Autorevue Logo

Formel-1-Kalender 2025: Alle Rennen plus Vorschau

Subressort
Aktualisiert
Lesezeit
12 min

©Andrea Catalini
  1. home
  2. Sport

Bevor 2026 ein völlig neues Reglement kommt, sortiert sich das Feld noch einmal frisch durch. Was dürfen wir von der heurigen F1-Saison erwarten? Ein paar konkrete Storylines, eine Vorschau, wagemutige Prophezeiungen und der Formel-1-Kalender 2025.

Der spektakuläre Teamwechsel: Hamilton wagt den Sprung zu Ferrari

Dov'è il problema, Luigi Amiltone?Sir Lewis Hamilton hat es also getan und sein Lebens-Team Mercedes, mit dem er immerhin sechs seiner sieben WM-Titel geholt hat, für Ferrari verlassen. Er trägt nun tatsächlich Rot (kein Scherz) und isst täglich Spaghetti (schon Scherz). Sein nunmehriger Ex-Teamchef Toto Wolff beschrieb das so, als würde man seine Ex mit einem Neuen sehen. Das ist glaubwürdig. Die gegenseitige Verbindung war auch menschlich sehr, sehr eng. Während seiner 18 Saisonen dauernden Karriere hatte Lewis bislang ausschließlich Mercedes-Motoren im Heck, schon damals bei McLaren. Und jetzt, mit 40 Jahren, macht er alles neu. Kann das gutgehen? Können ja, aber wer glaubt daran?So einiges spricht dafür, dass sich der erfolgreichste Rennfahrer der Gegenwart bei seinem neuen Team ordentlich plagen wird. Da ist einmal Neo-Teamkollege Charles Leclerc, auch dank seines Managers Nicolas Todt (Sohn von Langzeit-Teamboss und FIA-Präsident Jean) politisch bestens aufgestellt und mit klarem innenpolitischen Startvorteil – gerade bei einem Team, das sich selbst als Nabel der F1 begreift. Das wird eine neue Dimension von Druck. Dazu kommt: Die Italiener müssen sich erst wieder an einen Briten am Steuer gewöhnen. Tatsächlich war Nigel Mansell 1990 der letzte Stammfahrer mit dem Union Jack im Cavallino Rampante. Mercedes hingegen war immer Hamiltons Team. Ferrari muss er erst dazu machen. Gegenwind ist programmiert. Zusätzlich hat Lewis schon letzte Saison gegen Teamkollegen Russell im „Heim"-Team Mercedes kräftig abgebissen (jeweils 9:15 in Qualifying und Rennen), während Leclerc seinerseits Carlos Sainz locker im Griff hatte. Time waits for no one: Seit Luigi Fagioli im Jahre Schnee (präzise: 1951) konnte kein einziger Pilot über 40 Jahren nach einem Teamwechsel noch einen GP gewinnen. Am knappsten war da noch Alain Prost 1994 nach seinem Wechsel zu Williams dran, da war er 38.Warum sich Lewis Hamilton das also antut? Weil er beweisen will, dass es eben doch geht. Dass er der Allergrößte ist. Dazu brauchte es die allergrößte Aufgabe, und da ist Ferrari genau die richtige Adresse. Darum verlässt er die Komfortzone und erfindet sich neu. Für die Eigentümer der F1 ist das jetzt schon ein Sieg. Für Lewis? Fraglich.

Blurred image background

Seit 1951 konnte kein Pilot über 40 nach einem Teamwechsel gewinnen. Was soll also schiefgehen? 

