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Dieser Wiener hat die wahrscheinlich größte Golf-Sammlung der Welt

114 Golf aus allen Epochen nennt der Wiener Josef Juza sein Eigen. Die wahrscheinlich größte Privatsammlung der Welt soll ab 2019 zum öffentlich zugänglichen Museum werden.

06.06.2018 Online Redaktion

Wie viele VW Golf braucht man? Die Antwort auf diese Frage kann von Person zu Person stark variieren. Im Falle eines Wiener Rauchfangkehrers lautet sie: 114. So viele Exemplare umfasst nämlich seine Privatsammlung – die wahrscheinlich größte der Welt. Und geht es nach dem passionierten Golf-Fan, gibt es auch noch Luft nach oben.

© Bild: Volkswagen

Größtes Golfsrudel

Volkswagen selbst sagt, dass es weltweit wohl kaum einen Ort mit einer ähnlich hohen dichte an Golf-Raritäten zu finden gibt – von der VW-Heimat Wolfsburg einmal angesehen – wie in der Industriehalle in der Nähe von Wien, die Josef Juza als “Aufbewahrungsort” für seine illustre Sammlung auserkoren hat. Diese nennt der Rauchfangkehrer selbst liebevoll “Golfsrudel”.

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Kein Vorsatz

Juzas Golf-Sammlung umfasst größtenteils die frühen Baureihen, also Generation eins bis drei. Vorgenommen hat er sich das Sammeln nicht – das ist einfach so passiert. „Als ich das erste Mal in einem Golf saß, hatte ich das Gefühl, als wäre dieses Auto nur für mich gebaut worden”, erinnert sich der Wiener. “Sitzposition, Fahrspaß, Alltagstauglichkeit, das war alles genau meins.“

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Vom Fuhrpark zur Sammlung

Dementsprechend wuchs sein privater Fuhrpark immer weiter an. Für seine Arbeit als Rauchfangkehrer nutzte Juza einen Caddy, der Sommer wurde im Cabrio genossen. Für den Winter gab’s dann noch einen Country, und für den reinen Spaß an der Freude natürlich noch einen GTI. Die Familie wurde bevorzugt im “Normalo-Golf” transportiert. „Meine Basis war: Für jeden Anlass den richtigen Golf. Dann hab’ ich mich allerdings auf einer Oldtimer-Ausstellung in ein Modell aus der ersten Serie mit Trommelbremsen vorne und Schwalbenschanz-Heckschürze verliebt”, so Juza. Das war Mitte der 1990er Jahre.

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Viele Versuchungen

Es war das erste Modell, dass der Wiener für nicht unbedingt “notwendig” erachtete – und symbolisiert damit retrospektiv den Übergang von einer größeren Auswahl an Fahrzeugen zur Liebhaber-Sammlung. Einmal angefangen, konnte Juza nicht mehr aufhören: „Ich brauchte nur kurz ins Internet zu sehen, und schon hatte ich wieder ein tolles Exemplar gefunden, das praktisch nichts gekostet hat. Oft war der Transport teurer als der Kauf.“

© Bild: Volkswagen

Golf für alle Lebenslagen

Mittlerweile umfasst Juzas Privatsammlung neben zahlreichen Raritäten und Sondermodellen Golf für alle Lebenslagen – vom Rennen bis zum Wohnen. Mit von der Partie sind etwa ein G60 Limited, eine auf 71 Stück limitierte”Rakete” mit 210 PS und Syncro-Allrad, die in der VW-Motorsportabteilung von Hand gefertigt wurde. Oder ein Rallye-Homologationsmodell auf Basis des Golf II., oder die elektrischen CitySTROMer I und II aus den 1980er bzw. 1990er Jahren. Auch gleich zwei von drei Gangway-Fahrzeugen, die am Flughafen Bremen zum Einsatz kamen, finden sich in Juzas Sammlung wieder.

© Bild: Volkswagen

GTI-Treffen mit mir allein

Und es wäre keine nenneswerte Golf-Sammlung ohne GTI: Deshalb sind neben dem frühen und späten Einser auch ein Zweier-GTI 16V, ein Oettinger-GTI I mit 150 PS, und ein im Auftrag eines Scheichs ordentlich aufgemöbelter Nordstadt-GTI I vertreten. Auch kuriose Tuning-Golf sind da zu finden – und wecken mitunter Erinnerungen: „Heute sagen manche Tupperware-Golf zu den typischen Breitbauten der Achtzigerjahre”, so Juza. “Für mich sind es Erinnerungsstücke an eine Epoche und damals war man ja der Disco-König mit so einem Golf.“

© Bild: Volkswagen

Unfreiwilliges Wachstum

Eine solche Sammlung ist ausreichend – das findet auch Juza, insbesondere, da die Wartung als Privatperson eine große Herausforderung darstellt. Die aktive Suche nach Neuzugängen zu seiner Privatsammlung hat der Wiener daher bereits vor längerer Zeit aufgegeben. Aber, wie das nun einmal so ist, wenn einen die Leidenschaft gepackt hat: Manchmal gibt es trotzdem noch Angebote, die er einfach nicht ablehnen kann. Die Sammlung auf “vernünftige” Ausmaße zu verkleinern, kam für Juza übrigens nie in Frage: „Ich glaube, dann würde ich die ganze Sammlung aufgeben. Lieber auf alle verzichten, als wenige auswählen müssen.“

Öffentliches Museum ab 2019

Sein Hobby zum Beruf zu machen ist ein lange gehegter Traum des passionierten Sammlers. Daher soll die private Sammlung ab kommendem Frühjahr zu einer öffentlich zugänglichen Ausstellung werden. Infos für alle, die vorbeischauen möchten, gibt’s unter diesem Link.

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