Urlaubsreisen und Museen, eine freudige Verbindung, nur leider hat das Peugeot-Museum in Socheaux einen großen Mitbewerber: Das Schlumpfmuseum in Mulhouse, schlanke 55 km entfernt, gilt als eine der irrsten Oldtimersammlungen der Welt, da sollte man weniger interessierte Familienmitglieder lieber nicht in ein Café setzen und in Aussicht stellen, eh bald wiederzukommen.
Peugeot, in allen Facetten
Das Peugeot-Werksmuseum ist von würdiger Größe, das Caféhaussitzen in der Zwischenzeit geht sich ganz gut aus, aber die Sitzer versäumen etwas: Das Museum hält nämlich eine beruhigende Distanz zu den Erlebniswelten mit Betonwänden, wie sie immer häufiger anzutreffen sind, um sich in angenehmer, heimeliger Verdichtung dem eigentlichen Zweck eines Markenmuseums zu widmen: Die eigene Geschichte auszubreiten in allen Facetten, und die reichen bei Peugeot von Sägeblättern über Kaffeemühlen, Werkzeug, Haushaltsgeräte (Elektromixer!) bis zur Pfeffermühle, heute noch immer ein tragendes Säulchen des Konzerns. Der Gutteil der rund 10.000 Quadratmeter aber gehört den Autos, Motor- und Fahrrädern, liebevoll nach Dekaden gruppiert und im Flair ihrer Zeit dekoriert. Schon an die Mosaike am Boden, die durch die Ausstellung führen, verliert man sich gerne, betrachtet die frühen Straßenlaternen, die in Paris jetzt langsam vom Zahn der Zeit weggenagt werden, taucht ab in die ausufernden Art-déco-Schnörkel der 30er Jahre, als die Welt noch einmal opulent sein durfte. Wunderbar gelungen ist der Nachbau einer Werkstatt aus den 30er Jahren, mit dezent verstreuten Ersatzteilen und Werkzeugen. Wer Flinkes mag, findet die Rallyeautos, die in den 60ern und 70ern durchs Geläuf pflügten, seltsam sauber und leise nahe beim Ausgang geparkt.