 © Andrea Catalini

Formel 1 Saison 2025: Mehr Spannung und engere Rennen erwartet

Schon 2024 war (für F1-Verhältnisse) rekordverdächtig spannend, sieht man einmal großzügig davon ab, dass an der WM-Spitze Max Verstappen früh recht eindeutig enteilt war. Exakt das halbe Fahrerfeld, also die zehn Herren Verstappen, Pérez, Hamilton, Russell, Leclerc, Sainz, Norris, Piastri, Alonso und Ocon durften im Saisonverlauf zumindest ein Mal aufs Podium. 2025 wird sich das noch mal zuspitzen, nämlich nahezu zwangsläufig: Das Reglement ist dermaßen ausgereizt (weil schon so lange mit nur kleinen Adaptionen gültig), dass sich die Unterschiede extrem nivelliert haben. Zwei Zehntel mehr in Q1 konnten schon 2024 einen Unterschied von mehreren Startreihen ausmachen.Plötzlich waren Teams wie Haas oder Alpine wieder im Geschäft, auf Kosten von eigentlichen Q3-Abonnenten (die Herren Pérez, Piastri oder auch Sainz dürfen sich angesprochen fühlen). Und diese Tendenz wird sich weiter fortsetzen und Rennen durchmischen.Wir können also ziemlich optimistisch von spannenden Rennen und vorsichtig optimistisch sogar von einer spannenden WM ausgehen. Ja, Max Verstappen ist fahrerisch die unumschränkte Nummer 1. Sein Team ist es jedoch nicht mehr. Red Bull Racing fallen dabei mehrere Dinge auf den Kopf: Da ist einmal die vom Reglement limitierte erlaubte Entwicklungszeit am Auto, die die Erfolgreichen einbremst und den Schwachen hilft. Dagegen ist ja nichts zu sagen, das liegt ganz auf Schiene dessen, was der (amerikanische) Eigentümer Liberty Media will. Außerdem kann man sich Erfolg wegen des Budget Cap nicht mehr so einfach kaufen, wie es große Teams immer wieder gemacht haben. In fast allen US-dominierten Sportarten ist es so, dass durch Reglements Chancengleichheit oder zumindest -ähnlichkeit für bessere Show hergestellt wird. Genau darum gibt es dort Salary Caps und Gleichteile, künstliche Neutralisationen und Chancen zum Nachbessern. Hauptsache, man weiß erst in der letzten Runde, wer gewinnen wird. In der Ecclestone-Zeit wurden die Erfolgreichen erfolgreicher nach dem Motto: Wo Tauben sind, fliegen Tauben zu. Unter Liberty- Regime ist das deutlich ausgeglichener. Salary Cap & Co. waren mitnichten die Einführung des Kommunismus, ein Argument, mit dem sich die Ecclestone-Fraktion einst heftig gegen die Maßnahme gewehrt hat: Aus denselben Mitteln mehr zu machen als die anderen, entspricht zutiefst jenem Leistungsgedanken, der die F1 ausmacht. Und da ist Red Bull Racing in einem harten Fight mit den Gegnern angekommen. Das immerhin war absehbar.Der zweite Punkt, warum die Dominanz von Red Bull Racing gegen Ende der Ära des aktuellen Reglements weg ist, liegt an Eigenfehlern. Christian Horner mag zwar vorderhand den Red-Bull-internen Machtkampf um die Hegemonie gewonnen haben, muss sich aber vorwerfen lassen, ihn überhaupt erst vom Zaun gebrochen zu haben, während Gegner (vor allem McLaren, aber auch Ferrari unter Vasseur) die Wagenburg geschlossen haben und stabiler dastehen. Währenddessen musste Team Horner nicht nur Federn, sondern vor allem Schlüsselpersonal lassen (Chefkonstrukteur Adrian Newey und Aerodynamik-Chef Dan Fallows zu Aston Martin, Designer Rob Marshall zu McLaren, Sportdirektor Jonathan Wheatley zu Sauber/Audi, die Liste lässt sich beliebig verlängern). Fluktuation ist normal. Das aber ist in Summe ein Aderlass.

Blurred image background

Der Meister und sein Stellvertreter. Lando Norris im McLaren war letzte Saison Max Verstappens härtester Gegner – und er saß gegen Saisonende im besten Auto. Ein gereifter Kollege Piastri, aber auch die beiden Ferrari und Mercedes werden Max das Leben härter machen als gewohnt. Und wie knapp kann ihm der junge Liam Lawson (verdeckt) kommen?

