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Wie kommt der Bentley Flying Spur V8 an?
Aber so ein Bentley strahlt trotzdem etwas ganz Besonderes aus. Es fährt die glorreiche Geschichte mit, so ein bisschen auch die legendären fünf Le-Mans-Siege zwischen 1924 und 1930, so ein wenig der Glamour der damaligen «Bentley Boys» – und auch optisch machen sie einiges her. Der Auftritt ist mächtig, nicht nur, was die Dimensionen betrifft. Auf der Autobahn werfen sich die anderen Verkehrsteilnehmer auf die rechte Spur, auch wenn der mächtige Engländer genau innerhalb des gesetzlichen Limits einherrollt. In der Stadt bleiben die Fußgänger mit offenem Mund stehen, auf dem Lande rennen die Kinder hinter dem 5,3 Meter langen Flying Spur her, um ihn bestaunen zu können. Immer wieder wird man gefragt, was das mächtige, schon im Stand sehr edle Fahrzeug denn kostet, und dann kann man erzählen, dass es keinen offiziellen Basispreis gibt, denn so ein Fahrzeug wird ja ganz individuell konfiguriert. Aber so prinzipiell, als Größenordnung, geht es ab 150.000 Euro sehr schnell aufwärts.
Video: Testfahrt im Bentley Flying Spur
Seine Kraft und sein Verbrauch
Und wir sprechen hier vom neuen Einsteigermodell des Flying Spur, dem V8, der seit Frühling auf dem Markt ist. Der 4-Liter-Turbo, der 507 PS stark ist, auch im Audi A8 arbeitet und als besonderes Merkmal über eine Zylinderabschaltung verfügt, ist die sparsamere Alternative zum bisher und weiterhin angebotenen Zwölfzylinder mit 625 PS. Zylinderabschaltung bedeutet, dass der fast 2,5 Tonnen schwere Bentley im Schiebebetrieb nur mit vier Zylindern unterwegs ist, ein eigentlich probates Mittel, um massiv Benzin zu sparen. 10,9 Liter sind es gemäß Werk und Norm, doch das erwies sich im Test dann weit mehr als Wunsch denn Realität, unter 14 Liter kamen wir auch bei sehr entspannter, einem Bentley angepasster Fahrweise nicht. Was dann wiederum am schon erwähnten Gewicht gelegen haben dürfte.
Gutes Gewissen


Dass der Fyling Spur, zwar erst im vergangenen Jahr rundum erneuert, in seiner Grund-Konstruktion ein «altes» Auto ist, merkt man aber trotzdem, leider, auch im Fahrbetrieb; Querrillen mag der Engländer gar nicht, da tut es einen Schlag durch den ganzen Wagen. Und das passt irgendwie nicht zu einer großen Limousine, die ihre Passagiere ja möglichst komfortabel ans Ziel bringen soll.
Nichts für Bergstraßen oder enge Gassen


Und auch in Sachen Infotainment ist der Bentley nicht mehr auf dem neusten Stand der Technik, da ist ein Golf 7 moderner. Andererseits: so ein Flying Spur ist eine typische Chauffeur-Limousine – und was kümmert es den Gast hinten rechts, wenn sich der Pilot vorne links mit einem nicht besonders schnellen Navi abmühen muss?
Wie sich die Automatik anfühlt


Es gibt modernere, auch sparsamere Luxus-Limousinen als den Flying Spur, die S-Klasse von Mercedes, zum Beispiel, überflügelt den Engländer in fast jeder Disziplin. Doch um technische Details, elektronische Gimmicks, Fahrleistungen oder Verbrauch geht es ja bei einem solchen Wagen nur ganz am Rande. Auch der Preis interessiert nicht wirklich – es geht um Stil, den ganz guten Geschmack, und den kann man ja bekanntlich nicht «kaufen». Es sind Dinge, die sich der Vernunft, aller Rationalität entziehen: wer einen Bentley will, der wird sich einen Bentley kaufen (entsprechendes Spaziergeld natürlich vorausgesetzt). Und da ist es eigentlich auch egal, ob unter der Haube der feiste W12-Motor oder ein «Vierzylinder» seinen Dienst tut.
Und wäre nicht dies Image-Dings, dann könnte man sich ja auch einen Skoda Superb kaufen. Der kann fast alles fast gleich gut…
Vielen Dank an die Kollegen von radical-mag.com