Autohygiene: Milben als Allergieauslöser

Wer Milben im Auto vermutet, sollte wissen, was sie bewirken können und mit welchen hygienischen Maßnahmen man gegensteuern kann.

09.03.2018 Online Redaktion

Im Innenraum eines Autos tummeln sich unzählige “blinde Passagiere”: Neben Millionen von Staubpartikeln und Schimmelsporen finden sich in ungepflegten Autopolstern mit hoher Wahrscheinlichkeit auch Milben.

Der Fahrzeug-Innenraum als Paradies für Milben

Studien aus den USA, Brasilien und auch Deutschland zeigen, dass Milben im Innenraum eines Autos ideale Bedingungen vorfinden, um sich zu verbreiten. In den Stoffbezügen und Polstern ist es feuchtwarm, dazu gibt es reichlich Futter in Form von Hautschuppen, die von Schimmelpilzen anverdaut werden und so den Milben gut bekommen.

Je häufiger das Auto benutzt wird, desto höher ist auch die Belastung durch Milben, wenn nicht gegengesteuert wird: Die Körperwärme, zusammen mit einer hohen Luftfeuchtigkeit im Autositz, ist ein entscheidender Faktor dafür, ob sich Milben im Autoinnenraum wohlfühlen oder nicht.

Ganz vermeiden lässt sich die Besiedelung durch Milben im Autoinnenraum allerdings nicht – innerhalb weniger Monate sind in jedem Auto die kleinen Spinnentiere nachzuweisen.

Milben im Auto: Ein bedeutender Faktor für Allergiker

Die nur 0,1 bis 0,5 Millimeter kleinen Tiere gelten aber nicht als das eigentliche Problem. Vielmehr ist es der ausgeschiedene Kot, der als Allergen seine Wirkung entfaltet. Nachdem er nach und nach zerfällt, kann er von den Fahrzeuginsassen eingeatmet und so für Allergiker zum Problem werden. Allergische Reaktionen können sich in verschiedener Form bemerkbar machen: Reizungen der Atemwege, Niesanfälle, Augenjucken, Anschwellen der Nasenschleimhaut usw.

Was kann man gegen Milben im Auto unternehmen?

  • Eine Alternative für Stoffbezüge- und Polster, in denen sich Milben gerne ausbreiten und gut festsetzen können, ist Kuhhaut. Durch einen Lederbezug schaffen es die Milben nicht, durchzukommen.
  • Auch regelmäßiges Staubsaugen kann Abhilfe schaffen, wenn auch nur bedingt. Viele der winzigen Tierchen krallen sich tief in den Polstern fest, hier ist auch ein Staubsauger meist machtlos.
  • Eine weitere Alternative sind Milben-abtötende Mittel aus der Apotheke, die die Milben beseitigen sollen. Aber: Diese Mittel können wiederum selbst Stoffe beinhalten, die Allergien auslösen und sind hinsichtlich Wirksamkeit teils umstritten.
  • Sinnvoll klingt der Ansatz, den Milben das Futter zu entziehen: Diese benötigen zur Ernährung Schimmelpilze, die wiederum bei feuchtem Klima entstehen. Daher sollte der Innenraum möglichst nicht feucht bzw. bereits eingedrungene Feuchtigkeit rasch aus dem Auto geschaffen werden. Das bedeutet: Darauf achten, dass man möglichst nicht mit nassen Schuhen ins Auto steigt, sich im Winter vor dem Einsteigen den Schnee von den Sohlen klopft. Regelmäßiges Durchlüften des Autos hilft außerdem dabei, bereits eingedrungene Feuchtigkeit wieder loszuwerden.
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