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Milan Red: Ein Hypercar als Best-of-Österreich

Milan Automotive kommt aus dem Nichts und legt sich mit seinem Hypercar Milan Red gleich mal mit dem Bugatti Chiron an. Die Kerntechnologien kommen aus Österreich.

01.08.2018 Online Redaktion

Und plötzlich waren sie da, Milan Automotive. Ein Start-up in Niederösterreich, gegründet von Michael Fux, einem Ex-Rennfahrer, der sich wiederum von Siegfried Wolf, ehemals Spitzenmanager bei Magna, jetzt unter anderem Aufsichtsratsvorsitzender der Sberbank Europe, beraten lässt. Fux will den Milan Red fertigen lassen. Ein Hypercar, dessen Leistungsdaten an den Bugatti Chiron erinnern.

Milan Automotive Milan Red Hypercar aus Österreich
© Bild: Milan Automotive

Das Hypercar Milan Red

Die Eckdaten sind eindrucksvoll. 1.325 PS stehen bei 7.000 Touren an. 1.400 Newtonmeter bei 6.000 Touren. Die Höchstgeschwindigkeit ist zwar noch nicht getestet, sie soll aber jenseits der Tempo 400 Marke liegen. Von null auf hundert geht es in 2,47 Sekunden, nach 9,98 Sekunden ist Tempo 300 erreicht. Kostenpunkt: rund zwei Millionen Euro. Quasi eine Okkasion, wenn man bedenkt, dass der Bugatti Chiron mit ähnlichen Daten das Doppelte kostet.

Auf die Leistung kommt der Milan Red eher konservativ. Beim Motor entschied Fux sich für ein Triebwerk aus dem Hause AVL – 6,2-Liter Hubraum, verteilt auf acht Brennräume, ausgestattet mit vier Turboladern. Auf Elektromotoren und Akkupacks wird vollständig verzichtet. Die Kraft wird erst per 7-Gang-Doppelkupplungsgetriebe ausverhandelt und dann gen Hinterachse gefeuert.

Milan Automotive Milan Red Hypercar aus Österreich
© Bild: Milan Automotive

Technik aus Österreich

Sensationell geht es allerdings unter der Karosserie zu. Denn der Milan Red ist das erste straßenzugelassene Fahrzeug, das Querlenker aus Carbon verbaut haben wird, was die ungefederten Massen massiv senken sollte. Die Technik stammt aus dem Hause PEAK Technology. Auch die SLM-Titan-Radträger kommen aus Österreich – von Pankl Racing Systems.

Die restliche Technik ist State-of-the-Art und auch in dieser Klasse konkurrenzfähig. Das Fahrzeug baut auf einem Carbon Monocoque samt Carbon-Crash-Strukturen auf. Die Karosserie wird aus Kohlefaserlaminat geformt, verzögert wird per Carbon-Keramik-Bremsen.

Milan Automotive Milan Red Hypercar aus Österreich
© Bild: Milan Automotive

Wie der Milan Red auf der Straße klebt

Vorne garantieren ein Frontspoiler samt integriertem Splitter (und Bremskühlkanal) Abtrieb, hinten sitzt ein Heckspoiler mit Airbrakefunktion. Die Bodenfreiheit variiert dabei zwischen 90 und 135 Millimeter. Das System zur dynamischen Fahrzeughöhenreglierung ist Teil des Downforce-Pakets und soll den Anpressdruck über den gesamten Geschwindigkeitsbereich optimieren.

Fux selbst klassifiziert das Auto folgendermaßen: „Man kann ein sehr künstlerisches Auto fahren, ein High-Tech-Monster, einen Thron auf vier Rädern – oder ein Fahrzeug, das nur einem einzigen Zweck dient, nämlich allen anderen die Show zu stehlen. Und da kommen wir ins Spiel.“

Milan Automotive Milan Red Hypercar aus Österreich
© Bild: Milan Automotive

UNESCO Weltkulturerbe

Den Namen hat sich das Start-up übrigens aus der heimischen Tierwelt entliehen. Eigentlich ist der Milan ein seltener Greifvogel (deswegen heißen die Fahrmodi auch „gleiten“, „jagen“ und „angreifen“). Für den Namen habe sich das Unternehmen auch entschieden, weil Österreichs Falknerei immaterielles Weltkulturerbe der UNESCO ist. Vielleicht ja auch, um im arabischen Raum Aufmerksamkeit zu wecken. 99 Stück sind vom Milan Red geplant, 18 angeblich schon verkauft.

Milan Automotive Milan Red Hypercar aus Österreich
© Bild: Milan Automotive

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