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Kommentar: Freude am Mitfahren

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Das autonome Auto ist längst Realität. Nur halt nicht bei uns.

Während wir noch immer über die doofen selbstfahrenden Robotaxis in San Francisco lachen, auf dem Gebiet des Autofahrens allesamt primäre und sekundäre Analphabeten, die beim geringsten Anlass vor Angst oder Schreck stehenbleiben, hat sich die Szene doch gewandelt. Neuere Nachrichten berichten, dass die Google-Schwester Waymo mit ihren Robotaxis 150.000 Fahrten pro Woche in den vier Städten San Francisco, Los Angeles, Phoenix und Austin absolviert. 

Mit Zoox, einem Unternehmen, das zu Amazon gehört, wird bald ein Konkurrent dazustoßen und zunächst in Las Vegas und San Francisco Robotaxis anbieten, und der ewige und immer ewiger werdende Elon Musk wird auch bald mitmischen und ab 2026 ein Auto für Taxi und privat ohne Pedale und Lenkrad produzieren. Das wird zwar seine Umgebung nur mit Kameras abtasten und nicht, wie die Mitbewerber, mit Lidar, und damit eigentlich für autonomes Fahren gar nicht geeignet sein, aber Musk kann sich die entsprechenden Vorschriften jetzt eh direkt beim Boss bestellen und wird das schon geregelt kriegen. 

Es geht also wirklich was weiter, auch wenn es Rückschläge gibt wie den, dass sich GM mit seinem Tochterunternehmen Cruise aus dem Robotaxigeschäft zurückzieht und damit zehn  Milliarden bereits investierte Dollar in den Sand setzt. Im Vorjahr hatte es einen Unfall in San Francisco gegeben, bei dem das Robotaxi nicht gerade gute Figur gemacht hatte, der Ausstieg ist eine Folge davon. Aber andere machen weiter. 

Zwar ist nach früher Euphorie übers autonome Fahren alles recht schnell wieder abgekühlt, die kriegen ja nicht einmal einen Tempolimitwarner zusammen, so der Eindruck – allerdings nur bei uns, während anderswo Realitäten geschaffen werden. 

Robotaxis sind der Anfang, und das Musk-Auto werden auch Private haben wollen, und bald werden in USA und Asien wirklich alle hinten sitzen und Karten spielen, wie man früher immer gesagt hat, wenn’s um selbstfahrende Autos ging. Vielleicht auch Mahjong. 

Und hier? Da war so ein autonomer Bus in der Seestadt in Wien, nach zwei Jahren Testbetrieb war wieder Schluss (in Kärnten sind sie noch dran). Wenn wir gefragt werden, ob wir autonome Taxis und Autos wollen, würden wir vielleicht nein sagen, sie dann aber doch benutzen. Und wissen Sie, was fix ist? Genau so wird es auch kommen, irgendwann.

Dieser Kommentar ist in autorevue 01/25 erschienen.

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