 © Getty Images

Die neue Generation: Junge Talente erobern die Formel 1

Zwei Fahrer über 40 (Hamilton und Alonso), zwei Teenager (Oliver Bear­man und Kimi Antonelli). Dazu kommen mit den 20-jährigen Gabriel Bortoleto bei Sauber und Isack Hadjar (Racing Bulls) zwei weitere Debütanten mit Probeführerschein. Ob und wie viele große Sprünge der immerhin schon 22 Jahre alte Jack Doohan – Sohn der Motorrad-Legende Mick – machen darf, wird von Alpine-„Berater" Flavio Briatore abhängen, der wieder durch die Fabrik in Enstone poltert wie schon in Alex Wurz' Zeiten. Einst für das höchst unsportliche „Crash-­Gate" mit dem angeordneten Unfall von Nelson Piquet Junior lebenslänglich für die F1 gesperrt (und später wieder pardoniert) holte er Franco Colapinto (21) als dritten Fahrer ins Team, um vor allem den Druck auf Doohan noch vor seinem ersten GP zu erhöhen. Pikantes Detail: Der Argentinier erhielt gleich einen Vertrag über fünf Jahre. Der Bursche scheint gesetzt, selbst wenn er sich letztes Jahr bei Williams ein paar kräftige Böcke geleistet hat, neben all dem Guten natürlich.Der größte Druck liegt auf Andrea Kimi Antonelli, Hamilton-Nachfolger bei Mercedes, von dem vor allem Teamchef Toto Wolff große Stücke hält und der alles daran setzt, den Druck für sein Eigengewächs im Vorfeld zu reduzieren (was bei Daimlers natürlich nur begrenzt möglich ist.) Top-Team heißt immer: Top-Anspruch. Der Bub ist immerhin Mercedes- Mann, seit er elf Jahre alt ist. Erstaunlich an seiner Karriere: Mit der F3-WM wurde die Kaderschmiede schlechthin komplett übersprungen, er wechselte von der Formula Regional direkt in die F2. Die schloss er immerhin mit Rang 6 ab. Sowohl der amtierende F2-Champ, der Brasilianer Gabriel Bortoleto, als auch der Zweitplatzierte, der französisch-algerische Doppelstaatsbürger Isack Hadjar, haben den Aufstieg nach ganz oben ebenso geschafft – genau wie es in einem gesunden Nachwuchssystem sein soll. Bortoleto kommt mit einem Muster-Zeugnis in die F1, hat er doch die F3 (2023) und F2 (2024) jeweils gleich im ersten Jahr gewonnen – genau wie Oskar Piastri vor ihm. Das ist schon ein Maßstab. Sauber/Audi sieht in ihm die Zukunft, doch mit dem 25er-Auto dürfte es schwer werden, Highlights zu setzen. Gegen Super- Routinier Nico Hülkenberg gut auszusehen, wäre ein guter Start.Isack Hadjar, von Helmut Marko bereits als „Little Prost" tituliert, muss sich bei den Racing Bulls an Yuki Tsunoda messen. Der Japaner mit Honda-Nähe wird wohl sein letztes Jahr im Team bestreiten. Fünf Jahre beim selbst ernannten Nachwuchsteam aus Faenza sind ohnehin schon einsamer Rekord in einem notorischen Durchhaus

Blurred image background

Kein Ponyhof. Diese beiden Herren werden auch 2025 über Wohl und Wehe junger Karrieren entscheiden: Christian Horner stellt Liam Lawson auf den Prüfstand, Flavio Briatore spielt Gasly, Doohan und Colapinto gegeneinander aus.

 © Getty Images

Formel 1 Prognosen 2025: Zehn mutige Vorhersagen für die kommende Saison

Die F1 ist im Netflix-Zeitalter definitiv der Show verpflichtet, und in diese Richtung wird es weitergehen. Da wollen wir nicht hintanstehen und geben für 2025 folgende 10 mutige Prophezeiungen ab (steinigt uns im Dezember):Aston Martin landet nach dem ­Newey-Coup noch einen, eher aber zwei spektakuläre Transfers.McLaren holt zum ersten Mal nach 2008 (Hamilton) wieder den Fahrer-WM-Titel.Zwei Stammfahrer verlieren noch während der Saison ihr Cockpit und werden ersetzt.Vom Audi-Einfluss bei Sauber ist nach außen nach wie vor wenig zu spüren, das Team bleibt Letzter.Auch Liam Lawson kriegt von Max Verstappen einen Scheitel gezogen.Mehr als 6 Piloten gewinnen einen Grand Prix.Ollie Bearman wird punktebester Rookie.Andretti-Cadillac verpflichtet für den Einstieg 2026 zumindest einen Fahrer aus dem aktiven Feld (Testfahrer sind mitgemeint).George Russell beendet die WM vor seinem ehemaligen Teamkollegen ­Lewis Hamilton.Der GP von Österreich ist ausverkauft, obwohl Max Verstappen diesmal nicht als WM-Leader in die Steiermark kommt.(Und vergesst Williams nicht, die dank Sainz/Albon deutlich besser aussehen, als sie eigentlich sollten und zum Fan-Liebling werden.)

Formel-1-Kalender 2025

16. März, Australien, Melbourne

23. März, China, Shanghai

06. April, Japan, Suzuka

13. April, Bahrain, Sakhir

20. April, Saudi-Arabien, Jeddah

02. Mai, USA, Miami

18. Mai, Italien, Imola

25. Mai, Monaco, Monte Carlo

01. Juni, Spanien, Barcelona

15. Juni, Kanada, Montreal

29. Juni, Österreich, Spielberg

06. Juli, Großbritannien, Silverstone

27. Juli, Belgien, Spa

03. August, Ungarn, Budapest

31. August, Niederlande, Zandvoort

07. September, Italien, Monza

21. September, Aserbaidschan, Baku

03. Oktober, Singapur, Singapur

19. Oktober, USA, Austin

26. Oktober, Mexiko, Mexiko City

09. November, Brasilien, Sao Paolo

22. November, USA, Las Vegas

30. November, Katar, Losail

07. Dezember, Abu Dhabi, Yas Marina

F1
Jahresabo ab 6,65€ pro Monat