BMW iX M60: Gegenwartskaiser

Muss man lesen, um es zu glauben: Der Top-Elektriker von BMW sprengt alle Dimensionen von Gut und Böse, schüttelt sich vor Kraft und holt so viel Zukunft ins Präsens, dass es nur so nachhaltet.

David Staretz
Autorevue Magazin
Veröffentlicht am 03.08.2022

Was ein anspruchsvolles Fahrzeug heute darstellen und können muss, baut sich hier, ins Extrem gepusht, vor uns auf: ein Elektro-SUV, laut BMW eigentlich SAV („Sports Activity Vehicle“), jenseits bekannter Dimensionen von Kraft, Luxus, Systemvernetzung im 130.000-Euro-Club. Freilich baut der M60 auf dem ohnehin schon übernatürlichen iX50 auf. Insofern nur kann die M-Version verstanden werden, denn auf unvorbereitete Geister wirkt sie geradezu absurd. Schließlich handelt es sich um das stärkste und schnellste und wirkmächtigste (Elektro-)Fahrzeug der BMW Group, nebenbei auch um das schwerste (2,6 Tonnen) und reichweiteste. Fünfhundert Kilometer erscheinen machbar. Zehn Minuten Powerladen für 150 Kilometer. Zwei E-Motoren stemmen (für zehn Sekunden) eine Gesamtleistung von 619 PS, geringfügig mehr als der jüngst vorgestellte Lotus Eletre (der jedoch unter zwei Tonnen bleiben soll). Im Launch-Modus stürmt der Dingolfinger in 3,8 Sekunden auf hundert, das Tempolimit wurde auf 250 km/h freigeschaltet (Reichweite ade!). Hollywood-Soundmaster Hans Zimmer schlägt bedrohlichere Töne an. Hinweis der BMW-Crew vor der Testfahrt zum Scharmützelsee: „Don’t try this on federal roads. Because this is really dangerous!“ Ja, die Kommunikationssprache für ein deutsches Produkt in Deutschland ist Englisch. Neu ist die Powershake-Funktion. Das Gehäuse wackelt, die Basstöner in den Sitzen vibrieren vor verhaltener Kraft. Offenbar wollte man mit diesem Gadget Kindsköpfe wie Elon Musk links überholen. Der hat es nur zur Furzkissen-App gebracht im Tesla X.

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