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Koenigsegg Jesko: Der Schnellste von allen?

Der Koenigsegg Jesko soll auch in Sachen Rekorde in die Reifenspuren des Agera RS treten. Als erstes Serienauto überhaupt könnte das bis zu 1.600 PS starke “Megacar” die berühmt-berüchtigte 300-mph-Marke knacken – zumindest theoretisch.

19.03.2019 Online Redaktion

Zum 25-jährigen Firmenjubiläum schenkt sich Koenigsegg ein Super-, Hyper-, oder (laut Eigendefinition) sogar Megacar, das als erstes seiner Zunft die 300 mph-Marke knacken soll. Der Jesko soll die Lücke, die der Agera RS im Portfolio der Schweden hinterlassen hat, schließen und seinerseits auf Rekordjagd gehen: Mit einem (noch theoretischen) Top-Speed jenseits der 482 km/h peilt Koenigsegg mit seinem jüngsten Modell einen neuen Geschwindigkeitsrekord für Serienfahrzeuge an. Benannt wurde der Jesko nach Christian von Koenigseggs Vater, der seine Affinität für Pferdestärken schon in jungen Jahren als Amateurjockey ausgelebt hat. Dass das neue Hypercar seinen Namen tragen würde, erfuhr auch Jesko von Koenigsegg selbst erst bei der Präsentation in Genf.

Update 19. März 2019: Weniger als zwei Wochen nach der Präsentation am Genfer Automobilsalon hat Koenigsegg bekannt gegeben, dass der auf 125 Stück limitierte Jesko bereits ausverkauft ist. 83 Exemplare wurden bereits im Vorfeld der Show verkauft, wie die Schweden in einem Blog-Posting mitteilten. Innerhalb von fünf Tagen nach der Präsentation wurden auch die verbleibenden Einheiten vergeben, “eine kleine Anzahl von Autos” sei von Koenigsegg-Händlern für potenzielle Kunden, die in Genf nicht anwesend sein konnten, reserviert worden. Koenigsegg habe die entsprechenden Anzahlungen bereits erhalten. Mit der Produktion des Jesko wird 2020 begonnen, die Schweden planen, ein Exemplar pro Woche fertig zu stellen.

Präsentation des Koenigsegg Jesko beim Autosalon Genf 2019:

Weiterentwickelter Biturbo-V8

Zu neuen Höchstleistungen soll der Jesko von Koenigseggs weiterentwickeltem 5-Liter-Biturbo-V8 getrieben werden. Dieser verfügt auf seiner neuesten Evolutionsstufe über eine 180 Grad-Flatplane-Kurbelwelle, die mit einem Gewicht von gerade einmal 12,5 Kilogramm sowohl die Leistung als auch die Effizienz des Motors erhöhen und das Drehzahl-Limit auf 8.500 Touren pushen soll. Der Tendenz von Flatplane-Motoren, stärker zu vibrieren, wird mit aktiven Motorlagern entgegengewirkt, die bereits im Regera zum Einsatz gekommen sind. Für den Jesko neu entwickelt wurden ultraleichte Pleuel und Kolben. Auch ein zum Patent angemeldetes System zur Lufteinspritzung kommt im Koenigsegg Jesko zum Einsatz. Dieses besteht aus einem im Turbolader-System platzierten Carbon-Tank samt Kompressor und versorgt die Turbos mit 20-bar-“Luft-Shots”, wodurch deren Ansprechverhalten deutlich verbessert wird.

Wer sich das ausgedacht hat? Unter anderem diese Leute hier:

Koenigsegg Jesko fährt mit bis zu 1.600 PS

Der neue Koenigsegg-V8 bringt es im Betrieb mit normalem Benzin auf eine Leistung von 1.280 PS. Füttert man den Jesko mit E85, sind sogar 1.600 PS (!) möglich. Das maximale Drehmoment wird mit 1.500 Newtonmetern bei 5.100 Umdrehungen pro Minute angegeben, über 1.000 Nm liegen zwischen 2.700 und 6.170 U/min permanent an. Das Leergewicht des Jesko liegt bei 1.420 Kilogramm.

