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Lamborghini Miura S Jota

Der Miura ist großartig. Der Miura S ist wunderbar, der SV wunderbarer. Und was ist dann ein Miura S Jota?

31.03.2014 radical mag

Damit es von Anfang an klar ist: das ist nicht der echte Lamborghini Miura SV Jota. Von dem gab es genau ein Stück, Chassisnummer 5084, Motornummer 30744. Und dieses gute Stück gibt es nicht mehr, ein guter Lambo-Kunde hat ihn zu Schrott gefahren. So massiv verklumpt, dass ein Wiederaufbau nicht mehr möglich war. Ob der gute Lambo-Kunde danach auch noch ein guter Lambo-Kunde war, entzieht sich unserer Kenntnis.

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Diesen Miura S Jota baute sich Bob Wallace

Also Jota. Den hatte sich Lambo-Testfahrer Bob Wallace quasi selber gebaut. Eigenartiges Ding. Es war dies ein später SV (eben, Chassisnummer 5084) mit Trockensumpf-Schmierung. Letztere wurde vorher schon an anderen Miura getestet, Chassisnummer 4878 und 4956. Der Motor von 4956 wurde später in 5100 eingebaut, dazu gab es bei diesem Wagen auch noch ein Sperr-Differential, und doch war er nicht der echte Jota, nur fast. Noch drei andere Miura wurden nachträglich auf Jota umgebaut, 4860, 4990 und 5090. Und 4934, der für den Schah von Persien umgebaut wurde, später. Und irgendwie ist das alles ein bisschen unübersichtlich. Wie immer bei Lamborghini.

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Der echte Jota hatte 900 Kilo

Im (echten) Jota soll die Maschine etwa 420 PS stark gewesen sein soll – und dank der extensiven Verwendung von Alu (auch beim Chassis) sowie Plexiglas-Seitenfenstern auf ein Leergewicht von unter 900 Kilo kam. Interessant die technische Lösung, die Wallace für den Tank anwandte: er verbaute zwei 60-Liter-Tanks anstelle des beim Miura sonst im Vorderwagen angebrachten Behältnisses – und zwar in die Seitentüren. Wallace will den wahren Jota in nur 3,6 Sekunden von 0 auf 100 km/h beschleunigt haben. Wallace erzählte auch gerne, dass er mit 5084 jeweils in zwei Stunden und 20 Minuten von Sant’Agata nach Rom habe fahren können, und in 38 Minuten von Modena nach Mailand. Was einen Durchschnitt von 268 km/h entsprechen würde.

lamborghini miura sv jota orange motor motorraum fächerkrümmer

Ein paar Unterschiede zum Original

Hier haben wir es allerdings mit einem nachträglichen Umbau zu tun, Chassisnummer 4280 (also ein 69er S), Motorennummer 30633. Es stimmt die Farbe, aber es fehlen die wilden Spoiler. Innen ist dieser Wagen sehr original (oder: originell?), und es stimmt auch sonst noch so manches. Aber es ist weder der echte Jota noch ein SVJ aus der Fabrik. Er wird am 10. Mai in Monaco von RM Auctions versteigert, einen Schätzpreis gibt es noch nicht.

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Vielen Dank an Peter Ruch von radical-mag.com

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  • mozart

    schöner Bericht, aber die “plexiglas-bremsen” nehme ich euch nicht ab.

  • horboe

    Ja, da merkt man, dass die Zeit vergeht …

    Ich glaube mich zu erinnern, dass ich als Kind einen Test in der Zeitschrift “Hobby” förmlich verschlungen habe. Die hatten ein ähnliches Fahrzeug von der Besitzerin Grace Bambry ausgeliehen. Muss so Anfang der 70er gewesen sein

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