Andreas Riedmann
Kia Sportage: Mit zweierlei Saft

Kia Sportage: Varianten, Preise, Ausstattung [Modellübersicht]

Den SUV-Trend in Europa eingeleitet haben überwiegend asiatische Hersteller – und der Kia Sportage aus Südkorea gehörte zu den Pionieren.

Zuletzt aktualisiert am 31.03.2023

Mit dem bereits seit 1994 in Europa erhältlichen Kia Sportage hat der koreanische Hersteller einen neuen Trend eingeläutet – mit hoher Sitzposition und geländegängigem Design für vergleichsweise wenig Geld. Nicht umsonst zählt er auch in der nunmehr fünften Generation zu den beliebtesten SUV-Modellen in Österreich. Punkten kann er auch mit der 7-Jahres-Garantie und umfangreichen Serienausstattungsmerkmalen.

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Kia Sportage Baureihen

Kia Sportage JA (1994 – 2002)

1994 wurde das erste Modell des Kia Sportage in Österreich vorgestellt, mit kantigem Jeep-Design, zuschaltbarem Allradantrieb und Geländeuntersetzung. Neben dem Kombi war auch eine Version mit Softtop erhältlich, die dem legendären Suzuki Samurai sehr ähnlich sah. Während die ersten Modelle aus der Fabrik in Südkorea kamen, wurde der Kia Sportage später auch beim deutschen Auftragsfertiger Karmann in Osnabrück gefertigt.

1999 erfolgte eine Überarbeitung der Karosserieform. Zunächst waren Motoren mit 2,0 Liter Hubraum und Leistungen zwischen 70 und 94 kW ( 95 bis 127 PS) beim Benziner bzw. 61 kW (83 PS) beim Dieselmotor erhältlich. Die Preise starteten bei etwa 17.000 Euro.

Die ersten Sportage-Modelle sind durch Probleme bei der Federung, Rostbildung in der Abgasanlage, ausgeschlagene Lenkgelenke sowie Schäden am Kurbelwellentrieb und Zylinderkopf beim Turbodiesel aufgefallen. Von Beginn an wurden beim Dieselmotor auch Schwankungen der Drehzahl und starkes Rucken bemängelt, das bis in die vierte Generation andauerte.

Kia Sportage JE (2004 – 2010)

Zwischen 2002 und 2004 wurde der Modellname Sportage nicht verwendet. Erst im September 2004 wurde die zweite Generation des Sportage vorgestellt, basierend auf der gleichen Plattform sowie den gleichen Motoren wie der Hyundai Tucson. Die zweite Generation wurde breiter und höher als die erste. Erstmals war auch ein permanenter Allradantrieb im Programm. Zwischen 2006 und 2008 gab es kleinere Modellüberarbeitungen, vor allem an der Front und am Heck sowie beim Fahrwerk.

Neben dem 2,0 Liter-Benzinmotor der ersten Generation, der nun allerdings bereits 104 kW (141 PS) leistete, wurde der Sportage auch mit einem 2,7 Liter-V6 mit 129 kW (175 PS) ausgestattet. Dieses Modell verfügte über serienmäßigen Allradantrieb und eine Vierstufen-Automatik. Der 2,0 Liter-Common-Rail-Dieselmotor war nun mit 83 kW (113 PS) deutlich stärker als in der ersten Generation und erhielt zudem eine zweimalige Leistungssteigerung auf bis zu 110 kW (150 PS).

2007 wurde für den Kia Sportage die Sieben-Jahres-Garantie eingeführt, die bereits beim Kia ceed in Europa für Furore gesorgt hatte. Das hat diverse Problemzonen vor allem beim Fahrwerk abgemildert.

Kia Sportage SL (2010 – 2015)

Technisch baugleich mit dem Hyundai ix35 ist der Kia Sportage der dritten Generation. Das Modell ist wieder länger und breiter als der Vorgänger und orientiert sich am neuen Stil der Marke mit großem Kühlergrill und prominenten Markenlogo. 2011 wurde der Kia Sportage mit dem „red dot design award“ ausgezeichnet. 2014 folgte ein Facelift mit Änderungen an Front, Heck und Fahrwerk. Ab etwa 20.000 Euro war man dabei.

Der V6-Motor wurde allerdings nicht mehr angeboten. Es verblieben die Benzinmotoren mit Leistungen zwischen 99 und 122 kW (134 bis 166 PS) sowie Dieselmotoren mit 85 bis 135 kW (116 bis 184 PS) Leistung.

2010 wurde erstmals für den Kia Sportage ein NCAP-Crashtest durchgeführt, der mit fünf von fünf Sternen bewertet wurde. Mit sehr hoher Insassensicherheit war er das bestbewertete Fahrzeug seiner Klasse. Die erstklassige Bewertung hat der Sportage auch bisher nicht mehr abgegeben, auch wenn die Insassensicherheit bei jüngeren Modellen schlechter bewertet wurde als bei der dritten Generation. Modelle der dritten Generation weisen nur kleinere Schwächen auf, insbesondere die mangelhafte Beleuchtung wurde kritisiert.