© Bild: Koenigsegg

Gangwechsel (fast) mit Lichtgeschwindigkeit

Auch beim Getriebe wird mit Innovationen nicht gegeizt. Koenigsegg verpasste dem Leichtgewicht den hochtrabenden Namen “Light Speed Transmission” – und das nicht ohne Grund: Das 9-Gang-Multikupplungsgetriebe, das gerade einmal 90 Kilogramm wiegt, soll den Wechsel zwischen zwei beliebigen Gängen – beispielsweise vom 7. in den 4. – nahezu in Lichtgeschwindigkeit vollziehen, weil die Gänge dazwischen einfach “übersprungen” werden können.

© Bild: Koenigsegg

1.000 kg Anpressdruck bei 275 km/h

Im Jesko kommt ein neu designtes Kohlefaser-Monocoque zum Einsatz, das gegenüber jenem des Agera RS um 40 Millimeter in die Länge und um 22 Millimeter in die Höhe gewachsen ist. Für die Insassen gibt es also ein wenig mehr Platz. Sowohl an der Vorder- als auch an der Hinterachse ist der Jesko dreifach Öhlins-stoßgedämpft. Dieses “Triplex Suspension System” mit zwei vertikalen und einem horizontalen Stoßdämpfer wurde 2010 für den Agera entwickelt, kam bei ihm aber nur hinten zum Einsatz. Der Jesko wird auch an der Front damit ausgestattet, um Höhe und Grip sowohl bei niedrigen als auch bei hohen Geschwindigkeiten zu optimieren. 1.000 Kilogramm Anpressdruck soll der Jesko bei 275 km/h produzieren, dafür sorgt ein Aerodynamik-Paket mit neuem Heckflügel, Frontsplitter und Diffusor.

Leichte Räder, starke Reifen

Ein weiteres Novum bei Koenigseggs jüngstem Hypercar: Die Hinterräder lenken in einem Winkel von bis zu drei Grad mit, um die Stabilität in Kurven bei hohen Geschwindigkeiten zu erhöhen (und diese auch schneller hinter sich lassen zu können). Bei niedrigen Geschwindigkeiten lenkt das System gegen, um den Wendekreis des Fahrzeugs zu verkleinern. Apropos Räder: Vorne trägt der Jesko 20-Zöller, hinten 21-Zöller, die nicht nur größer, sondern auch leichter als die seines Vorgängers sind. Serienmäßig ist das Hypercar mit Michelin Pilot Sport Cup 2-Reifen ausgestattet, optional gibt’s deren R-Variante. Welche Reifen beim Versuch, einen neuen Geschwindigkeitsrekord aufzustellen zum Einsatz kommen werden, verriet Koenigsegg aber nicht.

© Bild: Koenigsegg

Koenigsegg Jesko: “Das ultimative straßenfreundliche Rennstreckenfahrzeug”

Koenigsegg bezeichnet des Jesko als “das ultimative straßenfreundliche Rennstreckenfahrzeug”. Heißt: Eigentlich braucht es eine Rennstrecke, um das Megacar wirklich genießen zu können. Eine Zulassung für die Straße wird es trotzdem bekommen. Und wer es dort fährt, soll nicht mit mangelndem Fahrkomfort bestraft werden. Wie bereits der Regera verfügt auch der Jesko über die “Autoskin-Funktion”, mit der Türen und Hauben per Knopfdruck hydraulisch geöffnet werden können. Ist man einmal drinnen, bereut man es nicht: Die Schalensitze sind elektrisch verstellbar und beheizbar. Das Infotainment-System wird über einen zentralen Touchscreen gesteuert, zudem befinden sich zwei kleine Touchscreens links und rechts am Lenkrad. Für die Instrumentenanzeige findet sich ein weiteres Display direkt hinter dem Lenkrad. Materialtechnisch kommen im Innenraum Leder, Alcantara, Kohlefaser, Aluminium und Glas zum Einsatz, Koenigsegg betont die “nahezu endlose” Auswahl an Farb- und Kontrastoptionen.

© Bild: Koenigsegg

125 Jeskos sollen gebaut werden – vergleichsweise viel für Koenigsegger Verhältnisse. Dei Preis dürfte bei zweieinhalb bis drei Millionen Euro liegen.

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