Schilling & Riedmann
Der Audi A4 TDI quattro B6 aus dem Jahr 2001.

Audi A4: Ob Limousine oder Avant als Firmenwagen stets bekannt [Modellübersicht]

Mit 1994 startete der Erfolgslauf des Audi A4. Der Nachfolger des Audi 80 wurde seither millionenfach produziert und ist das meistverkaufte Audi-Modell.

Online Redaktion
Veröffentlicht am 24.10.2022

Der A4 ist Audis Bestseller. Der Nachfolger des legendären Audi 80 wird seit beinahe 30 Jahren gebaut und ist mehrere Millionen Mal verkauft worden. Weniger beliebt bei Privatpersonen, avancierte der Audi A4 vor allem in der Kombi-Version (bei Audi Avant genannt) zum Verkaufsschlager als Firmenauto. Aber auch das A4 Cabriolet genießt Kultstatus und mit dem Audi duo war man einst als Pionier der Hybrid-Technologie unterwegs.

Die Baureihen des Audi A4

Audi A4 B5/8D (1994 bis 2001)

1994 präsentierte Audi mit dem neuen A4 den Nachfolger des Bestsellers Audi 80. Der B5/8D wurde insgesamt sechs Jahre lang gebaut. Er basierte auf der damals neuen B5-Plattform und hatte deutlich rundlichere Formen als der Audi 80. Zuerst wurde die Limousine angeboten, ab Jänner 1996 auch die Kombi-Variante Avant. Die Cabrio-Variante des Vorgängers wurde noch parallel bis Sommer 2000 weiter gebaut. Technisch unterschied sich der A4 vom Vorgänger Audi 80 vor allem durch eine Vierlenker-Vorderachse und eine überarbeitete Verbundlenker-Hinterachse.

Motorisierungen

Die Palette der angebotenen Motoren bestand aus drei neuen Vierzylinder-Ottomotoren und zwei V6-Ottomotoren, bekannt aus dem Audi 100, die zwischen 55 kW (75 PS) und 142 kW (193 PS) leisteten. Die Sportversionen S4 und RS4 – zu dieser Zeit noch mit Biturbo-V6-Motoren – verfügten über 195 kW (265 PS) bzw. 280 kW (381 PS). Bereits im Oktober 1997 erschien mit dem Audi duo auf Basis des A4 Avant ein Modell mit Hybrid-Antrieb.

Verkaufszahlen

Der neue Audi A4 B5 wurde mehr als 1,6 Millionen Mal gebaut, davon etwa 30 % in der Avant-Variante. Gebrauchte Modelle weisen mitunter häufig Ölverlust an Ölwanne und Ventildeckeln sowie Probleme bei den Turbos auf.

Audi A4 B6/8E (2000 bis 2004)

Mit der Vorstellung der zweiten Baureihe des Audi A4 im Jahr 2000 wurde das Modell optisch an den größeren Bruder A6 angelehnt. Außerdem wurde erstmals wieder ein Cabriolet angeboten, das sich durch den optionalen Allrad-Antrieb und die stufenlose Automatik „Multitronic“ von den Mitbewerbern unterschied. Bei den Quattro-Modellen erhielt die Tiptronic-Wandlerautomatik eine zusätzliche Schaltstellung „S“, mit der ein sportlicheres Schaltverhalten und Fahrgefühl vermittelt wurde.

Der Audi A4 TDI quattro B6 aus dem Jahr 2001.
Als Stilmerkmal frischer Audis gilt fürderhin der geteilte Grill,… © Bild: Schilling & Riedmann

Gegenüber den Motorenmodellen des ersten A4 wurden zwei weitere Ottomotoren aufgenommen, sodass Leistungen zwischen 74 kW (100 PS) und 162 kW (220 PS) zur Verfügung standen. Die V8-Sportversion S4 leistete 253 kW (344 PS).

Beim NCAP-Crashtest von 2001 erzielte der Audi A4 der zweiten Baureihe nur vier von fünf möglichen Sternen, weshalb bei der Entwicklung der dritten Baureihe verstärktes Augenmerk auf die Verbesserung der Crash-Eigenschaften gelegt wurde.

Audi A4 B7/8E (2004 bis 2008)

Lediglich knapp fünf Jahre lang wurde die dritte Baureihe des Audi A4 gebaut. Erstmals erhielt der Audi A4 den charakteristischen „Singleframe“-Kühlergrill.

Der Audi A4 TDI aus dem Jahr 2005.
Der Audi A4 TDI aus dem Jahr 2005. © Bild: Schilling & Riedmann

Die Motorisierungen starteten bei 75 kW (102 PS), das Sechszylinder-Topmodell Audi A4 3.2 FSI leistete 188 kW (256 PS). Auch in der dritten Baureihe wurden die Achtzylinder-Varianten S4 und RS4 angeboten, mit 253 kW (344 PS) bzw. 309 kW (420 PS). Der RS4 kostete bei Markteinführung 2005 etwa 70.000 Euro.