Kia Sportage QL (2015 – 2021)

2015 wurde die bereits vierte Generation des Kia Sportage vorgestellt, die schnell zum meistverkauften Modell von Kia avancierte. Sie basiert immer noch auf der selben Plattform wie der Hyundai Tucson. 2018 erhielt der Sportage ein Facelift.

Basis der Motorenpalette waren wiederum zwei Benzinmotoren mit Leistungen zwischen 97 und 130 kW (132 bis 176 PS) sowie drei Dieselmotoren mit 85 bis 136 kW (166 bis 185 PS), die mehrfach überarbeitet wurden. Alle Motoren waren mit Mild-Hybrid-Technologie ausgestattet. Die Dieselmotoren liefen mit weniger als fünf Liter Durchschnittsverbrauch vergleichsweise sparsam, die Benzinmotoren waren mit rund sieben Litern Durchschnittsverbrauch hingegen eher durstig. Allradantrieb war optional erhältlich.

Modelle der vierten Generation zeigen motorisch kaum Auffälligkeiten, es wird aber von Problemen mit rutschender Kupplung und entsprechend starkem Ruckeln beim Anfahren berichtet.

Kia Sportage NQ5 (seit 2021)

Optisch unterscheidet sich die aktuelle fünfte Generation des Kia Sportage deutlich von seinen Vorgängern – durch eine markante, kantige Front mit Bumerang-ähnlichen LED-Leuchten und verkleinerte Heckleuchten, die sich weit bis in die nach innen gebogene Heckklappe ziehen. Im Innenraum dominierten digitale Displays. Serienmäßig sind autonomes Notbremssystem, Fußgänger- und Fahrraderkennung, Bluetooth-Freisprecheinrichtung, DAB-Radio, Rückfahrkamera Apple CarPlay bzw. Android Auto, Spurfolgeassistent sowie LED-Tagfahrlicht. Allradantrieb ist optional erhältlich.

Zusätzlich zu den jeweils 1,6 Liter Hubraum aufweisenden Benzinmotoren mit Leistungen zwischen 85 kW (116 PS) und 132 kW (180 PS) wird ab 2023 erstmals auch eine Plug-in-Hybrid-Variante angeboten. Der 1,6 Liter-Benzinhybrid leistet mit einem 44,2 kW (60 PS) starken Elektromotor gesamt 169 kW (230 PS), der baugleiche Plug-in-Hybrid mit einem 67 kW (91 PS) starken Elektromotor gesamt 195 kW (265 PS).

Der Kia Sportage Plug-in-Hybrid mit Ladekabel.
© Bild: Andreas Riedmann
Der Kia Sportage Plug-in-Hybrid mit Ladekabel. © Bild: Andreas Riedmann

Das Basismodell Kia Sportage Titan kostet aktuell 31.790 Euro, das Topmodell der GT-Linie ohne Hybrid 56.190 Euro. Der Hybrid bewegt sich je nach Ausstattungsvariante zwischen 44.490 und 56.390 Euro, der Plug-in-Hybrid startet bei 48.990 Euro. Das teuerste Kia Sportage Modell ist der GT-Line Plug-in-Hybrid mit einem Basispreis von 58.190 Euro. Zwei Ausstattungspakete mit 1.500 bzw. 3.000 Euro Aufpreis sind zubuchbar.

Aktuelle Infos und Preise zum Kia Sportage findet ihr auf der Herstellerseite.

Häufig gestellte Fragen zum Kia Sportage

Ab wann wurde der Kia Sportage gebaut?

Der Kia Sportage wird seit 1994 beinahe durchgehend gebaut, nur zwischen 2002 und 2004 erfolgte eine zweijährige Pause.

Wo wird der Kia Sportage gebaut?

Anfänglich wurde der Kia Sportage im südkoreanischen Kia-Werk gebaut, dann auch beim deutschen Auftragsfertiger Karmann. Die aktuelle Generation wird im slowakischen Žilina gefertigt.

Wie groß ist das Kofferraumvolumen des Kia Sportage?

Mit 587 Litern bei aufgeklappter und 1.776 Litern bei umgeklappter Rückbank zählt der Kia Sportage zu den Transportmeistern.

Fazit

Der Kia Sportage hat den SUV-Trend entscheidend miteingeläutet und erweist sich auch nach beinahe 30 Jahren Bauzeit als zuverlässiger Dauerbrenner – neuerdings auch mit alternativem Hybrid-Antrieb. Ältere Modelle weisen noch eine Reihe von Schwachstellen auf, aber der Kia Sportage ist ein solider Begleiter sowohl für Familien als auch für Abenteurer. Bei der großen Ausstattungsvielfalt und Preisrange ist für jeden etwas dabei.