
Renault bringt mit dem R5 einen hübschen, bunten und wohlbemessenen Neuzugang im Elektrosegment. Ihm könnte das Kunststück gelingen, durch Charme und Klugheit Vorbehalte aufzuweichen.
Übersicht
Nostalgisches Design mit modernem Charme
Die zunehmende Sehnsucht der Kunden nach Individualisierung ist für Hersteller Dilemma. Woher sie kommt, könnte Anlass für ein ausuferndes Philosophicum sein, unmittelbar bleibt aber der sorgenvolle Blick auf Kosten, vor allem beim eh schon so teuren Elektroauto. Wie also ein Geschäft daraus machen? Zum Beispiel derart: Für den neuen Renault 5 werden verschiedene Dekorbeklebungen für Dach und Türen angeboten. „NumbeR5" in Rot oder Mattschwarz, „Unlimited5" in Gold oder Silber, zu – hallo! – 600 Euro. An den Türen in Weiß gibt es sie freilich auch aufpreisfrei, immerhin ein Hauch Égalité also. Dabei hätte er den Aufwand eigentlich gar nicht nötig. Per Gestalt spricht der R5 für sich. Renault hat ein charmantes Auto hingezaubert, das geschickt aus der Geschichte zitiert für jene, die entflammbare Auto-Erinnerungen haben an die 1970er und 1980er Jahre, und gleichzeitig funktioniert es stilistisch auch für die Nachkommen, die keine derartige Prägung haben. Das Eingängige kommt von den guten Proportionen. Der R5 hat beinahe gar keine Überhänge und die Räder an den äußersten Ecken geben ihm etwas Massensolides. Das löst im Betrachter ein Harmoniegefühl aus. Mit 18 Zoll sind die Räder für ein 3,92-Meter-Auto zudem verhältnismäßig groß, was toll aussieht, weil es aber Vorgabe ist und einzige Option, wird man bei jedem Reifen-Neukauf der Zukunft über den Preis guten Aussehens nachdenken müssen. Dieses Kostenfaktors sollte man sich bewusst sein, ein nicht-großes Auto sucht man sich ja aus gutem Grund und der Kosten wegen aus, ein Punkt, zu dem wir noch zurückkommen werden.