
Wenn für einen Hammer alles aussieht wie ein Nagel, sieht für einen McLaren GT alles aus wie eine Kurve. Dies gilt insbesondere auch für den Chauffeur (frz. Heizer!), der heiße Eisen bevorzugt.
Dennoch: Der GT ist deutlich abgesetzt von der radikalen Zuspitzung des 600 LT (autorevue 2/21), seine Reisetauglichkeit erweist sich sogar als verblüffend geschmeidig und ladefreundlich.
Die Zivilabteilung von McLaren (also nicht die F1-Guys) hatte für uns eine Strecke ausbaldowert, die von Genf aus bergwärts in den Süden führte und von Annecy aus gegen den Uhrzeigersinn den gleichnamigen See umrundete. Zurück wieder nach Genf. 193 Kilometer, die in den vorgegebenen drei Stunden zwanzig natürlich leicht zu schaffen waren, hinauf in die Berge und auf den 900 m hohen Col de Leschaux, obwohl die Seestraße von Baustellen gesäumt war. Unglaublich, wie hässlich Frankreich hier sein kann. Der Erwerb einer teuren Immobilie wirkt wenig verlockend, doch die Appartementhaus-Dichte spricht eine andere Sprache. Wie auch immer – es gibt Tage und Gegenden, da sitzt man lieber in einer teuren Mobilie.