Audi A4 B8/8K (2007 bis 2015)

Die vierte Baureihe des Audi A4 war nach der ersten die am längsten gebaute. Designtechnisch lehnt sich die Baureihe 8K an den im März 2007 vorgestellten A5 an, beispielsweise mit den horizontalen Rücklichtern. Die Kombivariante wurde erst ein Jahr nach der Limousine vorgestellt. Das Modell „8K“ basierte erstmals auf dem „Modularen Längsbaukasten“ mit Längsmotor. 2011 erfolgte ein Facelift. Die Cabrio-Variante der dritten Baureihe wurde ab dem Frühjahr 2009 als A5 Cabrio weitergeführt.

Serienmäßig verfügte der Audi A4 der vierten Baureihe über einen Frontantrieb, Allrad war sowohl für Limousine als auch Kombi verfügbar. Die Motorleistungen variierten zwischen 88 kW (120 PS) und 195 kW (265 PS). Der 3.0 TDI (ab 2009) verfügte über eine Abgasnachbehandlung, sodass dieses Modell bereits die für 2014 angekündigte Euro-6-Grenzwerte einhielt. Die Sportversion S4 leistete 245 PS (333 PS). In der vierten Baureihe wurde außerdem zwischen 2012 und 2015 auch der RS4 angeboten, ein Kombimodell mit 4,2-Liter-V8-Motor und 331 kW (450 PS).

Die vierte Baureihe – mit fünf Punkten beim NCAP-Crashtest – wurde allein in Deutschland mehr als 500.000 Mal verkauft – beinahe 90 % davon an gewerbliche Halter.

Aktuelle Testberichte zum Audi A4 Avant (Kombi) findet ihr mit unserer Testberichtsuche.

Audi A4 B9/8W (ab 2015)

Im September 2015 wurde der A4 in seiner bereits fünften Baureihengeneration vorgestellt, erstmals gleichzeitig als Limousine und Kombiversion. Die Neuauflage erhielt ein sportlicheres Design, mit Xenonlicht, einem digitalen Display und zahlreichen Assistenzsystemen.

Aktuell wird der A4 als klassische Stufenheck-Limousine, Avant und als Avant g-tron mit CNG-Gasantrieb angeboten. Die Motorenpalette reicht vom Dieselmotor mit 100 kW (136 PS) bis zum Ottomotor mit 210 kW (286 PS). Die CNG-Variante leistet 125 kW (170 PS). Eine Allrad-Version „quattro“ ist sowohl für die Limousine als auch für den Kombi verfügbar. Einige Motoren verfügen über eine Mild-Hybrid-Variante, mit der durch effiziente Energierückgewinnung der Kraftstoffverbrauch gesenkt werden kann. Die Preise starten bei 36.459 Euro für die Basis-Limousine, jene für den Avant beginnen bei 38.847 Euro. Die CNG-Variante kostet 48.004 Euro.

Der Audi A4 Avant.
Nach dem Facelift ist hier nicht vor dem Facelift. Das Nächste, was beim A4 passiert, wird die neue Generation sein. Aber nicht vor 2022. © Bild: Andreas Riedmann

Wer es gerne noch etwas sportlicher mag, der greift zu den S-Modellen mit serienmäßigem Sportfahrwerk. Die Audi S4-Limousine verfügt über einen Ottomotor mit 251 kW (341 PS) sowie Allrad und Automatik-Getriebe. Die Variante kostet mindestens 76.046 Euro. Der Motor des S4 Avant weist die gleiche Leistung auf wie die Limousine, kostet aber mit 79.079 Euro noch etwas mehr. Im NCAP-Crashtest erreichte der aktuelle Audi A4 fünf von fünf möglichen Sternen.

Aktuelle Infos und Preise zum Audi A4 findet ihr auf der Herstellerseite.

Häufig gestellte Fragen zur MARKE MODELL

Welche Audi A4-Modelle gibt es?

Aktuell werden in der fünften Baureihe des Audi A4 die Modelle A4 Limousine, A4 Avant, A4 Avant g-tron, A4 allroad quattro, S4 Limousine und S4 Avant angeboten.

Ab wann wurde der Audi A4 gebaut?

Der Nachfolger des Bestsellers Audi 80 – von 1972 bis 1995 gebaut– wurde 1994 vorgestellt.

Wo wird der aktuelle Audi A4 gebaut?

Die A4 Limousine, der A4 Avant und die S-Modelle werden im Audi-Werk Ingolstadt gefertigt, weitere Limousinen zusätzlich auch in Neckarsulm.

Wie viel kosten aktuelle Audi A4-Modelle?

Die Basisversion des Audi A4 Limousine kostet etwa 36.500 Euro, das Topmodell S4 Avant rund 79.100 Euro (Stand Herbst 2022).

Fazit

Der Audi A4 ist der Inbegriff des leistbaren und prestigeträchtigen Firmenwagens, vor allem in der Avant-Variante. Der Bestseller wird seit beinahe 30 Jahren gebaut und ist das meistverkaufte Audi-Modell insgesamt. Die Sicherheitsstandards wurden über die Baureihen deutlich verbessert und gebrauchte A4-Modelle verzeichnen einen stabilen Wiederverkaufswert.