Wie wird am Prüfstand getrickst?

Cycle Beating – Die Tricks am Prüfstand.

Autorevue Magazin
Veröffentlicht am 25.03.2015

Jedes Gesetz impliziert auch gleich den Gesetzesbruch. Nicht anders war es bei Einführung von Abgasgrenzwerten. Schon vor der Katalysatorzeit wurde mitunter getrickst, um mit alten Motoren doch noch einmal neue Grenzwerte zu schaffen. Wenn die Manipulation der Messung allzu dreist ausfiel, nannte man das Cycle Beating. Heute schwören natürlich Motoreningenieure und Wissenschaftler, dass es illegale Machenschaften mit Fahrzeugen auf dem Prüfstand schon lange nicht mehr gäbe. Auffällig ist aber, dass viele Autohersteller seit der massiven Klimadiskussion, den normgemäßen CO2-Ausstoß – damit auch den Verbrauch – drastisch absenken konnten, ohne an den Fahrzeugen substanziell viel zu verändern. Selbstverständlich lassen sich durch subtile Abstimmungsarbeit am Prüfstand noch kleine Fortschritte erreichen, ohne dass dies gleich illegal wäre. Die wichtigste Maßnahme ist aber fast immer die gleiche: Verlängerung der Achsübersetzung. Das stört zwar ein wenig die Dynamik des Fahrzeugs, bringt aber einiges im Verbrauch, jedenfalls auf dem Prüfstand. Als Fahrer im wahren Leben kann man den Vorteil der längeren Achsübersetzung aber schnell verlieren, indem man die Gänge weiter ausdreht, um dem Auto wieder das gewohnte Temperament abzuringen. In so einem Fall geht bloß die Schere zwischen Normverbrauch und tatsächlichem Verbrauch weiter auseinander.


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