Andreas Riedmann
Mercy Dispense: Bringing home Baby-Benz

Mercy Dispense: Bringing home Baby-Benz

190 2.3, 31 Jahre alt, mehr als genügend Kilometer auf der Uhr, seit acht Jahren kein Service: Gnadenschuss oder doch mit Liebe übergießen? Die nächsten 700 Kilometer und drei Grenzen müssen Klarheit schaffen.

Autorevue Magazin
Veröffentlicht am 07.09.2020

Die Diagnose des Zürcher Werkstattmeisters war knapp und eindeutig: „Alles außer Rost.“ Bedeutet wirtschaftlicher Totalschaden, zumindest in der Schweiz. Ich war ja nie ein Mercedes-Mann, aber irgendwie war dieser 190er zum Erbarmen. Silbern außen in der unaufdringlichen Art, nicht so strahlendmercedesig, fast entschuldigend-silbrig. Astralsilber heißt das dann. Innen tadelloser blauer Stoff und ein Haufen Zeug, das sich im Laufe eines Lebens als Familienauto angesammelt hatte, ein Wald von Wunderbäumen inklusive, der der Rodung harrte. Die Erstbesitzerin ist 96 Jahre alt, vor ein paar Jahren hat ihr Sohn das Auto übernommen, das dann im Wesentlichen dessen Sohn fuhr. Fünfstellige verblichene Zürcher Nummer, so geht in der Schweiz automobiler Adel. Das ist die Tina-Turner-Liga.

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