Lack-Kratzer hinter dem Türgriff: Was man dagegen tun kann und was man lassen sollte

Wie entfernt man Kratzer vom Autolack? Etwa jene, die rund um die Türschnallen entstanden sind. Und ab wann sollte man lieber den Profi arbeiten lassen?

17.07.2018 Online Redaktion

Ringe oder Fingernägel, die beim Öffnen der Autotür über den Lack schrammen oder auch Schmutzpartikel, die im Laufe der Zeit in den Lack “gerieben” werden: Der Lack hinter dem Türgriff ist täglichen Belastungen ausgesetzt, die im Laufe der Zeit zu Kratzern führt, die nicht nur unschön aussehen sondern mit der Zeit auch zu rosten beginnen. Wann und wie man selbst Lack-Kratzer entfernen kann und wann man lieber Profis ans Werk lassen sollte: Hier der Überblick.

Warum sollte man Lack-Kratzer entfernen (lassen)?

Lack-Kratzer sind nicht nur ein Schönheitsfehler, werden sie nicht rechtzeitig ausgebessert, gehen die Kratzer irgendwann bis auf die Grundierung und das darunterliegende Blech beginnt zu rosten.

Wann kann ich Kratzer selbst entfernen und ab wann sollte ein Profi herangezogen werden?

Autolack besteht aus vier Schichten, die zusammen mit dem Blech ca. 1 Millimeter stark sind – also in etwa 10 mal so dick wie ein menschliches Haar. Die Farbschicht selbst ist am dünnsten und misst nur 0,015 Millimeter.

Ist nur die äußerste Schicht, also der Klarlack, betroffen, kann die betroffene Stelle mit einigen geübten Handgriffen selbst poliert werden. Ist auch bereits die zweite Schicht, der Basislack betroffen, sollten nur mehr geübte Autobastler selbst Hand anlegen. Geht ein Kratzer bereits in tiefere Schichten, sollte Profis aus der Werkstatt das Ausbessern überlassen werden.

So erkennt man, wie tief der Kratzer im Lack wirklich geht

  • Genaue Begutachtung des Kratzers: Weist die betroffene Stelle eine andere Farbe als der Lack auf, hilft keine eigenhändige Behandlung mehr, da der Kratzer bereits in tiefere Schichten bzw. bis zur Grundierung reicht.
  • Befühlen des Kraters: Mit dem Fingernagel vorsichtig (!) über den Kratzer fahren. Bleibt man dabei hängen, ist der Kratzer ebenfalls zu tief, um selbst noch Ausbesserungsarbeiten durchführen zu können.

Ist das noch nicht der Fall, kann versucht werden, den/die Kratzer selbst durch Polieren wieder herauszubekommen.

So poliert man Lackkratzer

1. Säubern

Vor den eigentlichen Ausbesserungsarbeiten muss der betroffene Bereich gründlich von Schmutzpartikeln und Staub befreit werden, z.B. mit warmem Wasser und Spülmittel. Danach mit einem Autoleder trocken reiben, damit die Politur später ihre Wirkung richtig entfalten kann.

2. Politur auftragen

Nun kann eine (silikonfreie) Politur, wie sie im Fachhandel erhältlich ist, großflächig auf die betroffene Stelle eingerieben werden – am besten mit kreisenden Bewegungen. Die Politur wirkt wie ein (sehr feines) Schleifpapier und entfernt den Kratzer, indem etwas vom Lack abgetragen wird. Aus diesem Grund muss hierbei mit äußerster Vorsicht vorgegangen werden, um den Lackschaden nicht unbeabsichtigt noch größer werden zu lassen.

3. Trocknen und nachwischen

Die Politur lässt einen Film auf dem Lack entstehen – bitte gut trocknen lassen, bevor man mit einem Frotteetuch noch einmal vorsichtig über die behandelte Stelle wischt. Der/die Kratzer sollten nun verschwunden sein – ist das nicht der Fall, oder wirkt die Stelle noch mehr beschädigt als zuvor, bitte den Vorgang nicht wiederholen sondern fachmännischen Rat einholen.

Video: Kratzer am Türgriff entfernen, in 10 Minuten

Zahnpasta oder Nagellack: Brauchbare Hausmittel bei Lackkratzern?

Auch Zahnpasta wird eine ähnliche Wirkung wie den empfohlenen Polituren bzw. Feinschleifpasten nachgesagt. Richtig ist, dass handelsübliche Zahncreme im Normalfall ebenso kleine Schleifpartikel beinhaltet und somit eine ähnliche Wirkung erzielen kann. Aber: Sie verleihen dem Lack keine zusätzliche Versiegelung wie das bei speziell für diesen Zweck hergestellte Polituren der Fall ist.

Von Nagellack zum Ausbessern von Lackspuren muss hingegen gänzlich abgeraten werden. Der Farbton stimmt selten mit dem des Autolackes überein und zudem kann es passieren, dass Nagellack bei höheren Außentemperaturen Blasen wirft und abbröckelt – was insgesamt also zu keinem schönen Ergebnis führt.

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