Andreas Riedmann
Nissan Qashqai: Varianten, Preise, Ausstattung

Nissan Qashqai: Varianten, Preise, Ausstattung

Unaussprechlicher Name – ungewöhnliche Technologie: der Nissan Qashqai hebt sich nicht nur namenstechnisch deutlich von seinen SUV-Brüdern ab.

Online Redaktion
Veröffentlicht am 30.07.2023

Mit dem Qashqai ist Nissan auf den SUV-Zug aufgesprungen, als Ergänzung zum Programm mit Klein-, Mittelklasse-, Gelände- und Sportwagen sowie Transportern. Nissan ist zwar japanisch, aber der Nissan Qashqai ist ein echter Brite: entworfen und gebaut Großbritannien. In der ersten und zweiten Generation eher unauffällig, überraschte Nissan 2022 in der dritten Generation mit einer völlig neuen Hybrid-Technologie, freilich zu deutlich höheren Preisen und mit fragwürdigem Sinn. Die treue Fangemeinde wird das dennoch nicht abschrecken.

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Die Baureihen des Nissan Qashqai

Nissan Qashqai J10 (2006 – 2013)

Nach den enormen Erfolgen der neuen SUV-Klasse Anfang der 2000er Jahre hat auch der japanische Autohersteller Nissan mit dem Qashqai einen Kompakt-SUV in die Läden gestellt, positioniert zwischen den Nissan Kleinwägen und dem geländegängigen Nissan X-Trail. Der Qashqai war das erste Serienmodell, das im 2003 neu eröffneten Nissan Design Center Europe in London entworfen wurde. Der etwas sperrige Name soll auf das im Iran ansässige Nomadenvolk der Kaschgai referenzieren. Gebaut wurde der Qashqai ebenfalls in Großbritannien.

Im Oktober 2008 wurde eine um 21 Zentimeter längere Version Qashqai+2 vorgestellt, die hinter der zweiten Sitzreihe zwei im Fahrzeugboden versenkbare zusätzliche Sitze aufweist. Allradantrieb war ebenfalls optional erhältlich. 2010 folgte ein Facelift mit neuer Front und neuem Heck.

Angetrieben wurde die erste Generation des Qashqai von zwei Reihenvierzylinder-Benzinmotoren mit 84 kW (114 PS) oder 104 kW (141 PS) oder drei Dieselmotoren mit 76 kW (103 PS), 96 kW (130 PS) oder 110 kW (150 PS). Die Benzinmotoren waren Eigenentwicklungen, während die Dieselmotoren von Renault bezogen wurden. Ein optionales Automatikgetriebe wurde nur für den 2,0 dCi angeboten. Bei Verkaufsstart kostete der günstigste Nissan Qashqai etwa 20.000 Euro.

Groß aufgezeigt hat der Qashqai beim NCAP-Crashtest: mit 36,8 von 37 möglichen Punkten erreichte er das beste Ergebnis beim Insassenschutz in über zehn Jahren Crashtest-Geschichte. Obwohl der Fußgängerschutz nicht ganz so hoch bewertet wurde, mündete dieses Ergebnis in fünf von fünf möglichen Sternen.

Modelle der ersten Generation fallen manchmal durch gelängerte Steuerketten und erhöhtem Ölverbrauch auf. Bei den von Renault übernommenen Dieselmotoren gelten die Einspritzdüsen und Hochdruckpumpen als Schwachstellen. Außerdem wird von Pleuellagerschäden berichtet, alle Getriebe sind mit Problemen behaftet und Mängel am Fahrwerk verursachen mitunter Ablehnungen bei der Pickerl-Überprüfung. In der Pannenstatistik liegt der Qashqai im Mittelfeld.

Nissan Qashqai J11 (2013 – 2021)

Seit 2013 steht die zweite Generation des Japan-SUVs in den Verkaufsläden, ebenfalls gebaut im nordbritischen Washington. Die Optik wurde kantiger. Die Ausstattungsvarianten Visia, Acenta und Tekna wurden um die Varianten N-Connecta und N-Vision erweitert. 2017 erfolgte ein Facelift.

Die Motorenpalette aus der ersten Generation wurde deutlich nach unten und oben erweitert, alle Motoren kamen nun von Renault. Das Leistungsspektrum reichte von 85 kW (115 PS) im 1.2 DIG-T bis 120 kW (163 PS) im 1.6 DIG-T.  Die guten Werte beim NCAP-Crashtest wurden beibehalten. Die Preise wurden im Vergleich zur ersten Generation nicht erhöht.

