Infiniti
Inifniti QX50

Infinit QX50: Erster Motor mit variabler Verdichtung

Die französisch-japanische Auto-Allianz aus Renault, Nissan und Mitsubishi wird auf der Autoshow in Los Angeles das erste Auto mit variabler Verdichtung präsentieren. Den Infinit QX50.

Online Redaktion
Veröffentlicht am 10.01.2018

Im kommenden Jahr wird der Infinit QX50 das erste Auto der Welt sein, das einen Motor mit variablem Verdichtungsverhältnis unter der Haube haben wird. Was nach Nischenprogramm klingt ist in Wahrheit eine Vorschau darauf, was auch bald in den Modellen von Renault, Nissan und Mitsubishi Einzug halten könnte – so der Motor hält, was er verspricht. Diese Dreier-Kombo hat großes vor. In den kommenden fünf Jahren wollen sie ihren Autoabsatz von zehn Millionen auf 14 Millionen Fahrzeuge pro Jahr Steigern.

Der erste Motor mit variabler Verdichtung

Ob jetzt ein Motor mit variabler Verdichtung der größte Baustein sein wird, darf allerdings bezweifelt werden. Die Technik ist nicht neu, verschwand aber stets wieder in der Schublade. Aus gutem Grund: sie ist komplex. Die Pleuelstange sitzt an einem so genannten „Multilink“, nicht mehr an der Kurbelwelle. Je nach Ausrichtung des Multilinks ändert sich der obere Totpunkt direkt und damit die Verdichtung, da der Kolben mal mehr, mal weniger weit nach oben fährt.

technische Zeichnung Motor variable Verdichtung
© Bild: Infiniti

So variiert die Verdichtung zwischen 8:1 und 14:1. Als Grundregel gilt, dass eine hohe Verdichtung einen geringeren Verbrauch bedeutet. Bei gleichbleibender Verdichtung variiert allerdings der Wirkungsgrad stark in den unterschiedlichen Fahrsituationen. Der Infinit-Motor soll in jedem Drehzahlbereich einen hohen Wirkungsgrad und eine hohe Leistung haben – vor allem aber bereits im Drehzahlkeller.

Zweifelhafter Verbrauchsvorteil

Der Effekt ist auf den ersten Blick beeindruckend. Infiniti gibt an, dass der QX50 im Vergleich zum Vorgängermodell 35 Prozent sparsamer sein wird. Soll heißen: 27 Meilen pro Gallone statt 20. Das Problem an diesem Vergleich, den die Marke bei der Vorstellung bemühte, ist, dass der Vorgänger einen 3,7-Liter V6 unter der Haube hatte, während das neue Modell mit einem turbogeladenen Vierzylinder an den Start geht. Eine vergleichbare Einsparung hätte wahrscheinlich auch ohne variable Verdichtung erreicht werden können.

Der Motor leistet 272 PS und 380 Newtonmeter. Angetrieben wird damit ein Wagen, der 4,69 Meter lang ist. Damit ergeben sich unter anderem zwei Konkurrenten. Der Audi Q5 und der Mercedes GLC – natürlich auch noch andere, aber irgendeinen Vergleich muss man anstellen, um den Infinit QX50 samt neuer Motorentechnik einordnen zu können. Der Audi Q5 mit 252 PS schafft 25 Meilen pro Gallone, für den GLC (241 PS) werden zwischen 22 Meilen (Stadtverkehr) und 28 Meilen (Autobahn) angegeben. Beide arbeiten ebenfalls mit einem turbogeladenen Vierzylinder.

Geschichte schreiben

Auf dem Papier kann sich der Infinit also durchaus einen kleinen Vorteil erarbeiten. Dennoch besteht die Gefahr, dass dieser Motor – so wie alle Vorgängermodelle dieser Spielart – nur eine Randnotiz in der Motorengeschichte bleiben wird. Denn bisher erwies sich die Technik als nicht sparsam genug, um die hohe Komplexität in Kauf zu nehmen. Doch zeigt die Präsentation den Infinit QX50 auch,  dass die Hersteller noch viel Geld in die Entwicklung und Erforschung der Verbrennungsmotoren investieren. Bei aller Liebe und Zukunftsfähigkeit der Elektrisierung, Digitalisierung und trotz den Disruptionsversuchen, wird die nahe Zukunft eben doch noch von den wahren Technik-Nerds bestimmt, die unter der Haube Tropfen um Tropfen den Verbrauch zu senken versuchen.

Inifniti QX50
© Bild: Infiniti

Der Infinity QX50 wird auf der Autoshow in Los Angeles Premiere feiern. Standardmäßig ist das SUV als Fronttriebler unterwegs, gegen Aufpreis gibt es einen Allradantrieb. Wie bei Infiniti Tradition wird es ein umfangreiches Paket zum autonomen Fahren geben. Kombiniert wird der Motor mit einem CVT-Getriebe (samt acht vorprogrammierten Fahrstufen). Im Herbst 2018 kommt das Fahrzeug in Europa in den Handel.

Französisch-japanische Allianz

Das französisch-japanische Dreigestirn aus Nissan, Renault und Mitsubishi hat allerdings auch in Sachen Elektromobilität noch viel vor. Von den erwähnten 14 Millionen Fahrzeugen soll ein Drittel rein elektrifiziert unterwegs sein (also als reines E-Auto oder als Hybridfahrzeug). Im Vergleich zu derzeitigen Produktion sollen durch genutzte Synergien zwischen den Herstellern rund zehn Milliarden Euro an Kosten eingespart werden. In Anbetracht dieser Zahlen und Pläne ist der Infiniti QX50 tatsächlich ein guter Testballon, wird er doch unter der allgemeinen Wahrnehmung bleiben.