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Stirling Moss: 5 unvergessliche Rennen

Stirling Moss: 5 unvergessliche Rennen

Wir lassen fünf unvergessliche Rennen Revue passieren, mit denen Stirling Moss Motorsportgeschichte schrieb.

Online Redaktion
Veröffentlicht am 13.04.2020

Am 12. April 2020 ist Stirling Moss im Alter von 90 Jahren gestorben. Mitte des 20. Jahrhunderts hatte der Brite Motorsportgeschichte geschrieben, und obwohl ein schwerer Unfall seine Fahrerkarriere bereits 1962 abrupt beendete, gilt Moss noch heute als der beste Formel-1-Pilot, der niemals Weltmeister werden sollte. Bis ins Alter von 81 Jahren nahm Moss, der 2000 mit dem Ehrentitel Sir ausgezeichnet wurde, in historischen Rennwagen an Legendenrennen teil. Wir erinnern uns an fünf unvergessliche Erfolge, mit denen Moss Motorsportgeschichte schrieb.

Mille Miglia 1955

Stirling Moss selbst bezeichnet die Mille Miglia 1955 als das beste Rennen seiner Karriere – und da würden ihm wohl nur die wenigsten widersprechen. Bei dem extrem anspruchsvollen 1.000-Meilen-Rennen feierte der Brite einen der größten Erfolge der Motorsport-Geschichte überhaupt: Mit seinem Beifahrer Denis Jenkinson, der mit der so genannten “Toilet Roll” ein System entwickelt hatte, um Moss während des Rennens mit Handzeichen über den Streckenverlauf zu informieren, kam der Mercedes-Benz 300 SLR nach nur 10 Stunden, 7 Minuten und 48 Sekunden ins Ziel – fast 32 Minuten schneller als der Zweitplatzierte, Moss’ Teamkollege Juan Manuel Fangio (der mit Motorproblemen zu kämpfen hatte, aber das tut der herausragenden Leistung von Moss keinen Abbruch).

“Es war das eine Rennen im Jahr, tatsächlich das einzige, vor dem ich mich gefürchtet habe”, sagte Moss im Interview mit der Nachrichtenagentur Reuters. “Wenn man realisiert, dass man mit 180, 190 Meilen pro Stunde ein Rennen fahren muss, wo man die Strecke nicht wirklich kennt und die Straßen nicht immer frei sind, ist das ziemlich einschüchternd.”

Moss und Jenkinson stellten sich der Herausforderung nach akribischer Vorbereitung und fuhren mit einer Durchschnittsgeschwindigkeit von 157,6 km/h einen Rekord für die Mille Miglia ein, der nicht mehr gebrochen werden sollte.

Grand Prix von Großbritannien, 1955

16 Grand-Prix-Siege holte Stirling Moss zwischen 1951 und 1961 – kein anderer Formel-1-Pilot hat so viele Rennen gewonnen, ohne Weltmeister geworden zu sein. Als Mercedes-Teamkollege des Fünffach-Champions Juan Manuel Fangio wurde der Brite viermal Vize-Weltmeister und dreimal WM-Dritter. Den ersten Sieg in der damaligen Automobil-Weltmeisterschaft fuhr Moss beim Grand Prix von Großbritannien 1955 ein, es war zudem erste Sieg eines britischen Fahrers bei diesem Rennen.

1000-km-Rennen, Nürburgring 1959

Stirling Moss dominierte die Sportwagen-Weltmeisterschaft 1959, dank ihm holte Aston Martin den Titel. Das 1000-km-Rennen am Nürburgring spielte dabei eine entscheidende Rolle: Teambesitzer David Brown hatte das Rennen überhaupt ausfallen lassen wollen, nach dem Engagement von Moss ging schließlich aber doch ein DBR1 an den Start. Der Brite ging von der vierten Position ins Rennen und konnte einen deutlichen Vorsprung auf die Ferraris herausfahren, bevor er den Aston Martin nach 17 von insgesamt 44 Runden an Zweitfahrer Jack Fairman übergab. Dieser konnte aber nicht annähernd an das Tempo von Moss herankommen und landete in der 23. Runde schließlich sogar im Graben. Er konnte den Wagen allerdings selbst bergen und übergab das Steuer wieder an Moss, der eine sensationelle Aufholjagd startete. Nach einem kurzen Cockpit-Wechsel, bei dem Fairman erneut zurückfiel, brachte Moss das Rennen schließlich mit einem gigantischen Vorsprung auf die Ferraris zu Ende und stellte nebenbei noch einen neuen Streckenrekord für Sportwagen ein.

Grand Prix von Monaco, 1961

Die Automobil-Weltmeisterschaft 1961 startete mit dem großen Preis von Monaco – und einem Sieg von Stirling Moss im Lotus 18, der seine fahrerische Größe trotz eines unterlegenen Wagens unter Beweis stellen konnte.

XIII BRDC. International Trophy, 1961

In diesem Rennen zeigte Moss eindrucksvoll, wie souverän es sich mit schwierigen Bedingungen umgehen lässt: Auf sehr nasser Fahrbahn ließ Moss den amtierenden Weltmeister Jack Brabham nicht nur hinter sich, sondern überrundete ihn sogar.

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