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Wie man eine Straßenzulassung für einen originalen Porsche 917 bekommt

Ein originaler Porsche 917K im öffentlichen Verkehr? Ein Schlupfloch macht’s möglich – und sorgt auf den Straßen von Monaco für eine erfreuliche Überraschung.

02.05.2018 Online Redaktion

Dass der Porsche 917 für die Rennstrecke entworfen wurde, sieht man ihm auf den ersten Blick an. 1970 brachte er Porsche den ersten Gesamtsieg beim 24 Stunden-Rennen von Le Mans ein, zahlreiche weitere Erfolge sollten folgen. Fast ein halbes Jahrhundert später hat sich Amateur-Rennfahrer Claudio Roddaro einen ganz besonderen Traum erfüllt: Einen originalen 917 nicht nur zu besitzen, sondern ihn auch im Straßenverkehr zu fahren.

Präzedenzfall

Der Monegasse erwarb das Modell 917-037 im Jahr 917 und machte sich sofort daran, den Rennwagen für den Straßenverkehr umzurüsten. Damit war er nicht der erste: Zuvor hatten waren bereits zwei weitere 917 für die Straße zugelassen worden. Beim ersten Fahrzeug mit der Fahrgestellnummer 917-021 war das aber nicht lange der Fall. Der 917K, an dem Roddaro sich bei seinem eigenen Umbau orientierte, war das berühmte Modell 030, das kurz nach seiner Fertigstellung in den Besitz des inzwischen verstorbenen Grafen Gregorio Rossi übergegangen war. Dieser hatte einst den Sponsorendeal zwischen Martini und Porsche in die Wege geleitet – und es mit Hilfe eines Tricks geschafft, seinem 917K nach dem Ausscheiden aus dem Rennbetrieb in den frühen 1970er Jahren eine Straßenzulassung zu verschaffen, die bis heute besteht. Rossi ließ den ehemaligen Rennwagen nämlich im US-Bundesstaat Alabama zu – angeblich unter der Voraussetzung, niemals dort hinzukommen.

© Bild: Porsche

(Un)bewegte Geschichte

Rossis Ideenreichtum bildet die Grundlage für Roddaros Bestreben, auch seinen 917K auf der Straße fahren zu können. Damit der Rennwagen für den Straßenverkehr zugelassen werden konnte, musste der Monegasse beweisen, dass sein Fahrzeug genau dem von Rossi entspricht. Obwohl der 917K eine bewegte Geschichte hinter sich hat – nachdem der deutsche Karosseriehersteller Baur das unfertige Chassis 037 Ende der 1970er Jahre gekauft hatte, blieb es jahrzehntelang unvollendet, bis es an einen US-amerikanischen Sammler verkauft wurde, der es schließlich von Carl Thompson von Gunnar Racing in Long Beach fertig stellen ließ – konnte Porsche dem neuen Besitzer aushelfen: Eine Chassis-Platte lieferte den Beweis, dass es sich bei Modell 037 um einen originalen 917 handelt. Mehr noch: Da das Fahrzeug, das nie im Rennbetrieb zum Einsatz gekommen war, zu gut 95 % aus Porsche-Originalbauteilen besteht, ist es zugleich der originalgetreueste 917 der Welt.

© Bild: Porsche

Zwei Monate Papierkram

Dieser ist jetzt in Monaco auf der Straße unterwegs. Dass es soweit kommen konnte, war kein einfaches Unterfangen: Zwei Monate lang wurde die Zulassung von bürokratischen Hürden hinausgezögert. Nachdem alle Papiere geprüft worden waren, konnte Roddaro schließlich die begehrten zwei Nummerntafeln auf seinem 917K befestigen.

© Bild: Porsche

Top of the Pops

Wenn ihr also in Monaco unterwegs seid und das Röhren eines luftgekühlten 4,9 Liter 180-Grad-V12-Motors hört, könnte es sich dabei um Roddaros 917K handeln. Mit 600 PS bei einem Gewicht von 600 Kilogramm erreicht das fast ein halbes Jahrhundert alte Renn-, äh, Straßenauto locker die Marke von 1000 PS pro Tonne. Egal mit welchen Supercars die Reichen und Schönen in Monaco sonst aufwarten: Da kann garantiert keiner mithalten.

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