Peugeot RCZ: Ende des Formvollendeten

Im Herbst wir die Produktion des Peugeot RCZ wird eingestellt. Ein Auto, wie aus dem Urknall der Formen, muss gehen.

Online Redaktion
Veröffentlicht am 22.04.2015

Hätten sich alle bekannte Formen dieser Welt zu einem Punkt zusammengezogen, wären dann explodiert und hätten ein Auto gebildet, es wäre der Peugeot RCZ dabei heraus gekommen. Ein Auto als Big Bang der Formenfindung. Doch im Herbst ist Schluss. Die Produktion des Fahrzeugs wird eingestellt, ein Nachfolger ist derzeit nicht in Planung.

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© Bild: Andreas Riedmann

Der Peugeot RCZ wird eingestellt

Der Peugeot RCZ basierte auf dem 308 und wird noch bis September bei Magna in Graz gebaut. Seit Ende 2009 wurden in Summe 60.000 RCZ verkauft. 1.379 davon in Österreich. Das Ende wird schrittweise vollzogen. Ab Juni werden nur noch der RCZ GT und der RCZ R gebaut, im September werden auch deren Produktionsbänder stillgelegt. Hintergrund ist, dass Peugeot aus den Nischen heraus möchte. Die Marke möchte sich auf ihre Kernaufgaben konzentrieren.

Das ist Teil der Sanierungsstrategie „Back in the race“. Ein Plan, dem auch schon die Cabrios 207 CC und 308 CC zum Opfer gefallen sind. Auch der 807 wird nicht mehr produziert. Dessen Kunden sollen sich in Zukunft beim 5008, sowie beim Partner und Expert in der Tepee-Variante wohl fühlen.

Bislang funktioniert der Plan. Zum ersten Mal seit 2011 konnte der PSA Konzern (mit den Marken Peugeot, Citroën und deren Tochtermarke DS immerhin der zweitgrößte Hersteller Europas) im ersten Halbjahr 2014 wieder einen Gewinn vermelden. Noch im Vorjahr wurden 2,32 Milliarden Euro Verlust erwirtschaftet.

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© Bild: Andreas Riedmann

PSA ist wieder auf Erfolgskurs

Der Umschwung hat dabei, neben dem Back-in-the-race-Plan, zwei Hauptgründe. Zum einen hat PSA in der Krise viel investiert. Es wurden Modelle wie der 308 entwickelt, der heute einer der schärfsten Golf-Konkurrenten ist.

Pikantes Detail: weil der französische Staat Großaktionär ist, war es in Frankreich nicht möglich so viel personal abzubauen, wie es manch Manager gerne getan hätte. So blieb eine Infrastruktur, die für bessere Zeiten ausgelegt. Die kamen auch wegen durch Dongfeng, dem neuen, zweiten Großaktionär. In dessen Heimatland China stiegen die Verkäufe um 44 Prozent. Vor allem die noblen Citroën-Ableger von DS sind dort gefragt.

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