Ebenfalls ganz britischer Automobilbau war der Defender kein geplantes Projekt, sondern ein improvisierter Schnellschuss. Im Nachkriegsengland bekam nur derjenige Stahl, der nachweisen konnte, dass er damit Devisen ins Land holt – also sein Produkt exportiert. Rover produzierte aber nur Limousinen, die speziell auf den britischen Käufer zugeschnitten waren. Schnell schlachtete man in Solihull einen Willys Jeep aus, baute einen Rover-Motor rein, schraubte eine handgehämmerte Alukarosserie drum herum – fertig.

4) Steuerpolitik

Der Defender 110 konnte theoretisch bis zu 12 Personen aufnehmen (wir reden wir von Zeiten vor dem Verbot längs liegender Sitzbänke). Damit wich der Defender in England der Pkw-Besteuerung aus und durfte in London auch noch die Bus-Spur verwenden.

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© Bild: Land Rover

5) Kernkompetenz

Der Defender sollte nur kurz ein paar Devisen in die Kassen spülen. Rover dachte nie an eine langfristige Produktion. Deswegen waren die Karosserieteile immer gerade und glatt – das war billig und einfach zu produzieren. Aber im ersten Jahr verkaufte Rover schon 3.048 Fahrzeuge. Im zweiten Jahr waren es über 8.000 Stück und 1950 belief sich die Produktion auf 16.000 Fahrzeuge. Plötzlich verdiente Rover mit dem improvisierten Traktor mehr Geld als mit dem Kerngeschäft Limousinen.

6) Rail Rover

Für den Defender gibt es spezielle Räder namens „Hy-Rail“. Damit kann der Defender wörtlich auf Schienen fahren. Die Technik wird dazu genutzt, um Gleisarbeiten durchzuführen.

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© Bild: Flickr: Ben Coulson

7) Zuverlässigkeit

1992 gab Land Rover bekannt, dass 70 Prozent ALLER gebauten Modelle noch immer verwendet werden. Obwohl diese Zahl schon sehr beeindruckend ist, rundeten Fans sie auf 75 Prozent auf. Auch Top Gear.

8) Blattfedern

Tom Barton hatte als Ingenieur am Ur-Land-Rover mitgearbeitet und war noch bis 1980 als Ingenieur tätig. Die Starrachsen des Defender wurden 35 Jahre an Blattfedern aufgehängt. Sie galten als unverwüstlich. Dahinter jedoch verbarg sich das Kalkül von Barton, der einmal verlauten ließ, dass die Blattfedern im Gelände derart unkomfortabel seien, dass der Fahrer automatisch langsamer fahren würde und damit den Wagen schone.

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© Bild: Land Rover

9) Der Wunsch nach einem Dach

Kurz nach erscheinen des Land Rover wollten die Kunden auch schon ein Dach haben. Doch Rover weigerte sich den Wünschen nachzukommen und überließ die Arbeit den drei Karosseriebauern von Tickford, Mulliner und Abbey Panels. Diese boten Dächer an, verdoppelten damit aber beinahe den Preis (960 statt 540 Pfund). Aus diesem Grund wurden zwischen 1949 und 1951 auch nur 651 Stück produziert. Ab 1950 bot Rover selbst überdachte Versionen an.

Hier ein Dach von Tickford.
© Bild: Land Rover

10) Defender

Den Namen Defender gibt es erst seit 1991. Damit wurden die Begriffe 90, 110 und 130 zu eigenen Modellreihen. Die Zahlen beziehen sich auf den Radstand in Zoll.

11) Laird Centaur

Für das Militär kreuzte Land Rover einen Defender (vorne) mit einem Scorpion-Panzer (hinten). Dieses Zwitterwesen wiegt 3,9 Tonnen, kann aber noch einmal drei Tonnen zuladen. Es wurden nur drei Fahrzeuge gebaut, weil es sich als unmöglich erwies das Fahrzeug zu lenken. Immerhin: geradeaus soll es im Gelände nicht zu stoppen sein.

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© Bild: Flickr: Pierre-Olivier B

12) Werbeslogan

In den 1980er Jahren entstand der Defender-Werbeslogan „The best 4x4xfar.“ Er gilt bis heute als einer der langlebigsten und eingängigsten in der englischen Marketing-Geschichte.

13) Expedition

Die erste Expedition, die Land Rover erhebliche Publicity einbringen sollte, war die Oxford and Cambridge Far Eastern Expedition aus den Jahren 1955/56. Studenten der Universitäten hatten bei der BBC leere Filme geschnorrt – mit der Aussicht auf eine mögliche Dokumentation. Weil sie außerdem eine Forschungsarbeit über Feldbewässerungen in Indien und Pakistan versprachen, sprang auch noch die Royal Geographical Society als Sponsor ein. Whiskybrennereien schossen auch noch Geld zu und Land Rover stellte die Autos. Nach 30.000 Kilometer innerhalb von sechs Monaten kam die Expedition in Singapur an. Für Land Rover ein Marketing-Coup.

Diese Expedition wurde für den Land Rover zum Marketing-Coup.
© Bild: Land Rover

14) Umbauten

Der Land Rover war einfach gebaut und robust. Es sollte das „vielseitigste Auto der Welt“ sein, wie es die Marke beschrieb. Das rief Bastler auf den Plan, die immer wildere Umbauten vornahmen. Um Rufschädigung zu vermeiden, gründete Land Rover die Abteilung „Special Projects“. Hier wurden Pläne für Anbauten, Umbauten, Aufbauten und Veränderungen geprüft und genehmigt. Hatten die Basteleien den Segen von Special Projects, blieb die Werksgarantie erhalten. Eingereicht wurden unter anderem ein Land-Rover-Hovercraft, -Golfballtest, eine -Melkmaschine und eine -Kreissäge. Hovercraft und Golfballtester wurden genehmigt. „Special Projects“ hieß später „Special Vehicle Operations“ und firmiert seit 1992 als „Special Vehicles“.

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© Bild: Land Rover

15) Pink Panther

Dunkelgrüne Lackierung, Rauchgranatwerfer, MG-Halterung, 500-Liter-Benzintank. Das war eine Militärvariante des Defender aus den Jahren 1967 und 1968. 72 Stück dieses Badass wurden gebaut und an das 22. SAS-Regiment geliefert. Doch in der Wüste ist Dunkelgrün keine gute Tarnfarbe, weswegen die Fahrzeuge rosa lackiert wurden. Bis heute hiet sich der Spitzname „Pink Panther“.

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© Bild: Flickr: Les Chatfield

16) Geschwindigkeitsrekord

Charles S. King, der Erfinder des Land Rover, arbeitete zuvor bei Rolls Royce und baute Flugzeugmotoren. Um eine der Turbinen baute er eine Karosserie und stellte einen Land-Geschwindigkeitsrekord auf.

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© Bild: Land Rover

17) Monstertruck

Auch der erste Monster-Truck der Welt stammt von Land Rover. Das britische Forstwirtschaftsministerium suchte in den 1950ern per Ausschreibung ein entsprechendes Fahrzeug. Land Rover sagte zu und schraubte Traktorreifen und Studebaker-Achsen unter einen Defender.

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© Bild: Land Rover


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