Was bedeutet der Begriff “wirtschaftlicher Totalschaden”?

Was bedeutet wirtschaftlicher Totalschaden und wann liegt ein solcher vor? Außerdem: Der Unterschied zwischen wirtschaftlichem, technischem und echtem Totalschaden.

04.10.2018 Online Redaktion

Der Überbegriff Totalschaden steht u.a. für einen Sachschaden am Auto, der entweder technisch nicht mehr behoben werden kann (technischer Totalschaden), oder bei dem sich eine Reparatur wirtschaftlich betrachtet nicht mehr lohnt (= wirtschaftlicher Totalschaden). Ein echter Totalschaden liegt dann vor, wenn die veranschlagten Reparaturkosten höher sind als der Wiederbeschaffungswert. Bei der Berechnung durch die Versicherung spielen hier der Wiederbeschaffungswert, der Restwert sowie auch die veranschlagten Reparaturkosten eine Rolle – wie viel die Versicherung bei einem wirtschaftlichen Totalschaden zahlt, lest ihr hier.

Was ist ein technischer Totalschaden?

Ein technischer Totalschaden liegt dann vor, wenn die Beschädigungen am Fahrzeug so massiv sind, dass eine Reparatur (also die “Wiederherstellung des Zustandes vor dem Unfall”) einfach nicht mehr möglich ist – oder diese nur durch einen völlig unverhältnismäßigen Aufwand möglich wäre.

Was bedeutet wirtschaftlicher Totalschaden?

Ein sogenannter wirtschaftlicher Totalschaden an einem Fahrzeug liegt dann vor, wenn die Reparaturkosten die Differenz zwischen Wiederbeschaffungswert und Restwert übersteigen.

Das bedeutet in der Praxis, dass auch schon eine geringe Beschädigung am Auto von der Versicherung als wirtschaftlicher Totalschaden eingestuft werden kann. Nämlich dann wenn der Wiederbeschaffungswert des Autos (z.B. aufgrund des Alters, dem Kilometerstand usw.) entsprechend gering ist.

Was bedeutet Wiederbeschaffungswert und Restwert?

  • Sowohl der Restwert des Autos (nach dem Unfall) als auch der Wiederbeschaffungswert sind die zwei entscheidenden Werte für die Feststellung eines wirtschaftlichen Totalschadens.
  • Beide Werte werden von einem Gutachter, meist auf Grundlage der sogenannten Schwacke-Liste, festgestellt.
    • Erklärung: In der Schwacke-Liste sind die Durchschnittswerte für Fahrzeuge gelistet – ebenso basierend auf Laufleistung, Zustand und Ausstattung. Dieser Durchschnittswert wird vom Sachverständigen als Berechnungsbasis/Anhaltspunkt zur individuellen Berechnung des Wiederbeschaffungswertes verwendet.
  • Der Wiederbeschaffungswert gibt an, wieviel es kosten würde, das gleiche Auto (mit gleicher Ausstattung; Zustand wie vor dem Unfall) wieder zu beschaffen.
  • Achtung: Der Wiederbeschaffungswert entspricht somit nicht dem Zeitwert – der Zeitwert bezeichnet die Summe, die das Auto bei einem Verkauf erzielen würde (und ist somit niedriger als der Wiederbeschaffungswert).
  • Der Restwert gibt den Wert des Autos nach dem Unfall an.
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