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Härtere Strafen für Raser geplant

Härtere Strafen für Raser geplant

Von der Erhöhung des Strafrahmens auf 5.000 Euro bis zur Beschlagnahmung des Autos: Deutlich härtere Strafen für extreme Raser sollen in Österreich bald eingeführt werden.

Online Redaktion
Veröffentlicht am 19.09.2020

Härtere Strafen für Raser wurden bereits vielfach diskutiert, nun sollen sie tatsächlich umgesetzt werden. Das Verkehrsministerium plant ein Maßnahmenpaket in Abstimmung mit den Bundesländern, das unter anderem eine Erhöhung des Strafrahmens von 2.180 auf 5.000 Euro sowie die Verdopplung der Führerscheinentzugsdauer vorsieht. Auch die Beschlagnahmung des Autos sei geplant, so Verkehrsministerin Leonore Gewessler (Grüne).

Diese Strafen für Raser sind geplant

Konkret sollen folgende Verschärfungen für Raser umgesetzt werden:

Erhöhung der Geldstrafen

Der Strafrahmen soll von 2.180 auf 5.000 Euro angehoben werden.

Verschärfter Führerscheinentzug

Die Grenzwerte für Führerscheinabnahmen sollen um 10 km/h gesenkt werden. Das bedeutet, dass der Führerschein bei einer Überschreitung des jeweils geltenden Tempolimits um 30 km/h innerorts bzw. um 40 km/h außerorts für zwei Wochen entzogen werden könne. Bei Geschwindigkeitsüberschreitungen von mehr als 40 km/h im Ortsgebiet und mehr als 50 km/h im Freilandbereich soll die Führerschein-Mindestentzugsdauer von zwei auf vier Wochen verdoppelt werden.

Rasen als Vormerkdelikt

Zudem soll Rasen als Vormerkdelikt eingeführt werden, und zwar für Überschreitungen des Tempolimits in einer Höhe von 10 km/h unter der jeweiligen Schwelle zum Führerscheinentzug.

Wiederholtes Rasen

Wiederholte Geschwindigkeitsübertretungen sollen über einen Zeitraum von vier statt bisher zwei Jahren betrachtet und die Mindestentzugsdauer von sechs Wochen auf zwei Monate erhöht werden.

Beschlagnahmung von Fahrzeugen

In besonders schweren Fällen sollen sogar Autos beschlagnahmt werden können. Dazu würden etwa eine hohe Geschwindigkeitsüberschreitung unter gefährlichen Verhältnissen, mehrfach wiederholtes Rasen, Fahren nach Abnahme des Führerscheins wegen Rasens oder auch Rasen ohne Führerschein zählen.

Illegale Rennen

Ein weiterer Vorschlag ist ein neuer Straftatbestand “Illegale Rennen” nach dem Vorbild Deutschlands, wo dies unter verbotene Kraftfahrzeugrennen fungiert und mit einer Geld- oder Freiheitsstrafe sanktioniert wird.

Umsetzung “schnellstmöglich”

Die Umsetzung sei schnellstmöglich geplant, heißt es aus dem Verkehrsministerium. Ein konkreter Zeitplan wurde allerdings nicht genannt. Die höheren Strafen für extrem Raser hätten im Rahmen der Landesverkehrsreferentenkonferenz diskutiert werden sollen, die coronabedingt abgesagt werden musste. Nun soll das Thema per Videokonferenz besprochen werden.

50 Menschen sind im ersten Halbjahr in Österreich durch überhöhte Geschwindigkeit getötet worden. Im Vorjahr wurden rund 7.200 Personen wegen Geschwindigkeitsübertretungen von mehr als 40 km/h im Ortsgebiet oder mehr als 50 km/h im Freiland als Hauptdelikt der Führerschein entzogen. Nicht angepasste Geschwindigkeit ist laut Straßenverkehrsunfallstatistik eine der drei maßgebenden Ursachen für tödliche Unfälle. “Niemand hat Verständnis, wenn Menschenleben fahrlässig gefährdet werden – wie durch extremes Rasen”, betonte Gewessler. “Bei extremen Geschwindigkeitsübertretungen und im Wiederholungsfall braucht es härtere Strafen”, forderte die Ministerin.