
In seiner langen Blütezeit war Lancia ein Kulturinstitut, das fein ziselierte Kunstwerke von hoher Qualität schuf und damit nie Geld verdiente, eher im Gegenteil. Das Flaminia Cabrio ist eines der faszinierendsten Modelle, da darf man als Fan ruhig ein wenig verrückt sein beim Restaurieren.
Lancia Flaminia: Eine Passion zwischen Perfektion und Zeitaufwand
Florian Krenn war schon einmal in der autorevue zu Gast, vor 24 Jahren, mit seinem Fulvia Coupé. Auto und Besitzer geht's bis heute hervorragend, danke der Nachfrage, aber die dräuende Frage fokussiert auf Florian Krenns damaligen Lieblingshydranten. Es war jener am inneren Währinger Gürtel, und Florian Krenn hatte ihn insofern liebgewonnen, als er oft von Autofahrern niedergeraspelt wurde. Diese Hydrantenvorliebe hat nichts mit Bosheit zu tun, immerhin ist der Lancia-Fan ein feinsinniger Künstler, das hilft ungemein im Umgang mit italienischem Kulturgut. Florian Krenn schätzt den Hydranten allerdings, weil er quasi sein Grundeinkommen sichert: Er arbeitet für jene Firma, die Wien mit den kunstvollen Gusseisen-Hydranten versorgt. Bis heute. Florian Krenn ist eine treue Seele, also gibt's den Beruf noch immer, den Hydranten in der wasweißichwievielten Generation auch noch. Trotz des gesicherten Einkommens hat die Restaurierung dieses Flaminia Cabrios 20 Jahre gedauert.