Die Probleme und Schwachstellen konnten im Vergleich zur ersten Generation nur unwesentlich verringert werden, vor allem die Renault-Motoren sorgten für einige Mängel. Steuerkette und hoher Ölverlust waren häufige Begleiter. Hinzu kamen Scheinwerfer, die häufig ausfielen, und Probleme mit der Auspuffanlage. In der Pannenstatistik schnitt der Qashqai der zweiten Generation eher schlecht ab.

Nissan Qashqai J12 (seit 2022)

Seit 2022 kann man die dritte Generation des Qashqai erwerben, mit einer ungewöhnlichen neuen Technologie: bei der Variante „e-Power“ wird eine Batterie vom Benzinmotor geladen, sodass man im Stadtverkehr elektrisch und leise dahingleiten kann. Dafür muss die Batterie nicht über einen Stecker geladen werden. Ansonsten ist nur ein Mild-Hybrid-Antrieb mit kleinem Elektromotor erhältlich.

In der Basisvariante Visia sind Audiosystem, Auto-Hold- und Berganfahr-Assistent, Farbdisplay, Einparkhilfe, Fahrlichtautomatik und ein umfangreiches Fahrerassistenz-Paket bereits serienmäßig. Ab der Ausstattungsvariante Acenta ist One-Pedal-Driving möglich. LED-Scheinwerfer sind ab der Ausstattungsvariante Tekna enthalten. Die optionale dritte Sitzreihe wird nicht mehr angeboten.

Die Motorenpalette umfasst nun nur mehr einen 1.3-DIG-T Mild-Hybrid-Benzinmotor mit 103 kW (140 PS) und 6-Gang-Schaltgetriebe bzw. 116 kW (158 PS) mit Xtronic-Automatikgetriebe oder den 1.5 VC-T e-POWER mit 140 kW (190 PS) mit Automatikantrieb und maximal 330 Nm Drehmoment. Allradantrieb gibt es im 1.3-DIG-T mit 116 kW (158 PS). Dieselmotoren werden nicht mehr angeboten. Mit durchschnittlich 6,3 – 7,0 Litern Kraftstoffverbrauch sind die Motoren nicht gerade sparsam, selbst beim e-POWER liegt der Durchschnittsverbrauch bei 5,3 – 5,4 Litern.

Preise

Die Preise für die dritte Generation des Nissan Qashqai starten bei rund 34.000 Euro und sind damit beinahe doppelt so teuer wie noch in der ersten und zweiten Generation. Für das Topmodel Nissan Qashqai 1.5 VC-T e-Power in der Ausstattungsvariante Tekna+ werden sogar 57.078 Euro fällig.

Das Interieur des aktuellen Nissan Qashqai.
© Bild: Andreas Riedmann
Das Interieur des aktuellen Nissan Qashqai. © Bild: Andreas Riedmann

Aktuelle Infos und Preise zum Nissan Qashqai findet ihr auf der Herstellerseite.

Häufig gestellte Fragen zum Nissan Qashqai

Ab wann wurde der Nissan Qashqai gebaut?

Der Nissan Qashqai wurde in London designt und wird seit 2006 durchgehend im britischen Washington gefertigt.

Was ist die e-POWER-Technologie des Nissan Qashqai?

Bei der e-POWER-Motorisierung wird eine Batterie vom Benzinmotor laufend geladen, sodass im Stadtverkehr rein elektrisch gefahren werden kann. Die Batterie muss nicht durch ein Ladekabel aufgeladen werden.

Wieviel kosten aktuelle Nissan Qashqai-Modelle?

Die Preise starten aktuell bei etwa 34.000 Euro für das Basismodell, für das Topmodell sind etwa 57.100 Euro fällig.

Wie groß ist das Kofferraumvolumen des Nissan Qashqai?

Das Kofferraumvolumen wird vom Hersteller mit 436 bis 504 Litern angegeben, je nach Modell und Ausstattungsvariante. Wird die Rücksitzlehne umgelegt, erhöht sich das Volumen auf 1.379 bis 1.447 Liter.

Fazit

Mit dem Nissan Qashqai hat der japanische Hersteller seine Modellpalette um einen trendigen SUV erweitert, der mit umfangreicher Serienausstattung und hohen Sicherheitsstandards punktet.

In der ersten und zweiten Generation im Vergleich zu anderen SUV-Modellen noch ein echtes Schnäppchen, wurde er in der dritten Generation deutlich teurer – wohl dank der Einführung einer eher zweifelhaften Technologie, bei der der Benzinmotor eine Batterie lädt, um streckenweise elektrisch zu fahren. Angesichts der hohen Wirkungsverluste bleibt die Frage offen, ob das Fehlen eines Ladekabels als Marketingaspekt die deutlichen Mehrkosten tatsächlich rechtfertigt. Der Qashqai wird aber auch in der dritten Generation seine treue Gemeinde behalten.